Heute bei RTL SternTV: Unfassbare Tierquälerei vor versteckter Kamera

9
11616
© obs/Deutsches Tierschutzbüro e.V.

Die Youtuber von „Vegan ist ungesund“ und Tierrechtler haben in dem Betrieb katastrophale Zustände aufgedeckt. SternTV berichtet über den Fall.

Die Youtuber Gordon Prox und Aljosha Muttardi berichten auf ihrem Kanal „Vegan ist ungesund“ auf humorvolle Weise über das Thema Veganismus. Nun wollten sich die beiden selbst ein Bild über die Nutztierindustrie machen und schlichen sich nachts gemeinsam mit Tierrechtlern in eine Schweinezucht im Münsterland. Die vorgefundenen Zustände in dem Betrieb sind katastrophal: blutende, sterbende und unzählige tote Tiere. Die beiden seien extrem geschockt über die Eindrücke – vor allem auch über die hygienischen Zustände im Betrieb. Aljosha Muttardi, praktizierender Arzt, zeigte sich erschüttert über den massenhaften Einsatz von Antibiotika und anderen Substanzen. Listen vor Ort zeigten auf, dass die Tiere offenbar prophylaktisch kiloweise Antibiotika bekommen. Listen, auf denen tote und getötete Tiere vermerkt werden, zeigten, dass pro Woche bis zu 70 Tiere aktiv getötet werden. Zur Beweissicherung installierten die Youtuber gemeinsam mit Tierrechtlern versteckte Kameras.

Von Oktober bis November wurden so über 2.000 Stunden Videomaterial gesammelt. „Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass ganz offensichtlich kranke und schwache Ferkel nicht tierärztlich versorgt worden sind, sondern einfach so lange auf den Boden geschlagen wurden, bis sie vermeintlich tot waren. Diese gesetzeswidrige Praktik führte offenbar sogar dazu, dass mehrere Tiere überlebten und anschließend qualvoll im Mülleimer verendet sind“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros. Die Kameras dokumentierten aber auch, wie Schweine getreten, geworfen und bespuckt wurden. Zudem zeigen die Bilder, wie tote Tiere achtlos im Gang lagen und wie einige Mitarbeitende den Betrieb betraten und verließen, ohne sich zu desinfizieren.

Das Deutsche Tierschutzbüro hat Strafanzeige gegen den Betreiber der Zuchtanlage sowie gegen Mitarbeitende des Betriebs erstattet. Der Staatsanwaltschaft Münster sowie dem zuständigen Veterinäramt in Warendorf wurde die gesamte Recherche mit allen Dokumenten und dem Videomaterial überreicht. Zudem wurde das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf informiert. Laut Tierschutzgesetz müssen die Täter mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro rechnen, so Peifer abschließend.

RTL SternTV berichtet heute Abend ab 22.15 Uhr erstmals über den Fall. Gleichzeitig wird das Tierschutzbüro ein Video von „Vegan ist ungesund“ veröffentlichen.

Bildquelle:

  • ferkelmastbetrieb: obs/Deutsches Tierschutzbüro e.V.
Die Kommentarfunktion ist noch nicht aktiviert