Spitzenverbände der Behinderten begrüßen Pläne der ARD

21.10.2011, 12:06 Uhr, rh

Die deutschen Spitzenverbände der Behinderten haben die Pläne der ARD zum Ausbau barrierefreier Angebote im Fernsehen begrüßt. Nun erwarten die Verbände, dass die angekündigten Maßnahmen wie geplant bis Ende 2013 umgesetzt werden.


Vertreter des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, des Deutschen Gehörlosen-Bundes und des Deutschen Schwerhörigenbundes sprachen sich bei einem Treffen mit ARD-Vertretern für den Fahrplan der Sendeanstalt aus, teilte der NDR am Freitag mit. "Wir freuen uns über die Vorreiterrolle der ARD beim Thema Barrierefreiheit", so Alexander von Meyenn, Vizepräsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes. Carsten Ruhe vom Bund der Schwerhörigen fügte hinzu: "Besonders begrüßen wir die Pläne für einen weitreichenden Ausbau der Untertitelung im Ersten". Zu dem Treffen beim Norddeutschen Rundfunk hatte NDR-Intendant Lutz Marmot geladen.


Die ARD will bis Ende 2013 alle Erstsendungen im Ersten für gehörlose und schwerhörige Zuschauer mit Untertiteln versehen. Darüber hinaus will die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt künftig alle fiktionalen Formate sowie Tier- und Naturfilme im Hauptprogramm in einer Hörfilmfassung für blinde und stark sehbehinderte Menschen anbieten. In den Dritten Programmen soll der Anteil der untertitelten Sendungen ebenfalls erhöht werden.
 
Werden die geplanten Angebote bis zum angestrebten Zeitpunkt umgesetzt, wäre es für bislang von der GEZ befreite Blinde und Sehbehinderte akzeptabel, die ab 2013 geplante Haushaltspauschale zu zahlen, meinte Hans-Werner Lange, Vizepräsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands.
 
Nach Meinung von NDR-Intendant Lutz Marmor ist das Fernsehen weiterhin das Leitmedium in Deutschland. "Wir sehen es deshalb als Verpflichtung, einen möglichst barrierefreien Zugang zu unseren Angeboten zu ermöglichen", sagte er. Deshalb setze die ARD auf den Ausbau der reichweitenstarken Programme, um damit vielen Menschen "die Teilhabe am Gemeinschaftserlebnis
Fernsehen zu ermöglichen".
 
Am Treffen mit den Spitzenverbänden der Behinderten nahmen Vertreter von BR, NDR, SWR und WDR teil. Derzeit sendet Das Erste nach eigenen Angaben etwa 37 Prozent des Programms mit Untertiteln, die auf der Videotext-Seite 150 verfolgt werden können.

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