Sherlock Holmes

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„Kombiniere, Watson, kombiniere.”

Mit seinen Detektivgeschichten schuf Sir Arthur Conan Doyle einen der ersten großen Hypes um eine fiktive Figur. Über 120 Jahre später ermittelt der König der Kriminalisten immer noch: gewitzter, fitter und bodenständig er als je zuvor. Alle kennen ihn unter dem Namen Sherlock Holmes.

Entgegen Holmes‘ ständiger Ermahnungen, die Geschehnisse doch bitte in chronologischer Reihenfolge wiederzugeben, beginnen wir mit dem derzeitigen Stand um die schon so oft verfilmte Legende.
 
Sherlock Holmes vorzustellen, gleicht dem Vorhaben, den Weihnachtsmann oder den Osterhasen zu beschreiben. Er ist eine dieser elementaren Figuren, die sich in das Kulturgedächtnis der westlichen Gesellschaft eingebrannt haben. Selbst in Japan gibt es die Sherlockianer (oder auch Holmesianer), wie sich seine größten Fans nennen. Und auch wenn sein Schöpfer, Sir Arthur Conan Doyle, bereits vor fast 80 Jahren verstarb, lebt der Mythos in vielen Produkten weiter, die den Pfeife rauchenden Exzentriker samt markantem Deerstalker-Hut zeigen. Neben den 56 Kurzgeschichten und vier Romanen Conan Doyles gibt es inzwischen zahllose Video- und Hörspiele, Fanfictions, Theaterstücke, Comics, Mangas und natürlich auch Filme mit dem Meisterdetektiv. In dem neuesten Leinwandabenteuer wagt Regisseur Guy Ritchie („Snatch“, „RocknRolla“) eben das, was wir zu Anfang für unmöglich erklärt haben: Er stellt dem Publikum Sherlock Holmes vor – den „neuen“ Sherlock Holmes, wohlgemerkt.

Sherlock-Holmes-Galerie

Zusammen mit dem Holmes-Darsteller Robert Downey Jr. interpretierteRitchie den größten aller Ermittler auf eine Weise, die ihm zeitgemäßererschien: Mehr Action, mehr Spannung und mehr Abenteuer bevölkern nundas viktorianische London um 1893. Die Themse durchzieht die Metropolewie eine Vene und versorgt sie über Handelsschiffe mit lebensnotwendigenGütern. Die Tower Bridge befindet sich immer noch im Bau, die SkylineLondons ist gesäumt von rauchenden Schornsteinschloten, die die Stadt inunheilvollem Smog versinken lassen. Die Kamera sinkt herab auf dasschmutzige Kopfsteinpflaster, nur um Zeuge einer Verfolgungsjagd zuwerden.
 
Dr. John Watson (Jude Law) und Inspektor Lestrade (Eddie Marsan)überprüfen ihre Revolver, während ihre Kutsche zielsicher zumBestimmungsort eilt. Wie üblich arbeitet Holmes’ Gehirn schneller alsdie schnellsten Pferde der Welt, weshalb er vor Ort bereits die Lagecheckt. Kaum eine Minute nach Filmstart demonstriert der Detektiv eineseiner neuesten Eigenschaften: Holmes-O-Vision. Eine beeindruckendeSlow-Motion-Einstellung verbildlicht explizit seine Menschenkenntnis undKombinationsgabe. In Sekundenbruchteilen analysiert er den sichnähernden Wächter, lokalisiert seine Schwachstellen und kreiertMaßnahmen zur effizienten Dekonstruktion des potenziellen Widersachers.Anderthalb Prügeleien später trifft sein Chronist und getreuer PartnerWatson ein, um noch vor der Polizei die actionreiche Drecksarbeit zuerledigen und die meisten Mitglieder einer okkulten Veranstaltungaufzumischen.

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