Finanzprüfer: NDR gibt zu viel Geld für Schweiger-"Tatort" aus

15.02.2017, 11:34 Uhr, kw

Der vom NDR verantwortete "Tatort" mit Til Schweiger zählt zu den prominentesten und gleichermaßen umstrittensten der ARD-Krimi-Reihe. Die Finanzkontrolleure des Hamburger Rechnungshofes kritisieren den NDR nun für die hohen Kosten, die seine "Tatorte" verursachen.


Als "Tatort"-Kommissar verfolgt Til Schweiger einen sehr eigenen Stil, bei den Zuschauern kam sein Zweiteiler im letzten Jahr trotz des Einsatzes von Helene Fischer nur mäßig an. Die Quoten, die der Schauspieler mit "Der große Schmerz" und "Fegefeuer" im Ersten einfuhr, blieben unterdurchschnittlich. Für Aufsehen sorgte Schweiger letzten Januar dann eher durch seinen Rundumschlag, nachdem nach der Ausstrahlung des Zweiteilers Kritik laut wurde. Nun steht er als Kommissar Nick Tschiller erneut in der Kritik. Dieses Mal kommt der Widerspruch vom Hamburger Rechnungshof.


So hat dieser in seinem am Montag vorgelegten Jahresbericht zusammen mit den Niedersächsischen und  Schleswig-Holsteinischen Kollegen die Ausgaben des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der die Schweiger-"Tatorte" verantwortet, untersucht. Dabei kommen die Finanzkontrolleure zu dem Schluss: Der NDR liegt mit seinen Ausgaben für die ARD-Krimi-Reihe mit 1,7 Millionen Euro deutlich über dem ARD-Durchschnitt von 1,5 Millionen. Eine Episode, bei der es sich laut Medien-Spekulationen um die Schweiger-Folge "Der große Schmerz" handelt, ließ sich die Landesrundfunkanstalt sogar 2,1 Millionen kosten.
 
Der NDR hatte sich zwar mit guten Quoten gerechtfertigt, die seine "Tatorte" verzeichnen würden. Ein Argument, welches die Rechnungsprüfer allerdings nicht gelten ließen, denn die Erwartung werde "nicht durchgängig durch die Reichweitenmessungen bestätigt", heißt es in dem Bericht. So muss der NDR für seine Produktionskosten viel Kritik von den Finanzkontrolleuren einstecken. Denn das Prüfverfahren auf Seiten der Landesrundfunkanstalt beanstanden die Kontrolleure als "inhaltlich unzureichend, nicht ausreichend transparent und nicht hinreichend gegen Korruption gesichert."

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