MDR: Weitere Vorwürfe gegen entlassenen Unterhaltungschef

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der suspendierte Unterhaltungschef des MDR, Udo Foht, hat nach Senderangaben sein Amt in weiteren, bisher nicht bekannten Fällen missbraucht. So soll der 60-Jährige unter anderem gegen Dienstanweisungen und Unternehmensrichtlinien verstoßen haben

Das teilte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Donnerstagabend in Leipzig mit. Am Vortag hatte der Sender berichtet, Foht wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs mit sofortiger Wirkung suspendiert und Strafanzeige erstattet zu haben. Interne Überprüfungen hätten ergeben, dass Foht seine Position missbraucht habe.

So soll er etwa offizielles MDR-Geschäftsbriefpapier für private Zwecke genutzt haben, um Zahlungen von Dritten zu veranlassen. Foht war auch am Donnerstag für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die „Welt“ (Freitagsausgabe) berichtete unter Berufung auf interne MDR-Papiere weitere Details. So soll der Geschäftsführer einer der betroffenen Drittfirmen den MDR am Dienstag über den Vorfall informiert haben.

MDR-Sprecher Dirk Thärichen bestätigte laut Zeitung den Vorgang: „Wir arbeiten an der lückenlosen Aufklärung“. In einer Mitteilung nannte Thärichen am Donnerstag dagegen mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Details und kündigte allgemein an: „Der MDR wird den Vorgang vorbehaltlos, sachgerecht und transparent aufklären. An Spekulationen und Vorverurteilungen werden wir uns aber nicht beteiligen“.

Der MDR hatte am Mittwoch die Staatsanwaltschaft Leipzig eingeschaltet. Für kommenden Donnerstag (4. August) ist eine Anhörung des Unterhaltungschefs geplant. Der MDR prüft weitere arbeitsrechtliche Schritte gegen Foht, der seit 1996 Unterhaltungschef ist.

Erst kürzlich hatte der bisher größte Betrugsskandal im öffentlich-rechtlichen Fernsehen den MDR erschüttert. Der frühere Herstellungsleiter des ARD/ZDF-Kinderkanals (Kika) war zu fünf Jahren und drei Monate Gefängnis verurteilt worden. Der MDR ist beim Kinderkanal federführend. Der einstige Kika-Manager soll mit fingierten Aufträgen und Scheinrechnungen den Erfurter Sender um Millionen geprellt haben. Gegen das Urteil legte sein Verteidiger Mitte Juli Revision ein. [Angelika Röpcke/ar]

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