Spezial • Für Sie gestestet: Audium Comp 5 Active

Vollaktiver Breitbänder für entspanntes Hören

 erstellt am 30.05.2013 von Jens Voigt
Es gibt Standlautsprecher, die wie eine vertikale Anordnung aus Lautsprechern wirken. Das klangliche Erlebnis kann dabei beeindruckend sein. Wie sieht es aber bei einem einzelnen Lautsprecherchassis aus?
 
 
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Ein Blick auf die Elektronik im Inneren des Comp 5 Active: Steuerelektronik und Verstärker
Bild: Auerbach Verlag

Wir freuen uns immer besonders, wenn wir unseren Lesern etwas wirklich Neues präsentieren können. "Na gut" werden Sie sagen, "was ist an einem Breitbandlautsprecher 'neu'?" - Schließlich gehört dieser elektrodynamische Lautsprecher schon zu den ersten Modellen, die jemals entwickelten wurden. Er verfügt bei einer spezialisierten Fertigungsqualität heute über unschlagbare akustische Eigenschaften.
 
So überzeugt ein Stereopaar mit einer sehr guten räumlichen Wiedergabe, weil keine Frequenzweiche in das elektrische und akustische Laufzeitverhalten eingreift. Zudem wird der Schallentstehungsort nicht auf mehrere Lautsprecher aufgeteilt und das Abstrahlverhalten erfolgt ohne plötzliche Sprünge im Übertragungsbereich. Aus diesen Eigenschaften ergibt sich ein besseres Impulsreproduktionsverhalten und der Klang scheint wie von einem Punkt auszugehen.
 
Es ergeben sich nebenbei auch sehr günstige Interaktionen mit der Raumakustik, weil das Abstrahlverhalten (auch Rundstrahlverhalten genannt) des Breitbandchassis nicht zu ungünstigen Reflexionen von Schallanteilen führt. Am Beispiel eines Mehrweglautsprechers bedeutet das: Häufig nimmt das Rundstrahlverhalten des Mitteltonchassis schon vor dem akustischen Übergang zum Hochtöner hin ab.
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Der Breitbandlautsprecher außerhalb seiner sehr gut bedämpften Kammer
Bild: Auerbach Verlag

Damit trifft weniger Schallenergie aus diesem Frequenzbereich auf die Begrenzungsflächen. Der Hochtöner beginnt nun aber seinerseits wieder sehr breit abzustrahlen somit treffen von ihm mehr energiereiche Schallanteile auf die Wände. Die Folge ist, dass die Gesamtsumme der Wandreflexionen sehr unterschiedliche Pegel der einzelnen Frequenzanteile enthält.
 
Am Hörplatz kann diese Mischung aus Diffusschall mit dem Direktschall der Lautsprecher für eine deutlich schlechtere Wahrnehmung der akustischen Bühne verantwortlich sein. Wie ist also dieses Chassis aufgebaut? Die relativ kleine Membran des "Breitbänders" benötigt keinen besonders starken Antrieb, um die Membranmasse zu kontrollieren. Der kleine Membrandurchmesser von ca. 70 Millimetern (mm) des Lautsprechers, der im Fall des Comp-5-Standlautsprechers eingesetzt wird.
 
Er unterstützt seinerseits mit seinem kleinen Durchmesser eine räumliche Wiedergabe. Die Grundlage für das Membran material ist eine Zellulose aus Bambus, welche im vorliegenden Falle in einer weiterverarbeiteten Form, nämlich in einer stärkeren Papiermembran, eingesetzt wird. Zum Lautsprecherkorb hin betrachtet wurde die Membran mit einer nach innen hin verstärkten Gummisicke verklebt.
Ein exklusiver Blick auf den ovalen Tieftöner im Fuß des Comp 5 Active
Bild: Auerbach Verlag

Den Antrieb der Membran übernimmt ein vergleichsweise kleiner Neodymmagnet, der das magnetische Feld für die Schwingspule bereitstellt. Hinter dem Breitbandchassis befindet sich ein abgeschlossenes Gehäusevolumen. Dieser Rauminhalt ist in Form einer Röhre ausgeführt, die mit viel Dämmmaterial aufgefüllt wurde.
 
Damit werden die rückwertigen Schallanteile des "Breitbänders" reflexionsarm und sicher absorbiert und eine Beeinträchtigung des nach außen abgestrahlten Klangergebnisses wird verringert. So schön, wie das klingt, hört sich ein kleiner "Breitbänder" im akustischen Sinne doch etwas dünn an. Deshalb unterstützt ihn hier der ovale Tieftonlautsprecher, der im Fuß des Korpus eingelassen ist. Diese Form unterstützt die Steifheit der Membran, welche aus dem gleichen luftgetrockneten Zellulosematerial gefertigt ist wie das Breitbandchassis.
 
Zusätzlich verfügt der Tieftöner über eine weit auslenkbare Sicke, einen strömungsoptimierten Aluminiumdruckgusskorb und eine belüftete Schwingspule. Er nutzt das restliche Gehäusevolumen des Comp 5 als Helmholtz–Resonator und entlässt auf der Rückseite die Luftsäule über eine strömungsoptimierte Bassreflexöffnung.

Das Gehäusedesign bewirkt mit seiner ovalen Querschnittsfläche eine Verminderung von stehenden Wellen. Eine zusätzliche Unterstützung bietet das auf die inneren Seitenflächen aufgeklebte Dämmmaterial. Zur Verhinderung von Resonanzeffekten auf den Seitenflächen wird die fast einen Meter große Säule im Inneren von drei Ringversteifungen stabilisiert. In der Tat traten auch im Test keine deutlich wahrnehmbaren Schwingungseffekte auf.
 
Zur Reduktion der Kantendispersionen von Schallwellen tragen beim Comp 5 die Gestaltung der Frontplatte und die Korpusgestaltung bei. Da die vorliegende Version vom Comp-5-Standlautsprecher vollaktiv ist, befindet sich im unteren Teil des Gehäuses eine 2-kanalige-Class-D-Endstufe. Sie wird angesteuert von einer aktiven Frequenzweiche und einer Klangregelungselektronik und versorgt den Breitband- und den Tieftonlautsprecher mit der nötigen elektrischen Leistung.
 
Dabei kann in jedem Kanal die Leistungsfähigkeit bis auf 130 Watt (W) ansteigen, je nachdem wo mehr für eine dynamische Wiedergabe benötigt wird. Das Netzteil wurde ausgelagert und als Schaltnetzteil im eigenen Gehäuse untergebracht. Einen Schalter, der eine Trennung von der Energieversorgung sicherstellt, gibt es nicht. Am sichersten ist es, eine Steckdosenverteilerleiste mit einem Schalter zu verwenden oder den Netzstecker zu ziehen! Eine große Energieverschwendung braucht aber niemand zu befürchten, denn wenn kein Audiosignal am Eingang anliegt, schaltet sich die Elektronik in den Stand-by.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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