Nach Curiosity: Indien plant eigene Marsmission

16.08.2012, 00:21 Uhr, dpa/ps

Nach der erfolgreichen Landung des NASA-Marsrovers Curiosity planen auch andere Nationen eigene Marsmissionen. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien will ihr eigenes Marsprogramm im kommenden Jahr starten. Die kosten für eine unbemannte Misson werden dabei gerade einmal mit 66 Millionen Euro veranschlagt.


Indiens Premierminister Manmohan Singh hat offiziell den Start einer Marsmission verkündet. Das Kabinett habe kürzlich beschlossen, für wissenschaftliche Zwecke eine Raumsonde zum Mars zu schicken, sagte der Regierungschef am Mittwoch in Neu Delhi während seiner traditionellen Ansprache zum Unabhängigkeitstag. Der Start der Sonde werde für Indien "ein großer Schritt" im Bereich Wissenschaft und Technik werden. Einzelheiten nannte Singh nicht.


Bereits Anfang August waren Pläne für eine indische Marsmission bekanntgeworden. Eine offizielle Bestätigung der Regierung für das ambitionierte Raumfahrtprojekt stand bislang jedoch aus. Indien feierte am Mittwoch den 65. Jahrestag des Endes der britischen Kolonialherrschaft auf dem Subkontinent.
 
Einer Kabinettsvorlage zufolge soll die Sonde Ende November kommenden Jahres starten und nach rund 300 Tagen im September 2014 die Marsumlaufbahn erreichen. Die geplanten wissenschaftlichen Experimente dienten der Erkundung der Oberfläche, des Bodens und der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten. Die Kosten für das von der staatlichen Weltraumforschungsorganisation ISRO geleitete Projekt werden auf umgerechnet nur 66 Millionen Euro geschätzt.
 
Die Marssonde soll von einem in Indien entwickelten Trägersystem transportiert werden, das schon für die Mondmission im Jahr 2008 zum Einsatz gekommen war. Die Mondsonde Chandrayaan-1 hatte unter anderem Wassermoleküle auf dem Erdtrabanten nachgewiesen. Die Mission musste Mitte 2009 jedoch mehrere Monate früher als geplant beendet werden, weil die Verbindung zur Sonde abgerissen war.

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