Gute Gründe für optische Kabel im Heimkino

29.03.2018, 15:18 Uhr, fp

Wenn das Heimkino eingerichtet wird, taucht ziemlich schnell die Frage nach den perfekten Kabeln auf. Was bringt den größten Genuss, HDMI, Optical oder Coax? Es gibt gute Gründe für optische Kabel, die wir hier erläutern.


Die neue Soundbar steht, das Home Cinema wartet auf seinen Einsatz. Natürlich will man alles perfekt machen, um von vornherein für den optimalen Genuss zu sorgen. Zunächst einmal soviel: HDMI Kabel (High Definition Media Interface), Optische Kabel (auch Toslink) und Coax (Coaxial Digital Audio) sind alles digitale Kabel, anders als die von früher bekannten Cinch-Kabel, die analoge Sound-Kurven übertragen. Die Qualität ist also von vornherein schon besser. Wer auf Dolby 5.1. für sein Heimkino setzt, für den kommen allerdings nur optische oder Coaxial Kabel infrage, denn diese sind in der Lage, mehrspurige Audiosignale zu übertragen. Was sind die Vorteile der optischen Lichtwellen Leiter?
 
Die Vorteile von Toslink Kabeln
Optische Kabel kommen immer dann zum Einsatz, wenn der Wunsch nach der höchstmöglichen Audioqualität besteht. Toslink Kabel überzeugen zudem durch eine minimale Störanfälligkeit. Im Inneren des Kabels befindet sich ein biegsamer Kern aus einzelnen Glasfasern. Die Audiosignale werden über Lichtimpulse übertragen, und zwar digital und via optischem Signal. Die Signale sendet etwa die Konsole, sie werden vom Heimkinosystem empfangen und dort in ein digitales Audiosignal umgewandelt. Durch die Übertragung als Lichtimpuls gibt es nahezu keine Störungen, das Signal wird in perfekter, digitaler Qualität empfangen. Optische Kabel gewähren also die höchste Klangqualität.
Wie jeder weiß, kann Licht selbst größte Distanzen in sehr kurzer Zeit zurücklegen. Was im Großen funktioniert, gilt natürlich ebenso im Kleinen. Optische Kabel sind also sehr gut geeignet, wenn man lange Strecken zwischen zwei Geräten überwinden muss. Die Diode, welche das Signal aussendet, muss von ihrer Stärke her jedoch an die Kabellänge angepasst sein. 
Früher verwendete analoge Audiokabel sind deutlich störanfälliger als die modernen Toslink Kabel. Mit diesen muss man sich über störendes Rauschen oder Knacken keine Gedanken machen. Sie sind allerdings in einer Beziehung etwas empfindlicher. 
 
Achtung bei Knicken und Kanten
Es gibt eine Besonderheit, die bei optischen Kabeln beachtet werden muss: Sie sind empfindlich, wenn man sie knickt oder faltet. Dann kann der Glasfaserkern im Inneren beschädigt werden und das Kabel funktioniert nicht mehr. An der schadhaften Stelle werden nämlich die Lichtimpulse nicht oder nur fehlerhaft weiter transportiert und es können keine korrekten Audiosignale ausgegeben werden. Das führt zu einem unangenehmen Rauschen oder zu Stille auf der anderen Seite des Kabels. Optische Kabel sollten also unbedingt locker aufgerollt werden, wenn man sie transportiert, und zudem nicht scharf um Kanten geführt oder geknickt werden.


Mit welchen Geräten lassen sich optische Kabel verwenden?
Bevor man einen Berg optische Kabel einkauft, sollte man zunächst einmal sicherstellen, dass die eigenen Geräte überhaupt über die entsprechenden Anschlüsse verfügen und auf die Übertragung optischer Signale ausgelegt sind. Bei modernen Geräten ist das sicherlich der Fall, älteres Equipment muss daraufhin untersucht werden.
Der Standard eines Toslink Kabels ist der F05-Stecker, die Verbindung funktioniert jedoch auch über einen 3,5-mm-Miniplug. Für alle Stecker sind entsprechende Adapter erhältlich.
Vor dem Einstecken müssen die Kunststoffkappen der Stecker unbedingt entfernt werden. Diese sind manchmal schlecht zu erkennen und können die Buchse beschädigen. Das Kabel muss zudem richtig einrasten, damit das Signal optimal übertragen werden kann.
 
Wie dick und lang sollte ein optisches Kabel sein?
Toslink Kabel sind in verschiedenen Dicken erhältlich, obwohl sie nicht besonders abgeschirmt werden müssen. Dickere Kabel lassen sich leichter knicken, der Glasfaserkern ist weniger empfindlich. Vor der Installation des Heimkinos sollte man sich einen Überblick über die Gegebenheiten verschaffen: Muss das Kabel um eine Ecke gelegt werden? In der Regel reichen hier Kabel von mittlerer Dicke, denn wenn das Equipment erst einmal steht, wird es nicht mehr bewegt oder transportiert. Von der Qualität her unterschieden sich die Kabel jedoch nicht – wenn das Signal ankommt, ist alles in Ordnung.
Bei der Länge gibt es hingegen schon etwas zu beachten. Bis zu fünf Metern Distanz können mit jedem Glasfaserkabel problemlos abgedeckt werden, doch alles, was darüber hinausgeht, erfordert eine bessere Ausstattung. So können etwa günstige Kabel mit Kunststoffleitern im Inneren das Signal meist nicht störungsfrei über diese Entfernung transportieren, da braucht es dann in jedem Fall Glasfasern und vor allem eine starke Diode, die das Lichtsignal sendet. 
 
Wer sich Heimkino-Equipment zulegt, profitiert in den meisten Fällen von den beiliegenden einfachen, optischen Kabeln. Wem diese jedoch nicht genügen, der kann problemlos bessere Kabel anschließen. Optische Kabel sind deswegen so beliebt, weil sie nicht auf einer elektrischen Übertragung beruhen, sondern mit Lichtsignalen funktionieren. Dadurch können keine Masseschleifen entstehen und es gibt keine Störungen. Allerdings sollte man auf das Knicken und Falten der Kabel unbedingt verzichten, denn wenn das optische Kabel im Inneren erst einmal kaputt ist, weil man etwa daran hängenbleibt, kann es nur noch in den Müll geworfen werden.
Es gibt zwar eine Möglichkeit, solche Kabel zu reparieren, die sich „Spleißen“ nennt, diese Technik kommt jedoch nur bei wirklich langen Glasfaserkabeln im professionellen Bereich zum Einsatz.

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