FRK nennt ARD/ZDF-Mediatheken in Magenta TV "Etikettenschwindel"

09.11.2018, 11:27 Uhr, bey

Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation übt heftige Kritik an den vier von der Telekom betriebenen Mediatheken von ARD und ZDF im neuen Angebot Magenta TV und fordert die Politik zum sofortigen Handeln auf.


"Schluss mit dem Etikettenschwindel!". In aller Deutlichkeit kritisiert der FRK in einer Mitteilung vom Donnerstag die Zusammenabreit der Telekom und der Öffentlich-Rechtlichen im Rahmen von Magenta TV. Der Verband hält es für rundfunkrechtlich und medienpolitisch sehr bedenklich, wenn mit den Gebühren der Zuschauer finanzierte, hochwertige und exklusive Inhalte in den Telekom-ARD/ZDF-Mediatheken nicht mehr frei und ungehindert zugänglich sind. Mit der zusätzlichen Abo-Gebühr für diese Mediatheken würden Zuschauer für die aufwendig produzierten Inhalte gleich doppelt abkassiert.


Darüber hinaus handele es sich um eine starke Verzerrung des Wettbewerbs gegenüber allen anderen Plattform- und Kabelnetzbetreibern, wenn die öffentlichrechtlichen Programmanbieter etwa weitere Dienste in diese Telekom-Mediathek einbauen würden. Die Telekom betreibt und bewirbt seit einigen Tagen als Teil ihres Angebot Magenta TV die vier Mediatheken ARD Plus, ZDF select, ARD Plus Kids und ZDF tivi. Telekom von den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern über 8.000 Programminhalte exklusiv und darf die Markennamen ARD und ZDF für ihre eigenen Mediatheken nutzen.

FRK-Vorsitzender Labonte findet Deal "nicht hinnehmbar"


"Der Telekom-Kunde zahlt für die Programme zweimal. Einmal mit seinen Rundfunkgebühren und dann mit seiner Gebühr für das Abonnement. Die Überlassung der Marken an einen privatwirtschaftlichen Anbieter halten wir auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um den Fortbestand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dessen immer höhere Finanzforderungen für nicht hinnehmbar",, zeigte sich der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte mehr als erstaunt über den Deal zwischen ARD, ZDF und der Telekom.

Und weiter: "Hier sind glaubwürdige Medienpolitiker gefragt, die Verantwortung für die Gebührenzahler übernehmen und diesem Etikettenschwindel ein Ende bereiten. Es geht nicht generell darum, den erfolgreichen Verkauf von Lizenzen und Senderechten ins Ausland einzuschränken. Aber bundesweit sollte die Verbreitung dieser Inhalte auf die Sender der ARD und ZDF sowie deren eigene Mediatheken beschränkt sein", fordert Labonte abschließend.

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