Wenge: "Große Player haben Zenit überschritten"

10.11.2017, 09:50 Uhr, th

Digitalisierung betrifft inzwischen jede Infrastruktur. Doch sind die großen Konzerne im Jahre 2017 aufgrund ihrer Schwergängigkeit überhaupt in der Lage, beim Thema Weiterentwicklung der Digitalisierung aller Lebensbereiche wirklich innovativ zu sein?


Dr. Hans-Ullrich Wenge, früherer CEO der Kabel Deutschland geht in seiner Kolumne der DF-Schwesterpublikation DIGITAL INSIDER noch einen Schritt weiter: "In der neuen Welt kommen kleinere Aggregatoren für lokale Netze und mobile Dienste wieder zum Zuge. Und auch wenn diese noch etwas Zeit brauchen werden, um durchschlagend erfolgreich zu werden, so ist jetzt schon abzusehen, dass hier die Zukunft liegt, so bitter diese Erkenntnis für die Großkonzerne sein mag", führt der Infrastrukturexperte gedanklich aus. Für die Digitalisierung brauche es jetzt neue Ideen in Deutschland, um digitale Inhalte auf neuen Wegen und mit anderen Vermarktungsansätzen an eine nächste Generation heranzutragen.


Die digitale Zukunft Deutschlands sieht Wenge dabei vor allem in der Hand kleinerer Unternehmen und Startups: "Ich kann nur ermuntern, jetzt den Schritt konsequent zu gehen. Da wird es eine neue Bundesregierung in Deutschland geben, die jetzt die Weichen für die digitale Zukunft stellen kann, u.a. durch die überfällige Desinvestition vom Staatsanteil bei der Deutschen Telekom", schlussfolgert Wenge in seiner Kolumne. Diese Zukunft könne jedoch nicht allein in den Händen von Luxemburg, Großbritannien oder USA liegen. Sie sollte auch generell nicht allein großen Telekommunikationsunternehmen anvertraut sein, die viel zu groß und schwergängig seien, um flächendeckend echte Innovationen in Zeiten des digitalen Umbruchs zu entwickeln, äußert der Telekommunikationsexperte weiter. Diese könnten entstandene Ideen und deren Patente allenfalls zukaufen. Aber dafür müssten diese neuen Ideen ja erst mal entwickelt werden, so Wenge weiter.

Konsolidierung mache für international agierende Investoren zwar weiterhin Sinn. Konsolidierung und mehr Zentralismus habe jedoch noch nie zu bahnbrechenden Erfindungen geführt, so der frühere CEO der Kabel Deutschland in der Publikation DIGITAL INSIDER. Je mehr man personell abbaue, desto weniger freie Kapazitäten würde es für die Entwicklung von Neuerungen geben, befürchtet Wenge.

Weitere Gedanken von Hans-Ullrich Wenge zur heutigen Mediennutzung, der benötigten Infrastruktur und dem notwendigen Wandel finden sich in seiner Kolumne im DIGITAL INSIDER, den es im Abo unter Heftkaufen.de und per App für Android und iOS gibt.

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