
- Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat
28.01.2012, 17:48 Uhr, Carsten Rave
Große Hoffnungen hat die ARD in Thomas Gottschalk gesetzt. Aber schon die erste Woche seiner Präsenz im Vorabendprogramm zeigt, dass Gottschalk ohne "Wetten, dass..?" nicht unbedingt ein Zuschauermagnet ist.
Eine Woche Thomas Gottschalk in der ARD und die Ernüchterung ist da. Die Quoten sanken an vier Sendetagen seiner neuen Vorabendshow kontinuierlich von Tag zu Tag. Im Chat auf der Facebook-Seite von "Gottschalk Live" mehren sich die kritischen Stimmen, vor allem, weil sich der große Meister zunehmend spärlicher an der Kommunikation mit seinen Fans beteiligt.
Zu Wort meldete sich der 61-Jährige, der nach seinem Abschied von "Wetten, dass..?" den quotenschwachen ARD-Vorabend beleben sollte, am Freitag dagegen in der "Bild". "Ja, es holpert noch!", räumte Gottschalk dort ein. "Nein, wir haben unsere Form noch nicht gefunden. Aber wir wissen jeden Tag ein bisschen mehr und werden auch noch ein paar Tage mehr brauchen."
Aus der Chat-Runde verabschiedete sich der ARD-Hoffnungsträger mit den Worten, er habe Durst und er freue sich auf Montag. "Am Wochenende in die USA und bitte nicht wiederkommen!", gab ihm eine Chat-Teilnehmerin mit auf den Weg. "Ich gebe ihm drei Wochen, dann kommt keiner mehr... danach redet er mit sich selber." Einige beklagten sich, dass Gottschalk nicht genügend Rede und Antwort stehe.
Aber im Netz boten die User auch konstruktive Kritik: "Gutes Konzept, megaschöne Räumlichkeiten und teilweise sehr lustig", schrieb ein Teilnehmer. "Aber lasst etwas mehr Entspannung einkehren. Wirkt manchmal etwas gehetzt das Ganze. Weniger ist manchmal mehr." Und der ständige Hinweis auf das "mit dem ganzen neuen Zeug" wie Twitter und Facebook könnte langsam auch mal wegbleiben.
Auffällig ist, dass Gottschalk seine Gesprächskultur nicht den Vorabendbedürfnissen angepasst hat. Er führt Unterhaltungen wie auf der "Wetten, dass..?"-Couch. Dabei fallen die Fragen häufig länger aus als die Antworten seiner Interviewpartner. Den Zuschauern stießen auch die Werbe- und Wetterunterbrechungen sauer auf, die jedoch nach der ersten Ausgabe weniger wurden.
Die ARD setzt unverdrossen auf die Weiterentwicklungsfähigkeit von Gottschalks neuer Show: "Die Premierensendung wurde von riesiger Neugierde begleitet und mit Vorschusslorbeeren versehen", sagte Programmdirektor Volker Herres. "Jetzt beginnt das Fein-Tuning und der Show-Alltag. Wir konzentrieren uns auf die Sendung, arbeiten täglich an den Inhalten und streben am Ende eine gute Vorabendquote an."

Moderator Thomas Gottschalk bittet sich für sein neues Format mehr Probezeit aus
Bild: SWR/ARD/Klaus Görgen
Für die muss Gottschalk sich nun allerdings mächtig ins Zeug legen. Nach der Premiere am Montag mit 4,34 Millionen Zuschauern brach die Quote am Dienstag auf 2,43 Millionen ein, am Mittwoch blieben noch 2,20 Millionen dran. Am Donnerstag waren es dann nur noch 1,83 Millionen und damit kaum mehr als die ARD zuletzt mit ihrer fast schon vergessenen Quizshow "Das Duell im Ersten" auf dem gleichen Sendeplatz erreicht hatte.
Gottschalk ohne "Wetten, dass..?" war jedoch immer ein Risiko. Gehversuche mit anderen Formaten endeten jeweils vorzeitig. Allerdings ignoriert der Entertainer diesen Umstand vorläufig noch. Laut "Bild" sei ihm momentan nur "wirklich wichtig, dass das Publikum mir die Zeit gibt, auf einem neuen Sendeplatz zu einer neuen Form zu finden." Denn so etwas funktioniert nur selten auf Anhieb. "Das wird nicht von heute auf morgen klappen, aber ich weiß, dass ich das hinkriegen kann."
Schlussendlich läge es auch in seinem eigenen Interesse, das neue Format bestmöglich zu verstehen und zu nutzen. "Sie werden nur Ihren Spaß mit mir haben, wenn ich ihn selber habe. Das kriegen wir hin. Sind Sie bitte etwas geduldiger mit mir, als ich es bin. Danke!"
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Koelli#1 AW: Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat
geschrieben am 28.1. 2012 um 18:09"Am Wochenende in die USA und bitte nicht wiederkommen!", gab ihm eine Chat-Teilnehmerin mit auf den Weg.
Gottschalk wird doch wohl mitlerweile in Deutschland wohnen und nicht auf ARD-Kosten übers Wochenende in die USA düsen?
Gottschalk wird doch wohl mitlerweile in Deutschland wohnen und nicht auf ARD-Kosten übers Wochenende in die USA düsen?
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#2 AW: Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat
geschrieben am 28.1. 2012 um 19:21Haut die ARD immer noch die Werbespots so in seine Sendung rein ?
Ich denke wenn ja dann ist das auch einer der Hauptgründe warum seine Sendung nicht mehr so gefragt ist.
Ich denke wenn ja dann ist das auch einer der Hauptgründe warum seine Sendung nicht mehr so gefragt ist.
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TV_WW#3 AW: Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat
geschrieben am 28.1. 2012 um 20:27Gottschalk hat doch hauptsächlich seiner Kinder wegen in den USA gelebt. Die sollten dort vom Medientrubel unbehelligt aufwachsen. Nun sind seine Kinder erwachsen u. er ist wieder nach Deutschland zurück gekommen.
So hat er das jedenfalls mal in einem Interview erklärt.
So hat er das jedenfalls mal in einem Interview erklärt.
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rs-lennep#4 AW: Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat
geschrieben am 28.1. 2012 um 22:25Die ARD hat "große Hoffnungen" in Herrn Gottschalk gesetzt?! Offenbar haben sich doch nicht so viele von seinem Namen beeindrucken oder blenden lassen. Danach sieht es mir angesichts der bisher "nicht erfüllten Hoffnungen" aber aus. Die Verantwortlichen nahmen wohl an, mit dem Namen Gottschalk statt mit Inhalten Quote machen zu können. Vielleicht war das Konzept auch noch nicht ausgereift genug. Oder es entspricht zu sehr seiner bisherigen Sendung im ZDF und er verfällt - aus Gewohnheit - in das früher übliche Dauergelabere.
Warum die jetzige Tiefstapelei der ARD? Sie hat doch die "riesige Neugierde" durch ihre Öffentlichkeitsarbeit selber provoziert. Nun wird sie die Geister nicht wieder los, die sie einst rief...
Dass was Gottschalk als Gründe für die Probleme anführt, sind für mich nur Ausflüchte. Seine Gründe akzeptiere ich bei einem unerfahrenen Anfänger uneingeschränkt, aber nicht bei Jemandem, der seit Jahrzehnten im Rampenlicht steht und gelernt haben müsste, damit umzugehen. Ohne die Sendungen - mangels Interesse - jemals gesehen zu haben, schließe ich aus den vorhandenen Informationen, dass es sich bei dem Konzept um eine Art "Wetten, daß...?"-Lite handeln muss. Nur mit dem Unterschied, dass er, anders als im ZDF, schneller auf den Punkt kommen muss. Die folgende "old grand dame" Tagesschau wird auch wegen eines Herrn Gottschalk nicht um 30, 60 oder 90 Minuten später beginnen, sondern pünktlich um 20 Uhr.
Wenn es so ist, wie im letzten Teil des Artikels beschrieben, ist er offenbar zu sehr auf das Auslaufmodell der großen Samstagabendunterhaltung fixiert gewesen für das auch er steht. Dass bereits andere Formate mit ihm scheiterten, bestätigt mich in dieser Ansicht. Er wird damit gleichgesetzt! Er hat zu lange "Wetten, daß...?" moderiert.
Ein Schauspieler, der lange Zeit eine bestimmte Rolle überzeugend gespielt hat, wird irgendwann einmal mit ihr gleichgesetzt oder identifiziert.
Beste Beispiele:
Ein prominentes, noch lebendes, Beispiel (im Gegensatz zu den beiden folgenden) ist Lenard Nimoy, der seine Paraderolle des Vulkaniers Mr. Spock nicht los werden wird. Eine Rolle, die er hervorragend gespielt hat!
Horst Tappert war zeitlebens nur "Derrick", obwohl er in seiner Rolle als Michael Donegan, Chef der Posträuberbande in dem 1966er-Straßenfeger "Die Gentlemen bitten zur Kasse" eigentlich seinen größten Erfolg (und seinen Durchbruch im Fernsehen) hatte.
Oder Peter Falk, am 23. Juni 2011 verstorben. Er wurde zeitlebens durch die Verkörperung des schlecht gekleideten Polizeiinspektors Columbo (im Original übrigens Lieutanant), der immer den gleichen Trenchcoat trug, fast immer eine Zigarre rauchend und der durch die immer fast gelangweilt daher gesagte berühmt-berüchtigte Nachfrage (im englischen Original: "just one more thing...") den wahren Täter überführte, mit dieser Rolle gleichgesetzt.
Dazu eine persönliche Anmerkung:
Zum Zeitpunkt seines Beerdigung war ich gerade in L.A. (seine Beisetzung fand in Beverly Hills, rund 30 km von meiner Wohnung entfernt) statt. Auf dem Weg zu Freunden nach Santa Monica - ich hatte seinen Tod nicht mitbekommen - war eine Menge los in Beverly Hills. Der Wilshire Boulevard, den ich der oft stark frequentierten Interstate I10 nach Santa Monica vorziehe, war wegen der vielen Trauergäste auf der gegenüberliegenden Fahrseite teilweise gesperrt. Etliche Gäste trugen zu seinem Gedenken einen ähnlichen Trenchcoat wie er als Inspektor Columbo... "A tribute to a great character!"
Herrn Gottschalk müsste man dereinst mit "Wetten, daß...?" gleichsetzen. Bereits heute ist bei wikipedia zu seiner Person nachzulesen, dass er "besonders als Moderator der Fernsehsendung Wetten, dass...? bekannt wurde"...
Etliche Schauspieler sind mit dieser Fixierung zufrieden, andere bemühen sich dieses Image durch manchmal gegenteilige Rollen abstreifen zu können. Bei manchen klappts, bei andere nicht. Herr Gottschalk gehört vielleicht in letztere Kategorie...
Warum die jetzige Tiefstapelei der ARD? Sie hat doch die "riesige Neugierde" durch ihre Öffentlichkeitsarbeit selber provoziert. Nun wird sie die Geister nicht wieder los, die sie einst rief...
Dass was Gottschalk als Gründe für die Probleme anführt, sind für mich nur Ausflüchte. Seine Gründe akzeptiere ich bei einem unerfahrenen Anfänger uneingeschränkt, aber nicht bei Jemandem, der seit Jahrzehnten im Rampenlicht steht und gelernt haben müsste, damit umzugehen. Ohne die Sendungen - mangels Interesse - jemals gesehen zu haben, schließe ich aus den vorhandenen Informationen, dass es sich bei dem Konzept um eine Art "Wetten, daß...?"-Lite handeln muss. Nur mit dem Unterschied, dass er, anders als im ZDF, schneller auf den Punkt kommen muss. Die folgende "old grand dame" Tagesschau wird auch wegen eines Herrn Gottschalk nicht um 30, 60 oder 90 Minuten später beginnen, sondern pünktlich um 20 Uhr.
Wenn es so ist, wie im letzten Teil des Artikels beschrieben, ist er offenbar zu sehr auf das Auslaufmodell der großen Samstagabendunterhaltung fixiert gewesen für das auch er steht. Dass bereits andere Formate mit ihm scheiterten, bestätigt mich in dieser Ansicht. Er wird damit gleichgesetzt! Er hat zu lange "Wetten, daß...?" moderiert.
Ein Schauspieler, der lange Zeit eine bestimmte Rolle überzeugend gespielt hat, wird irgendwann einmal mit ihr gleichgesetzt oder identifiziert.
Beste Beispiele:
Ein prominentes, noch lebendes, Beispiel (im Gegensatz zu den beiden folgenden) ist Lenard Nimoy, der seine Paraderolle des Vulkaniers Mr. Spock nicht los werden wird. Eine Rolle, die er hervorragend gespielt hat!
Horst Tappert war zeitlebens nur "Derrick", obwohl er in seiner Rolle als Michael Donegan, Chef der Posträuberbande in dem 1966er-Straßenfeger "Die Gentlemen bitten zur Kasse" eigentlich seinen größten Erfolg (und seinen Durchbruch im Fernsehen) hatte.
Oder Peter Falk, am 23. Juni 2011 verstorben. Er wurde zeitlebens durch die Verkörperung des schlecht gekleideten Polizeiinspektors Columbo (im Original übrigens Lieutanant), der immer den gleichen Trenchcoat trug, fast immer eine Zigarre rauchend und der durch die immer fast gelangweilt daher gesagte berühmt-berüchtigte Nachfrage (im englischen Original: "just one more thing...") den wahren Täter überführte, mit dieser Rolle gleichgesetzt.
Dazu eine persönliche Anmerkung:
Zum Zeitpunkt seines Beerdigung war ich gerade in L.A. (seine Beisetzung fand in Beverly Hills, rund 30 km von meiner Wohnung entfernt) statt. Auf dem Weg zu Freunden nach Santa Monica - ich hatte seinen Tod nicht mitbekommen - war eine Menge los in Beverly Hills. Der Wilshire Boulevard, den ich der oft stark frequentierten Interstate I10 nach Santa Monica vorziehe, war wegen der vielen Trauergäste auf der gegenüberliegenden Fahrseite teilweise gesperrt. Etliche Gäste trugen zu seinem Gedenken einen ähnlichen Trenchcoat wie er als Inspektor Columbo... "A tribute to a great character!"
Herrn Gottschalk müsste man dereinst mit "Wetten, daß...?" gleichsetzen. Bereits heute ist bei wikipedia zu seiner Person nachzulesen, dass er "besonders als Moderator der Fernsehsendung Wetten, dass...? bekannt wurde"...
Etliche Schauspieler sind mit dieser Fixierung zufrieden, andere bemühen sich dieses Image durch manchmal gegenteilige Rollen abstreifen zu können. Bei manchen klappts, bei andere nicht. Herr Gottschalk gehört vielleicht in letztere Kategorie...
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MarkusM#5 AW: Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat
geschrieben am 28.1. 2012 um 22:46Ich gebe Gottschalk noch einen Monat und die Sendung ist weg vom Fenster. Die ARD hatte am Nachmittag ja auch mal eine Sendung, die man schnell absetzte. Produziert damals vom SWR. Die Sendung lautete "NachTisch".
Zitat damals vom Programmbeauftragten: "Zwar gibt es keine Quotenvorgaben im ARD-Nachmittagsprogramm, aber bestimmte Erwartungen an die Zuschauerakzeptanz sind mit jedem neuen Format schon verbunden."
Also auch für Gottschalk keinen Bonus würde ich sagen.
Zitat damals vom Programmbeauftragten: "Zwar gibt es keine Quotenvorgaben im ARD-Nachmittagsprogramm, aber bestimmte Erwartungen an die Zuschauerakzeptanz sind mit jedem neuen Format schon verbunden."
Also auch für Gottschalk keinen Bonus würde ich sagen.
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