NDR-Intendant Lutz Marmor: Mehr Glaubwürdigkeit durch Fake News?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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In der aktuellen Debatte um Fake News sieht NDR-Intendant Lutz Marmor auch eine Chance. So könnten die Medien dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnen. Der NDR selbst erzielte in einer aktuellen Studie hohe Glaubwürdigkeit beim Publikum.

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NDR-Intendant Lutz Marmor sieht in der gesellschaftlichen Debatte um gefälschte Nachrichten auch eine große Chance für viele Medien, an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Je stärker die Menschen die Diskussionen um Fake News wahrnähmen, desto mehr schauten sie auf die Quellen. „Es ist derzeit wie in der Arztpraxis. Da gibt es die einen Patienten, die aufgeklärt mit einer vernünftigen Einordnung ihrer Informationsquellen über Krankheiten umgehen, aber auch die anderen, die mit den tollsten Theorien aus ungesicherten Quellen beim Doktor erscheinen“, sagte Marmor der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Laut der jährlich vom NDR in Auftrag gegebenen Trendstudie bekommt der Sender erneut hohe Werte bei Glaubwürdigkeit (84 Prozent, Vorjahr 86 Prozent) und Vertrauen (81 Prozent, Vorjahr: 82 Prozent). „Wir leben in einer Zeit, in der um Journalismus gestritten wird. Wir müssen daher um die Menschen kämpfen, die sagen: ‚Wir vertrauen dem NDR nicht.'“, sagte Marmor. „Der alte Grundsatz der Branche „Sei schnell, aber vor allem sei richtig“, ist immer schwieriger durchzuhalten in einer Zeit, wo Druck entsteht, wenn man fünf Minuten später angeblich schon hinten dran ist.“
 
Marmor (62), der der drittgrößten ARD-Anstalt seit neun Jahren vorsteht, setzt darauf, noch transparenter zu machen, dass es Redaktionskonferenzen gebe, diskutiert und gestritten werde. Die Journalisten müssten anders als früher noch mehr erklären, was sie täten. „Es gibt ja oft die Frage: wer entscheidet denn, wann eine Nachricht kommt und wann nicht?“. Allerdings will der Intendant die Offenheit auch nicht als Arbeitsnachweis missverstanden wissen: „Die Mehrheit der Menschen sagt auch, wie ihr Nachrichten macht, das ist zwar interessant. Aber ich will auch nicht wissen, wie der Bäcker das Brot macht, es reicht mir zu wissen, dass es schmeckt.“
 
Selbstkritisch gibt sich Marmor im Jahr bei der politischen Berichterstattung: „Wir müssen öfter auch Zweifel zulassen. Wichtig ist sicherlich, ob wir Journalisten eher mit Eliten umgehen, oder ob wir noch bei den Leuten sind. Wir berichten über Mächtige, haben eine kritische Distanz, aber wir dürfen den Kontakt zu den Leuten nicht verlieren“. 

[dpa/kw]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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7 Kommentare im Forum

  1. Ich höre täglich mehrere Stunden NDR-Info. Von kritischer Distanz zu unseren Mächtigen ist da nichts zu spüren. Die Speichelleckerei ist manchmal schon mehr als peinlich. Objektivität geht anders, Herr Marmor & Co.
  2. Wichtig wäre noch zu unterscheiden, zwischen wichtig, unwichtig, überflüssig. Das sich z.B. ein A, B, C - Promipaar getrennt hat bedarf keiner "Eilmeldung"
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