StreamParty: Weltweit gemeinsam Filme und Serien schauen

5
2854
© Andrey Popov/stock.adobe.com, adimas/stock.adobe.com
Anzeige

Mit StreamParty lassen sich Filme und Serien diverser Streamingdienste gemeinsam schauen, und das weltweit. Ein interessantes Konzept, welches wir hier gerne ausführlich vorstellen.

Die neuen Medien und das Internet brachten schon in der Vergangenheit einige neue Wortschöpfungen zur Welt, die ihren Eingang auch in den Duden hielten. Man denke als Beispiel nur an „simsen“ oder „googlen“. Nun ist es Zeit, sich eine neue Wortschöpfung zu merken „StreamParty“. Der gleichnamige Dienst streamparty.com setzt sich aus Streaming und Party zusammen. Wer nun aber glaubt, dass sich Menschen hier zu einer StreamParty in den eigenen vier Wänden verabreden, der hat nur teilweise recht: verabreden ja, aber an verschiedenen Orten. Wie geht das und vor allem, was bietet dieser neue Dienst?

Deutsche Erfindung

StreamParty wurde schon 2019 von Malte Granderath erfunden, als er von seiner Freundin getrennt in Irland bei einem Praktikum saß. Damals versagten entsprechende Tools wie Netflixparty dauernd und Malte war davon genervt. Er wolle mit seiner Freundin Quality Time verbringen. Malte studierte gerade an der TU München und machte seinen Master in IT. Also beschloss er, sein eigenes Tool zu schreiben. Dass daraus zwei Jahre später ein weltweit agierender Dienst entsteht, hatte er da sicherlich noch nicht vor Augen. StreamParty ermöglicht ihm und allen anderen Nutzern genau das: Egal wo sich Menschen weltweit aufhalten, sofern Sie Zugriff auf einen Computer und ein streamingfähiges Internet haben, können Sie sich zum gemeinsamen Streamen verabreden. Daraus entstand im April 2020 die StreamParty GmbH mit Sitz in Willich mit damals schon über 1 000 registrierten Kunden. Im Mai 2020 nahm der Dienst nach dem Beta-Test seinen regulären Betrieb mit immerhin inzwischen 15 000 Kunden auf. Ein weiterer Meilenstein war der Dezember 2020 mit dem Launch der Plattform in der Version 2.0. Da nutzten schon mehr als 45 000 Nutzer aus über 30 Ländern StreamParty. Zudem ist der Dienst seit dieser Zeit unter der Domain streamparty.com erreichbar.

Auf dem Startbildschirm finden wir schon eine Auswahl an öffentlichen StreamPartys. Laufende Partys werden ganz oben angezeigt
Auf dem Startbildschirm finden wir schon eine Auswahl an öffentlichen StreamPartys. Laufende Partys werden ganz oben angezeigt

Wie funktioniert die Plattform StreamParty?

Die Webseite von StreamParty ist grundsätzlich von jedem mobilen oder stationären Internetgerät erreichbar, welches über einen Webbrowser verfügt. Allerdings nützt der reine Zugang zu streamparty.com noch nicht viel. Dort kann man sich aber zunächst einmal umschauen und sich über den Dienst informieren. Außerdem lässt sich über die Webseite eine Datenbank mit Filmen und Serien der unterstützten Streamingdienste durchstöbern. Momentan sind dort schon mehr als 80 000 Filme und Serien hinterlegt. Nicht ohne Stolz weist StreamParty darauf hin, dass sein Dienst als einziger seiner Art alle Vorgaben der EU-Datenschutzverordnung einhält. Zudem gibt es Zugriff auf einen Service-Chat, der Kunden in 30 Sprachen weiterhelfen kann. Will man StreamParty nutzen, so ist neben einer Registrierung die Installation eines Browser-Plugins erforderlich.

Wenn wir uns für eine öffentliche Party interessieren oder zu einer privaten Party eingeladen wurden, können wir dieser beitreten
Wenn wir uns für eine öffentliche Party interessieren oder zu einer privaten Party eingeladen wurden, können wir dieser beitreten

Hardware-Voraussetzungen zur StreamParty-Nutzung

Eine solche Erweiterung gibt es für die beiden beliebtesten Browser: Google Chrome und Mozilla Firefox. Natürlich plant StreamParty auch weitere Funktionen und Zugangswege. So arbeiten die Programmierer bereits an einer eignen App für Windows und Mac. Die erforderlichen DRM-Lizenzen hat die Plattform bereits von Google erhalten. Dann wird die Nutzung von StreamParty auf diesen Geräten bald noch einfacher als bisher. Aber auch mit den Browser-Erweiterungen lässt sich die Plattform schon wunderbar einsetzen. Doch bevor es richtig losgeht, müssen sich Interessierte zunächst einmal registrieren. Sehr lobenswert: Mit einer dauerhaft kostenlosen Mitgliedschaft können alle Funktionen der Plattform ganz unverbindlich ausprobiert und angetestet werden. So lassen sich hier schon beliebig viele öffentliche Partys und immerhin vier Stunden private Partys mit bis zu drei Personen planen. Teilnehmen können Gratis-Nutzer an beliebig vielen Partys, die von Freunden oder anderen Mitgliedern gestartet wurden. Zwei kostenpflichtige Abo-Pakete erlauben dann auch unbegrenzte Privatpartys mit bis zu 6 Personen („Premium“ für monatlich 4 Euro oder vierteljährlich 9 Euro) und bis zu 50 Personen („Business“ für monatlich 5 Euro oder vierteljährlich 12 Euro). Pluspunkt: Eine Kündigung ist jederzeit zum Ende der Laufzeit möglich. 

Eine StreamParty besteht immer aus dem Streming-Bildschirm links und dem Chat rechts. Dort können wir auch einen Videocall starten
Eine StreamParty besteht immer aus dem Streming-Bildschirm links und dem Chat rechts. Dort können wir auch einen Videocall starten

Welche Dienste funktionieren für die Party?

Neben einem Account bei streamparty.com ist zum Betrieb natürlich auch der Zugang zu den unterstützten Streamingdiensten erforderlich. Dieser ist im Abo nicht enthalten und muss – sofern ein kostenpflichtiger Dienst genutzt werden soll – separat beim Streaminganbieter gebucht werden. Im Rahmen der Möglichkeit, Zugänge beim Streamingdienst zu teilen, ist natürlich auch ein Sharing des Zuganges beispielsweise bei Netflix denkbar. Unterstützt werden momentan die populären Dienste Netflix, Disney+, Joyn, und Prime Video in den Länderversionen für Deutschland, Nordamerika, Großbritannien und Japan. Ohne zusätzliche Gebühren können zudem Inhalte von Youtube in StreamPartys genutzt werden.

Derzeit kann StreamParty mit den Streamingdiensten Disney Plus, Joyn, Netflix und Prime Video (DE, UK, GB, JP) genutzt werden
Derzeit kann StreamParty mit den Streamingdiensten Disney Plus, Joyn, Netflix und Prime Video (DE, UK, GB, JP) genutzt werden

Nutzung in der Praxis

StreamParty ist dabei stets nur der Vermittler der Streamingdienste und steuert während der Party die Wiedergabefunktionen wie Standbild oder Spulen. Je nach Freigabe kann nur der Initiator, andernfalls auch der oder die anderen Teilnehmer beliebig spulen oder anhalten. Das passiert dann bei allen Partygästen synchron. Wir haben es natürlich im Testlabor ausprobiert und waren von der Präzision begeistert. So spielte die Plattform unsere Testmedien fast lippensynchron ab, sodass der Ton eines Users unter Laborbedingungen ausreichte, um auch den Inhalt auf dem anderen Monitor problemlos mitverfolgen zu können. 

StreamParty ist im kleinsten Paket kostenlos. Eine Anmeldung genügt
StreamParty ist im kleinsten Paket kostenlos. Eine Anmeldung genügt

Wie läuft eine StreamParty ab?

Die Idee hinter den StreamPartys haben wir geklärt. Wie aber funktioniert eine Party nun im Detail? Zunächst muss ein Mitglied als Host eine StreamParty erstellen. Hier stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder sucht dieser den Inhalt aus der umfangreichen Datenbank von streamparty.com aus und klickt dort auf „StreamParty erstellen“ oder er klickt den neutralen Button „StreamParty erstellen“ auf der Startseite an. In der ersten Variante steht sofort der Inhalt als Party bereit, bei der Suche über den Streamingdienst muss dieser zunächst auf der sich öffnenden Einstellungsseite ausgewählt werden. Dort navigiert der Ersteller (Host) zum gewünschten Film oder der Serie. Anschließend legt er fest, ob es eine private oder öffentliche Party werden soll und nimmt die Einstellungen zur Steuerung vor. Bei öffentlichen Partys kann hier die maximale Nutzeranzahl (abhängig vom gewählten Abo) ausgewählt werden. Maximal 50 Teilnehmer sind möglich. Wird eine private Party gewählt, kann hier die Steuerung auf den Host begrenzt und auf Wunsch ein Videoanruf aktiviert werden. Schließlich wird noch der Zeitpunkt eingestellt, ab dem die Party beginnen soll. Öffentliche Partys erscheinen auf der Startseite von StreamParty.com, bei privaten Partys muss anschließend noch ein Einladungslink verschickt werden. Selbstverständlich lassen sich aber auch öffentliche Partys teilen und können über verschiedene soziale Medien bekannt gemacht werden. 

So wird die Party gestartet

Ist alles eingerichtet, muss der Host nur noch zum gewählten Zeitpunkt die Party starten. Das ist übrigens in jedem Fall erforderlich. Wird die Party nämlich nicht gestartet, so schließt die Party nach fünf Minuten automatisch. Ist der Start erfolgt, können sich die eingeladenen Gäste bei einer privaten Party oder jedermann bei öffentlichen Partys einwählen und mitschauen. Grundvoraussetzung ist aber immer, dass der Partygast ebenfalls einen Zugang zum gewählten Streamingdienst hat. Während der Party ist dann der Chat mit anderen Teilnehmern und bei Privatpartys auch ein Videocall mit bis zu 6 Teilnehmern möglich. Unser Workshop zeigt die Einrichtung und den Start einer Party im Detail.

Workshop: In 10 Schritten zur StreamParty auf Netflix, Amazon Prime, Disney+, Joyn & Co.

1. Nachdem wir uns bei dem Dienst registriert haben, klicken wir zum Erstellen einer Party auf „Streamparty erstellen“:

Nachdem wir uns bei Dienst registriert haben, klicken wir zum Erstellen einer Party auf „Streamparty erstellen“

2. Im sich öffnenden Fenster wählen wir nun den gewünschten Dienst aus

3. Es öffnet sich ein weiteres Fenster zur Auswahl des Inhaltes:

4. Der Inhalt wird übernommen

5. Wir wählen „Öffentlich“ oder „Privat“…

6. … vergeben einen Namen

7. eine Teilnehmerzahl…

8. … und einen Termin an dem alle frei haben

9. Nun müssen wir nur noch auf „Party planen“ klicken

10. Optional können wir die Party auf verschiedenen Plattformen teilen

Unser Fazit zu StreamParty

Mit nur wenigen Schritten lässt sich eine StreamParty einrichten und planen. Sowohl private als auch öffentliche StreamPartys können auf diese Weise angelegt werden. Andere Nutzer lassen sich über diverse soziale Medien zum Mitschauen einladen. Voraussetzung für alle Teilnehmer ist immer, dass diese auch ein Abo beim entsprechenden Streamingdienst abgeschlossen haben. Einzige Ausnahme: YouTube lässt sich mit StreamParty kostenlos in der werbefinanzierten Grundversion nutzen.

Bildquelle:

  • Teaser_Streamparty: © Andrey Popov/stock.adobe.com, adimas/stock.adobe.com

5 Kommentare im Forum

  1. Wer es braucht, soll es machen. Ich brauche es nicht wirklich. Disney+ hat auch so eine Funktion und die habe ich noch nie genutzt.
  2. unsere Kids nutzen es sehr oft seit der Corona Pandemie. Für sie oft die einzige Möglichkeit sich mit Freunden zu 'treffen', da ja Kino schon lange nicht mehr möglich ist
Alle Kommentare 5 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum