ARD und ZDF geben Videoplattform „Germany’s Gold“ auf

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Das gemeinsame Video-on-Demand-Portal von ARD und ZDF ist offenbar vom Tisch. Da sich „Germany’s Gold“ nach Vorgaben des Bundeskartellamts nicht mit wirtschaftlicher Perspektive auf die Beine stellen lässt, geben die Partner das Projekt nun auf.

Nachdem der Start der gemeinsam von ARD und ZDF betriebenen Videoplattform „Germany’s Gold“ bereits in den letzten Wochen immer unwahrscheinlicher wurde, ist das Projekt nun gänzlich vom Tisch. Wie die beteiligten Partner am Montag in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gaben, wird das Video-on-Demand-Projekt nicht weiter fortgeführt. Man habe kein Konzept gefunden, mit dem sich „Germany’s Gold im Rahmen der Vorgaben des Bundeskartellamts mit einer wirtschaftlichen Perspektive realisieren ließe, wie es in der Begründung hieß. Daher habe man die geplante Videoplattform aufgegeben.

Das Bundeskartellamt hatte im März bemängelt, dass ARD und ZDF auf einer gemeinsamen Verleih-Plattform die Preise und die Auswahl der Videos miteinander Koordinieren würden. Zudem seien die geplanten Inhalte der Plattform gebührenfinanziert, weshalb bereits deshalb erhebliche Wettbewerbsschäden verursacht würden. Nach Ansicht der Kartellbehörde seien ARD und ZDF jedoch Wettbewerber und müssten ihre Produkte daher unabhängig voneinander vermarkten. Die Bedenken könnten laut Kartellamt nur dann ausgeräumt werden, wenn ARD und ZDF von einer gemeinsamen Vermarktung abrücken und nur auf technischer Ebene beim Betrieb der Plattform zusammenarbeiten würden.
 
Im Sommer wurde daraufhin geprüft, wie sich das Ausscheiden eines Gesellschafters – laut Insiderkreisen soll dies die ZDF-Tochter ZDF Enterprise gewesen sein – auf die geplante Plattform auswirken würde. Offenbar mit negativem Ergebnis, wie nun klar wird.
 
Das die Videoplattform „Germany’s Gold“ nun vom Tisch ist, kommt dabei keineswegs überraschend. Seitdem das Bundeskartellamt seine Bedenken kund getan hat, wurden immer mehr Zweifel über den Start des Projekts geäußert. Erst vor wenigen Tagen hat auch ZDF-Intendant Thomas Bellut eine Bedenken hinsichtlich der Realisierbarkeit des Projekts bekundet. Man müsse sich mit dem Gedanken anfreunden, es zu lassen, sollte es keine realistische Basis für eine Realisierung geben, so Bellut. Dieser Fall ist nun eingetroffen. [fm]

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20 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD und ZDF geben Videoplattform "Germany's Gold" auf Oh je, vor was wurdest Du denn gerettet? Die kommerziellen Töchter von ARD und ZDF `(nicht ARD und ZDF, auch wenn von Digitalfernsehen immer wieder behauptet) und ein paar Produzenten möchten ein deutsches VOD-Portal ihre Inhalte aufbauen. Das Kartellamt sagt mal wieder nein. Was ist die Konsequenz? Ein ausländisches, vorwiegend amerikanisches Unternehmen wird den Markt machen (z.B. Netflix). Und wir sind alle glücklich, weil es ja völlig abzulehnen ist, dass ARD und ZDF im kommerziellen Bereich zusammenarbeiten. Das ein ARD und ein ZDF Portal nebeneinander wirtschaftlich keinen Sinn macht, ist jetzt nicht weiter überraschend. Wie schon bei der Ablehnung von Amazonas (VOD Portal von RTL und ProSiebenSat.1), als auch bei der Ablehnung der Fusion von Springer mit ProSiebenSat.1 zeigt das deutsche Kartellamt, dass wettbewerbsfähige deutsche Player für sie ein Graus sind.
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