Deutsche Welle: Protest gegen Verbot in Russland

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Deutsche Welle; © Deutsche Welle
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Anfang Februar sprachen deutsche Medienregulierer ein Verbot gegen den russischen Sender RT DE aus – prompt folgte ein Verbot der Deutschen Welle in Russland.

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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat das von Russland gegen die Deutsche Welle (DW) verhängte Sendeverbot scharf kritisiert. „Das Vorgehen Russlands gegen die Deutsche Welle ist ein massiver und willkürlicher Angriff auf die Pressefreiheit, den wir scharf verurteilen», twitterte Wüst am Donnerstag. Die Deutsche Welle mit Sitz in Bonn stehe für unabhängigen Journalismus und den Austausch der Kulturen und Völker. „Das ist ihr klarer Auftrag.“ Mit dem Sendeverbot hatte Russland auf ein Sendeverbot des deutschsprachigen TV-Programms seines Staatssenders RT in Deutschland reagiert.

Ob man den eigenen Ansprüchen bei der Deutschen Welle immer vollends gerecht wird, ist indes auch nicht ganz glasklar. Schließlich beendete man erst kürzlich eine Zusammenarbeit mit einem Partnersender nach dem „Bekanntwerden von antiisraelischen und antisemitischen Kommentaren und Karikaturen in den Sozialen Medien, die vom Sender verbreitet wurden“. Zuvor hatte das Magazin „Vice“ über den Sender Roya TV und Posts im Netz berichtet. Die DW betonte, sie bedauere ihre ursprüngliche Einschätzung, dass Roya TV „nicht israelfeindlich“ sei.

Deutsche Welle: „Absurde Reaktion“

DW-Intendant Peter Limbourg äußerte sich am heutigen Donnerstag wie folgt zum Verbot des Senders in Russland: „Die Maßnahmen der russischen Behörden sind in keiner Weise nachvollziehbar und eine völlige Überreaktion. Wir werden hier in einer Weise zum Spielball gemacht, wie es Medien nur in Autokratien erfahren müssen. Wir protestieren in aller Form gegen diese absurde Reaktion der russischen Regierung und werden den Rechtsweg beschreiten, um gegen die angekündigten Maßnahmen vorzugehen. Bis uns die Maßnahmen offiziell zugestellt werden, berichten wir weiter aus unserem Büro in Moskau. Selbst, wenn wir es letztendlich schließen müssten, würde unsere Berichterstattung über Russland dadurch nicht beeinträchtigt. Vielmehr würden wir die Berichterstattung deutlich verstärken.“

Quellen: dpa / DW / DF

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  • DeutscheWelle_4: © Deutsche Welle
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14 Kommentare im Forum

  1. Ohne Deutsche Welle wird natürlich in Russland in Kürze die absolute Panik ausbrechen, schlimmer als ein Totalausfall der Wodka Produktion.
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