ESC 2011: NDR-Rundfunkrat nickt Finanzierungskonzept ab

04.02.2011, 16:41 Uhr, js

Der NDR-Rundfunkrat hat am Freitag dem vorgelegten Finanzierungskonzept sowie den Plänen zur inhaltlichen und kreativen Umsetzung des Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf zugestimmt.


Die Übertragung des Internationalen Musikwettbewerbes wird sich nach Angaben des NDR aus einem gemeinschaftlich aufgebrachten ARD-Anteil, einem Sockelbetrag, den die Europäische Rundfunkunion (EBU) übernimmt, sowie aus Kartenverkäufen, Lizenzeinnahmen und Off-Air-Sponsoringerlösen finanzieren. Zu den Gesamtkosten wurden keine Angaben gemacht. Im Vorfeld war in Medien ein Betrag von bis zu 30 Millionen Euro genannt worden, von dem etwa die Hälfte von der ARD als Ausrichter getragen werden müsse.
 
NDR Intendant Lutz Mamor hatte das Finanzierungskonzept ausgearbeitet und auf der Sitzung am Freitag dem Gremium vorgelegt. Der Norddeutsche Rundfunk ist verantwortlich für die Übertragung der weltgrößten Musikshow, deren Finale am 14. Mai im Ersten zu sehen ist. Voraus gehen zwei Halbfinale, bei denen sich die Teilnehmer aus 43 Ländern wie schon in den Vorjahren einen Platz in der Endrunde erkämpfen müssen.


Darüber hinaus distanzierte sich die Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates Dagmar Gräfin von der Kritik des ARD-Programmbeirats an der Konzeption des deutschen Vorentscheids. Der ARD-Programmbeirat hatte sich an der alleinigen Fokussierung auf Lena Meyer-Landrut und die von Mentor Stefan Raab angestoßene "Mission Titelverteidigung" gestoßen.
 
Kerssenbrock bezeichnete entsprechende öffentliche Äußerungen als unglücklich. Der ARD-Programmbeirat als internes Beratungsgremium für die Fernseh-Programmdirektoren habe keine Zuständigkeit oder Beschlusskompetenz. "Ohne sich zuvor eingehend zu informieren, hat sich der Programmbeirat Pressemeldungen zufolge eine Meinung gebildet, die dann pünktlich zum Start des deutschen Vorentscheids zum ESC publik wird", fügte die Vorstandsvorsitzende hinzu. Das sei alles andere als hilfreich gewesen.
 
Die Rundfunkrätin nannte den Eurovision Song Contest ein Familien-Event für alle Altersgruppen, mit dem Das Erste auch sehr junge Zuschauer erreiche. Idee und Form "heben sich wohltuend von manchen Unterhaltungsformaten anderer Sender ab, die auf Skandale, Krawall und Sensationsgier setzen", sparte Kerssenbrock nicht mit Seitenhieben auf die private Konkurrenz.

 

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