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  • Hintergrund • DAB-Radio in Österreich

  • Sendestart 2011 möglich

 erstellt am 06.01.2011 von Thomas Riegler

Österreich zählt zu den wenigen Ländern in Europa, in denen es noch kein DAB-Digitalradio gibt. Während der Digitalfunk andernorts, wie etwa in der Schweiz, in Südtirol oder Norwegen, längst anerkannt ist, scheint man in der Alpenrepublik dem analogen UKW die Stange zu halten. Dabei hat Österreich bereits eine lange DAB-Tradition hinter sich.

 
 

Für rund neun Jahre funkten in Wien und Innsbruck zwei Testsendernetze mit durchaus beachtenswerter Reichweite. Allerdings wusste kaum jemand davon, da der ORF damals verhindern wollte, dass sich Zuhörer DAB-Geräte zulegen.

Blick zurück


Die DAB-Tests funktionierten ausgesprochen gut: Obwohl in Wien nur über drei Kleinsender ins Stadtgebiet gefunkt wurde, war das Paket in weiten Teilen Ostösterreichs im DABAutoradio zu hören. Es reichte sogar bis in die Nähe von Gmünd an der tschechischen Grenze und in eine Gebiet weit südlich von Wiener Neustadt. Das Nordtiroler DAB-Netz arbeitete mit zwei Senderstandorten um Innsbruck. Damit wurde der Lückenschluss von Bayern bis Südtirol sichergestellt und Reisende zwischen Deutschland und Italien konnten ihr DAB-Radio auch in Österreich nutzen. Neben den drei landesweiten Sendern Ö1, Ö3 und FM 4 wurde das ortsübliche ORF-Regionalradio ausgestrahlt. Ende 2008 schaltete man die beiden DAB-Sendernetze ab.

Neustart 2011

Über dem oberösterreichischen Steyr kann bayerisches Digitalradio bereits über kleine DAB-Radios mit hohem Pegel empfangen werden. Der DAB-Sender ist rund 165 Kilometer entfernt
Bild: Auerbach Verlag

Inzwischen hat sich in Österreich einiges getan. Seit Ende August werden DAB-Radios des größten britischen Anbieters Pure im Land vertrieben. Fachhändler können somit schon heute DAB-Geräte über einen bekannten österreichischen Großhändler ordern. Pure wurde primär in Österreich aktiv, um dort Webradios anzubieten, bei denen selbstverständlich DAB eingebaut ist. Daneben werden auch normale DAB-Geräte, die zusätzlich den UKW-Empfang ermöglichen, angeboten. Das Spannende daran ist, dass damit bereits ein Grundstock an geeigneten Empfangsgeräten aufgebaut wird, von dem bei einem erneuten DAB-Start alle Beteiligten profitieren. Wie wir vom Technischen Geschäftsführer der ORS Dipl.-Ing. Norbert Grill erfuhren, beabsichtigt die ORS bereits 2011 einen neuen DAB-Versuchsbetrieb zu starten – diesmal jedoch im großen Umfang über den für Ostösterreich wichtigen Hauptsenderstandort am Kahlenberg vor den Toren Wiens. Damit werde man erstmals Digitalradio in Österreich richtig großflächig anbieten können. Die Versuche werden im neuen und effizienteren DAB Plus starten, also jener DAB-Variante, die schon seit einigen Jahren seitens der RTR, der österreichischen Rundfunk- Regulierungsbehörde, favorisiert wird.

Neue DAB-Radios können extrem empfangsstark sein. Hier, in der Nähe von Lienz in Osttirol, kommen nur noch sehr schwache Signale an. Eine Stabantenne ist trotzdem ausreichend
Bild: Auerbach Verlag

Deutschland hilft mit Laut Grill beobachtet man gespannt die Entwicklung rund um den bundesweiten Multiplex in Deutschland. Ohne Deutschland wäre der Start in Österreich schwieriger. Über den Erfolg des neuen Übertragungsstandards werden auch die aufgeschalteten Programme entscheiden. Hier hofft Grill auf das Interesse des ORF, der mit seinen Radioprogrammen nach wie vor eine Reichweite von nahezu 80 Prozent genießt. Insgesamt rechnet die ORS mit einem sehr hohen Interesse der Radiomacher an DAB Plus. Man kann sich gut vorstellen, dass es schon bald mehr Interessenten für eine DABPlus- Ausstrahlung gibt, als im Multiplex überhaupt Platz finden. Grill denkt dabei nicht nur an die bereits etablierten Sender, sondern auch an die vielen potenziellen Anbieter, die bei der Zuteilung einer ausgeschriebenen UKW-Frequenz leer ausgehen. Wie Beobachter der österreichischen Radiolandschaft wissen, gibt es davon mehr als genug. Selbst für im wahrsten Sinne des Wortes schlechte UKW-Frequenzen bewerben sich meist um die 20 Radiomacher, von denen alle bis auf einen auf der Strecke bleiben. Wie angespannt die private UKW-Radiolandschaft insgesamt in Österreich ist, zeigt sich derzeit unter anderem an den Bestrebungen von Energy, Partnerschaften mit anderen Sendern einzugehen oder sie überhaupt zu übernehmen, um die Voraussetzungen für eine bundesweite Zulassung zu erfüllen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Donnerstag, 06.01.2011
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