"Terror-Propaganda": Deutsche Welle wehrt sich gegen Vorwürfe

20.03.2017, 11:49 Uhr, nis

Der Streit zwischen der Türkei und Deutschland spitzt sich weiter zu. Nun sieht sich auch die Deutsche Welle mit schweren Vorwürfen konfrontiert.


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf bereits den deutschen Behörden "Nazi-Methoden" vor. Vor kurzem sah sich schließlich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt mit denselben Anschuldigungen konfrontiert. Während sich die Situation mit der Türkei und den umstrittenen Wahlkampfauftritten für das Referendum in der Türkei weiter zuspitzt, fliegen verbal und politisch die Fetzen.


Ins Visier dieser Anschuldigungen geriet nun auch die Deutsche Welle. Laut der türkischen Zeitung "Günes" betreibe der deutsche Auslandsfunk "Terror-Propaganda". Als Aufhänger nutzt das Blatt eine Facebook-Live-Übertragung der türkischen Redaktion der Deutschen Welle von der Frankfurter Kundgebung. Einen Screenshot der Übertragung untertitelte die "Günes" mit der Aussage, Deutschland würde türkischen Ministern Auftritte untersagen, PKK-Anhängern allerdings erneut eine Kundgebung genehmigen. Dieser Terror-Marsch sei im deutschen Fernsehen DW live übertragen worden.


DW-Intendant Peter Limbourg äußerte sich kritisch zu diesen Behauptungen und erklärt: "Dieselbe Zeitung hat kürzlich ein Foto der Bundeskanzlerin gedruckt, auf dem sie als Hitler dargestellt wird. Gegen diese Instrumentalisierung der Presse in der Türkei müssen die Medien geschlossen auftreten und die Menschen in der Türkei mit objektiven Informationen versorgen."

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