ARD und ZDF: Digitalkanäle der Weg zur Verjüngung?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Ein gemeinsamer digitaler Jugendkanal von ARD und ZDF könnte den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten das erstrebte junge Publikum im TV bringen. Das glaubt zumindest Udo Hahn,Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing. Die Chancen, dass ein solcher Sender realisierbar sei, erachtet er als gut.

Seit längerem wird bei ARD und ZDF mehr oder weniger offen über die Pläne für einen gemeinsamen Jugendkanal im Fernsehen gesprochen. Laut Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, sei ein solcher Sender für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten absolut sinnvoll. Grund dafür sei die durchschnittliche Altersstruktur des Publikums beider Sender. Da das Durchschnittsalter des Stammpublikums bei 60 beginne, sei der viel zitierte Generationenabriss „ein reales Schreckgespenst.“, so Hahn in einem Beitrag auf dem Portal „Medienpolitik“.

Die Digitalkanäle, die beide Rundfunkanstalten unterhalten, seien dabei der beste Weg, ein jüngeres Publikum anzusprechen. Ein Jugendkanal fehle im digitalen Angebot allerdings noch. Die Einrichtung eines solchen sei jedoch laut dem Direktor der Evangelischen Akademie nicht nur sinnvoll, sondern auch „überhaupt nicht umstritten“. Sowohl Politik, als auch die Gremien der Rundfunkanstalten würden die Pläne für einen solchen Sender öffentlich unterstützen.
 
Dass der oft erwähnte Jugendkanal für ein Publikum zwischen 13 und 29 noch nicht zu Stande gekommen ist, führt Hahn dabei auf den nicht abgeschlossenen Meinungsbildungsprozess innerhalb der ARD zurück. So sei unter anderem zu klären, was ein solcher Sender kosten dürfe. Schwierig dürfte sich außerdem die Frage gestallten, welche ARD-Rundfunkanstalt beim Aufbau des Senders die Federführung übernehmen solle. Auch die Frage, welche bestehenden Digitalkanäle einem neuen Jugendkanal eventuell weichen müssten, sei bislang ungeklärt. Zu guter letzt bliebe die Frage, wie ein neuer Jugendkanal dem trimedialen Anspruch (Fernsehen, Hörfunk und Internet) der jüngeren Generation angesichts der Beschränkungen, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Internet auferlegt sind, gerecht werden könnte.
 
Trotz der ungeklärten Fragen zeigt sich Udo Hahn zuversichtlich, dass es bei den Planungen für einen gemeinsamen Jugendkanal von ARD und ZDF nicht mehr um das „ob“, sondern um das „wie“ geht.  [ps]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

50 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD und ZDF: Digitalkanäle der Weg zur Verjüngung? Nicht mal SWR und WDR konnten sich einigen, dann mit dem ZDF ? Da müssten wohl wirklich höhere Kräfte tätig werden
  2. AW: ARD und ZDF: Digitalkanäle der Weg zur Verjüngung? Tja, und wie sieht er die Chancen, dass so ein Sender vom Zielpublikum auch akzeptiert wird? Realisierbarkeit mag ein Thema sein, das hilft aber nicht, wenn man am potentiellen Publikum vorbei sendet. Was will denn die "Jugend" zwischen 13 und 29 überhaupt sehen, und darf man das vor 23:00 Uhr überhaupt senden?
  3. AW: ARD und ZDF: Digitalkanäle der Weg zur Verjüngung? Was ist denn das wieder mal für eine dürftige und in die Irre führende Überschrift? Wäre "ARD und ZDF: Jugendkanäle der Weg zur Verjüngung?" nicht ziel führender? Auf einem digitalen Kanal kann man alles Mögliche übertragen, auch Programm für Jugendliche
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