Haseloff will ARD-Zentrale in Halle

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Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff (CDU) soll mit zwei Briefen an die Öffentlich-Rechtlichen für große Diskussionen gesorgt haben. Darin spricht er sich auch für eine ARD-Zentrale im eigenen Land aus.

Ab dem 1. Januar 2021 soll der GEZ-Beitrag um 86 Cent auf 18,36 Euro pro Monat angehoben werden – das hatten am 12. März die Länderchefs beschlossen. Einzig der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, hatte sich enthalten.

Die Landesverbände von CDU, AfD und Linke im Bundesland lehnen die für die Erhöhung nötige Änderung des Rundfunkstaatsvertrags ab. Am 5. Juni soll dazu dann erneut beraten werden.

Ende April äußerte sich Haseloff dann in zwei Briefen an die Intendanten von ARD, Deutschlandradio und ZDF zu mehreren Themen: Im ersten Brief spricht sich Haseloff für mehr Sparsamkeit der Sender aus. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Öffentlich-Rechtlichen, kurz KEF, habe vermehrt zu mehr Transparenz und Sparmaßnahmen der Sender gefordert.

Als Beispiel für zu hohe Gehälter führte Haseloff laut der Hallenser „Volksstimme“ den seiner Ansicht nach schwer zu erklärenden Unterschied zwischen einem ARD-Intendanten und dem Bundespräsidenten an haben: Tom Buhrows Jahresgehalt soll rund 400.000 Euro betragen, während das des Bundespräsidenten bei 214.000 Euro liegen soll. Haseloff fordert daher die Einhaltungen der KEF-Forderungen sowie darüber hinaus niedrigere Gehälter. Auch Sachsens Ministerpräsident Kretschmer von der CDU soll sich ebenfalls für eine Verpflichtung der Sender zu Einsparungen ausgesprochen haben.

Im zweiten Brief macht er sich für eine ARD-Landeszentrale in Sachsen-Anhalt, in Halle, stark, weil die 40 Einrichtungen in Deutschland immer noch ungleichmäßig auf Ost und West verteilt seien: Gerade einmal zwei Einrichtungen, der KiKa in Erfurt und die ARD-Hauptstadtzentrale, befänden sich im Osten.

In der ARD sollen die Briefe für Unruhe gesorgt haben. So soll laut „Handelsblatt“ der Intendant des Bayerischen Rundfunks Ulrich Wilhelm im Bezug auf die Forderung einer ARD-Landeszentrale in Halle als Erpressung werten, auch wenn sein Sprecher verkündete, dass man grundsätzlich nichts gegen die Ansiedlung einer Landeszentrale in östlichen Bundesländern habe. Die anderen Rundfunkanstalten stünden Haseloffs Vorschlägen dem Bericht nach offener gegenüber.

In der „FAZ“ kündigte Tom Buhrow wiederum Einsparungspläne von ARD, ZDF und Deutschlandradio bis 2028 in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro an.

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  • rundfunkbeitrag2019: © Auerbach Verlag

35 Kommentare im Forum

  1. Wer redet denn von Umzug? Mit dem Bau einer eigenen Zentrale verwalten die selber die Rundfunkgebühren für ihr Bundesland.Und irgendwann ist die Zentrale in Köln als Gesamteintreiber überflüssig.Das spart dann Hunderttausende Euro.
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