Netflix will Geoblocking stärker durchsetzen

15.01.2016, 10:12 Uhr, kw

Der global agierende Streaming-Dienst Netflix kündigte an, das Umgehen der Länderschranken stärker zu sanktionieren und den Zugriff auf das Netflix-Angebot anderer Länder zu verhindern.


Regional statt Global: Netflix will sich zukünftig dafür einsetzen, die Ländergrenzen zu respektieren, und kündigte an, Geoblocking stärker umzusetzen. Aufgrund unterschiedlicher Lizenzen kann der Streaming-Dienst in vielen Regionen kein einheitliches Programm anbieten. Mit etwas Technikverständnis ist es den Nutzern bisher jedoch möglich, die Ländergrenzen zu umgehen und auf das Netflix-Angebot anderer Länder zuzugreifen. Dieser Praxis will Netflix nun einen Riegel vorschieben.


In einem Blogeintrag erklärte David Fullagar, Vice President of Content Delivery Architecture bei Netflix, am Donnerstag, das Umgehen der Länderbeschränkungen in Zukunft  verhindern zu wollen. So soll es in den nächsten Wochen nicht mehr möglich sein, mittels Proxy-Servern und anderer Tools, auf das Netflix-Angebot anderer Länder zuzugreifen.
 
Stattdessen will der global agierende Streaming-Dienst langfristig in allen Ländern das gleiche Angebot an Serien und Filmen zur Verfügung stellen. Dieses hoch gesteckte Ziel kann Netflix derzeit jedoch noch nicht umsetzen, weil der Dienst für die Länder, in denen er vertreten ist, unterschiedliche Rechte innehat. "In der Zwischenzeit werden wir unsere Inhalte weiterhin in Einklang mit regionalen Lizenzierungsbeschränkungen bereitstellen und diese auch durchsetzen", so Fullagar.


Derzeit stellt das Umgehen der Länderschranken zwar einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Netflix dar, der Streaming-Dienst hatte diese Praxis jedoch mehr oder weniger toleriert. Im September hieß es von Netflix sogar noch, dass schärferes Vorgehen gegen Verstöße von Geoblocking nicht geplant seien.

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