Hintergrund • Enigma TV

Lieblingssender selbst streamen

 erstellt am 11.02.2013 von Mike Bauerfeind
Mit Diensten wie Zattoo oder Sky Go ist es schon heute möglich, Smartphone, Tablet oder PC als Empfangsgerät zum Fernsehen und für mediale Inhalte zu nutzen. Auch wenn Zattoo offiziell nur über WLAN funktioniert, ist es mit ein paar Tricks dennoch möglich, auch über UMTS auf die Dienste zuzugreifen.
 
 

Ein Problem ergibt sich aber dennoch gelegentlich für Nutzer: Manchmal ist das Lieblingsprogramm einfach nicht verfügbar, so dass man darauf trotz HiQ-Abo bei Zattoo darauf verzichten muss. Dies betrifft beispielsweise die großen Privatsender aus Deutschland: RTL, Sat.1 & Co. werden nämlich nach wie vor nicht über Zattoo angeboten. Freilich gibt es auch hierfür einige Streamingdienste, die solche Sender anbieten - das in aller Regel aber nicht legal und auch oft nicht zuverlässig. Doch es gibt dennoch einen Weg, jeden beliebigen Lieblingssender praktisch weltweit zu empfangen, sofern die nötigen Systemvoraussetzungen Zuhause und am Empfangsort erfüllt sind.

Streaming über Enigma 1 und 2


Voraussetzung ist eine Dreambox oder ein anderer Digitalreceiver mit dem Enigma-Betriebssystem. Schon länger gibt es mehr oder weniger komplizierte Bastellösungen über den VLC-Player. Allerdings ist hier die Einrichtung alles andere als simpel und lassen so manchen Nutzer beim Versuch irgendwann verzweifelt aufgeben. Hier nun setzt die Software Enigma-TV an, die seit Dezember verfügbar ist.
 
Vereinfacht gesagt ist hier schon alles enthalten, was zum Streamen von TV-Programmen der Dreambox über 92 Service Praxis das Internet notwendig ist. Das hierfür notwendige Grundprogramm kann im Internet kostenlos heruntergeladen und konfiguriert werden. Möchte man den Dienst aktiv nutzen, ist allerdings eine kostenpflichtige Registrierung notwendig. Eine entsprechende Lizenz schlägt hierbei mit 5,99 Euro zu Buche und ist dann zeitlich uneingeschränkt nutzbar.

Privates Projekt


Allerdings sollten Sie vor einem Kauf bedenken, dass es sich bei dem Streaming-System nicht um eine kommerzielle Nutzung, sondern ein Privatprojekt handelt. Der französische Programmierer Sébastien Spangenberger hat das Projekt aus Spaß an der Programmierung ins Leben gerufen und bietet es nun seit dem offiziellen Start über die Webseite www.enigma-tv.com zur Nutzung an. Unter dieser Adresse finden sich übrigens auch nützliche Tutorials, die die Nutzung der Software ausführlich beschreiben.

PC als Server


Das Grundprogramm wird dabei auf dem heimischen PC installiert und entsprechend konfiguriert. So muss die IP der Dreambox im Programm abgelegt werden, genauso wie das Zugangspasswort zum Digitalreceiver. Außerdem sind zwei Ports zur Nutzung zu konfigurieren, welche in aller Regel aber erst einmal durch die Firewall des Routers geblockt sind.

Ports freigeben


Im Auslieferungszustand ist dies der Port 80 für den Webbrowser sowie Port 8080 für das gestreamte Signal. Natürlich können auch andere Ports genutzt werden. Wichtig ist allerdings eine Portfreigabe bzw. die Konfiguration einer Portweiterleitung im Router. Festgelegt wird im Programm auch, welche Favoritenlisten von außen nutzbar sein sollen. Diese müssen entsprechend markiert und eingelesen werden.

DynDNS nutzen


Ein Manko bei Enigma-TV ist natürlich die Tatsache, dass zum Zugriff die öffentliche IP des Rechners benötigt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Zwangstrennung bei DSL alle 24 Stunden eine neue IP vergeben wird. Sind Sie also längere Zeit unterwegs, wird es ausgesprochen schwierig, die IP zu ermitteln. Abhilfe schaffen entsprechende Dienste im Internet, wie beispielsweise DynDNS.
 
Dort können Sie sich eine feste Adresse, beispielsweise IhrName.dyndns.org einrichten. Im heimischen Router muss dann dieser Dienst ebenfalls hinterlegt werden. Einmal eingerichtet, übermittelt der Router in einem festgelegten Zeitintervall die aktuelle öffentliche IP. In der Folge ist der Dienst bei richtiger Konfiguration anschließend permanent über die oben gewählte Adresse erreichbar.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Montag, 11.02.2013