Gottschalk kommt der ARD teuer zu stehen

18.02.2016, 11:21 Uhr, kw

Für "Gottschalk live" zahlte die ARD TV-Moderator Thomas Gottschalk 2012 2,1 Millionen Euro, obwohl die Show vorzeitig eingestellt wurde. Nun soll der ARD dafür in der nächsten Beitragsperiode das Geld gekürzt werden.


Der Skandal um Thomas Gottschalk und seine Vorabendshow aus dem Jahr 2012 hat für die ARD nach vier Jahre wohl doch noch Folgen. So hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) in ihrem aktuellen Bericht das Thema noch einmal auf den Plan geholt und der ARD den eingerechten Finanzbedarf entsprechend gekürzt.


Obwohl die Talkshow "Gottschalk", von der 144 Ausgaben angesetzt gewesen waren, nach 70 Folgen schon vorzeitig eingestellt wurde, weil sie beim Publikum nicht ankam, hatte Moderator Gottschalk seine komplette vertraglich vereinbarte Gage erhalten. 2,1 Millionen Euro bekam Gottschalk auf diese Weise von der ARD, ohne ihr eine erkennbare Gegenleistung dafür zu bringen. Ein Vorgehen, dass nicht nur den Beitragszahlern sauer aufstößt, sondern nun auch der KEF, die darauf mit der Streichung des entsprechenden Betrags für die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für die nächste Gebührenperiode reagiert.
 
"Damit entsprechen weder Vertrag noch der Umgang damit den Regeln von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den aktuellen KEF-Bericht. "Die Kommission nimmt daher eine Kürzung um 2,1 Millionen Euro vor." Als Begründung für ihr Vorgehen führen die KEF-Kommissare die Zahlung des ausstehenden Honorars trotz der Einstellung von "Gottschalk live". Ferner seien entsprechende Ersatzsendungen nie zustande gekommen. Die KEF wirft der ARD dabei mangelnde Weitsicht vor. Schon zum Vertragsabschluss sei deutlich gewesen, dass im Fall einer vorzeitigen Kündigung die Zeit zur Entwicklung von Ersatzformaten nicht ausgereicht hätte.

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