PVR-Problem: Festplatten-Engpass nach Thailand-Flut bleibt akut

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Fünf Monate nach den Überschwemmungen in Thailand ist das Produktionsvolumen von Festplatten weiterhin rückläufig, was auch Hersteller von Digital-Receivern vor Probleme stellt. Nach den bereits reduzierten Stückzahlen im Vorjahr befürchten Marktforscher nun einen weiteren Verlust von bis zu 40 Prozent.

Im Rahmen neu veröffentlichter Geschäftszahlen von Receiver-Herstellern und Spekulationen über die andauernden Lieferschwierigkeiten von Hard-Disk-Laufwerken (HDD) aus Thailand müsse die Jahresvorhersage von Set-Top-Boxen und Rekordern erneut angepasst werden. Wie das britische Marktforschungsinstitut IMS Research am Mittwoch verlautbarte, sei im Verlauf des Jahres mit einem weiteren Volumenverlust von 30 bis 40 Prozent zu rechnen.
 
Technicolor gab am Freitag im Jahresumsatzbericht bekannt, dass die fehlenden Lieferungen aus Südostasien den Firmengewinn bereits signifikant verringert haben. Auch der weltgrößte Set-Top-Box-Hersteller Pace musste bereits mehrere Gewinnwarnungen abgeben und hat aus Sparzwang bereits das Management umstrukturiert (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). Vorhersagen, wann sich die Branche erholen wird, basieren nun zu großen Teilen auf den Erwartungen des Festplattenherstellers Western Digital, betonte Anna Maxbauer, Senior Analyst bei IMS Research.

Die Überschwemmung wichtiger HDD-Produktionsstätten in Thailand hatte die Produktion des US-amerikanischen Konzerns zeitweise lahm gelegt und schließlich um 30 Prozent verringert. Bis Ende des Jahres will Western Digital jedoch das ursprüngliche Produktionslevel wieder erreichen. Konkurrent Seagate hingegen war von den Fluten selbst nicht sehr stark betroffen, ist allerdings noch immer durch Unterbrechungen der örtlichen Produktionslinien gehandicapt.
 
Durch die Lieferengpässe entstandene Preissteigerungen werden hauptsächlich von den Receiver-Herstellern sowie Pay-TV-Anbietern abgefedert, um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Maxbauer zufolge dürften daher Pay-TV-Kunden die Preissteigerung nicht so stark wahr nehmen, weil die Receiver-Mieten stabil bleiben. Festplatten-Hersteller räumen Produzenten von Set-Top-Boxen zudem im Rahmen mehrjährige Rahmenverträge in der Regel fixe Konditionen und Rabattstaffeln ein.
 
Die Preissteigerungen im Harddisc-Bereich von bis zu 20 Prozent würden sich wahrscheinlich nicht durch das gesamte Jahr ziehen, betonte die Analystin. Zwar stehe eine Steigerung der durchschnittlichen Verkaufspreise im laufenden Jahr zunächst zu erwarten, allerdings sollen die Preise spätestens im Schlussquartal auch schnell wieder fallen.      [sv]

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