Raumfahrt Aktuell: Action wie in „Armageddon“ und Weltraum-Riesen

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Die früheren Raumfahrt-Kontrahenten Russland und USA planen weitere Kooperation, Die Nasa plant Asteroiden-Abschuss wie in „Armageddon“ und Astronauten wachsen in der Schwerelosigkeit – die Space-News der Woche in Raumfahrt Aktuell.

Weltraum-Kooperation zwischen Russland und USA?

Russland will künftig eigene Kosmonauten auch mit US-amerikanischen Raumschiffen zur Internationalen Raumstation ISS schicken. Es seien bereits vier Kandidaten dafür ausgewählt worden, sagte der Chef des Kosmonauten-Ausbildungszentrums, Maxim Charlamow, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Interfax. Die Bewerber müssten aber zunächst noch von einer staatlichen Kommission genehmigt werden. 

Seit Frühjahr vergangenen Jahres heben bemannte Flüge zur ISS wieder von amerikanischem Boden ab. Zuvor waren Astronauten der US-Raumfahrtbehörde Nasa mit russischen Sojus-Raketen vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All geflogen. Die Nasa setzt auf den Raumtransporter „Crew Dragon“ des privaten Unternehmens SpaceX. Kosmonauten waren zuletzt aber weiter mit eigenen Raketen zum Außenposten der Menschheit aufgebrochen.

Mit der Nasa sei eine grundsätzliche Einigung getroffen worden, dass Kosmonauten mit amerikanischen Raumschiffen und Astronauten wieder mit russischen Raketen zur ISS fliegen, sagte der für bemannte Flüge bei der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zuständige Direktor Sergej Krikaljow. Die Dokumente dazu würden noch vorbereitet.

Weltraum-Action wie in „Armageddon“

Nicht weniger als die „zukünftige Sicherheit der Erde“ stehe auf dem Spiel, sagt Clayton Kachele. Der Manager ist bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa verantwortlich für die Mission „Dart“ (Double Asteroid Redirection Test), mit der erstmals eine Sonde absichtlich in einen Asteroiden gesteuert werden soll, um dessen Flugbahn zu verändern. Die Sonde soll am Mittwoch (24. November) vom US-Bundesstaat Kalifornien aus starten und kommenden Oktober in den Asteroiden Dimorphos krachen.

  • Raumfahrt Aktuell: Hier gibt es die vergangenen Ausgaben der Zusammenfassung

Das erinnert an Hollywood-Filme wie „Armageddon – Das jüngste Gericht“, in dem 1998 Stars wie Bruce Willis und Ben Affleck in kürzester Zeit mit einem komplizierten und gefährlichen Manöver einen direkt auf die Erde zurasenden Asteroiden zerstörten. „Dart“ sei allerdings „wahrscheinlich keinen Asteroiden-Film wert“, sagt Nasa-Manager Kachele. Die rund 330 Millionen Dollar (rund 290 Millionen Euro) teure Mission ist unbemannt und Dimorphos rast auch nicht auf die Erde zu, sondern es handelt sich um einen ersten vorsichtigen Versuch, ob es möglich sein könnte, die Flugbahn eines Asteroiden auf diese Weise abzuändern. „Aber es ist großartig, dabei helfen zu können, unseren Planeten und kommende Generationen zu schützen.“

Astronauten wachsen im Weltraum

Bei einem Flug ins All werden Astronautinnen und Astronauten in der Schwerelosigkeit größer. „Die Bandscheiben dehnen sich aus und man wächst in den ersten 24 Stunden um durchschnittlich fünfeineinhalb Zentimeter in die Länge“, sagte die Weltraummedizinerin Bergita Ganse der Deutschen Presse-Agentur im saarländischen Homburg. Aber:“Wenn man auf die Erde zurückkommt, schrumpft man wieder auf die Ausgangsgröße zurück“, sagte die Professorin, die an der Universität des Saarlandes lehrt – und die sechsmonatige Mission des saarländischen Astronauten Matthias Maurer (51) auf der Internationalen Raumstation ISS genau verfolgt.

Eine weitere kurzfristige Veränderung, die auch Weltraumtouristen erlebten, sei eine Flüssigkeitsverschiebung (fluid shift) im Körper Richtung Oberkörper und Kopf. „Die führt dazu, dass man in den ersten 24 Stunden 1,5 Liter Wasser auspinkelt – und dass man ein sehr dickes Gesicht und ganz dünne Beine bekommt“, sagte Ganse, die zuvor auch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln gearbeitet hat. Erklärung: Normalerweise zieht die Schwerkraft das Wasser in die Beine, aber in der Schwerelosigkeit gibt es das nicht.

Bildquelle:

  • sts111-306-012_orig: nasa.gov

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