Kinderfernsehen fordert Umdenken von TV-Machern

0
13
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Leipzig – Die heutigen Herausforderungen der Informationsvermittlung für Kinder sind vielschichtiger, als bisher angenommen. Fernsehen und Radio alleine reichen schon lange nicht mehr aus.

Anzeige

„Erwachsene stehen manchmal auf dem Schlauch, wenn Kinder wissen wollen, warum beispielsweise die Haare in der Nase kitzeln, wenn man in die Sonne guckt. Für Medienmacher doch eine interessante Herausforderung, oder?“ Mit dieser Oder-Frage leitete die Moderatorin Kate Maleike vom Deutschlandfunk die Diskussion auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland ein.

Christopher Schering, Gründer von Cobra Youth Communications, einer Kinder-Kommunikationsagentur, deutet an, man müsse Kinder da abholen, wo sie sind.Aber auch unter den Kindern gebe es dabei große Unterschiede. Beate Bramstedt, Leiterin der Zentralredaktion der Hauptredaktion Kinder des ZDF, weist wiederum darauf hin, dass viele Kinder Informationen über Geschichten aufnehmen würden, wohingegen Claude Schmit, Geschäftsführer von SuperRTL, den Schwerpunkt gleich auf Unterhaltung und nicht auf Information setzt.Daher kümmere sich sein Sender im TV-Bereich ausschließlich um die Unterhaltung; Informationen und Nachrichten werden nur im Internet angeboten. Als Grundlage für die Entwicklung neuer Formate verfolge SuperRTL, ebenso wie das ZDF, eine zielgruppenorientierte Medienforschung.

Genau daran scheint es aber noch zu mangeln, da Medienpädagogik derzeit noch nicht flächendeckend Inhalt in der Lehrerausbildung sei. Wie soll man Kindern Informationen zeitgemäß näher bringen, wenn man die heutigen Instrumente nicht kennt, oder sie dem Lehrenden nicht zugänglich sind, weil Kommunen ihre Medienzentren nicht konsequent regelmäßig neu ausstatten?
 
Auch die unterschiedlichen Lehrpläne der Länder stehen einer bundesweiten Medienkompetenzkampagne im Weg. Während Erwachsene noch versuchen zu verstehen, wie eine DVD funktioniert, scheint es Kindern heute eher zweitrangig zu sein, ob das Bild auf dem Screen TV-Programm, Internet-Stream, DVD oder IPTV ist. Die zunehmende Konvergenz der Medien mache Kindern Spaß, meint Christopher Schering. Und auch das MDR Figaro Kinder-Hörfunkprogramm Figarino fahre selbstverständlich beide Schienen, so Redaktionsleiter Wolfgang Schultze. Auch wenn das Internet Gefahren in sich birgt, sind sich alle Podiumsgäste darüber einig, dass es zur Lebenswelt der Kinder dazugehöre.
 
Die Oder-Frage vom Beginn der Diskussion wird zum Schluss schließlich von Maya Götz vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) beantwortet: „Vielleicht müssen wir uns davon verabschieden zu denken, wir seien die, die erklären wie was geht – und uns stattdessen mehr auf die Bildung und das Erkennen von Gefahren konzentrieren?“
 [cg]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

0 Kommentare im Forum

Alle Kommentare 0 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum