ARD: Keine finanzielle Obergrenze für Olympia-Rechte?

12.01.2016, 09:34 Uhr, kw

Die Olympischen Spiele sollen auch ab 2018 in öffentlich-rechtlicher Hand bleiben. Zumindest sei Olympia ohne ARD und ZDF für die neue ARD-Geschäftsführerin Karola Wille unvorstellbar. Dafür ist ARD bereit, einiges zu tun.


Auf welchen TV-Sendern die Olympischen Spiele ab 2018 zu sehen sein werden, ist immer noch nicht geklärt. Überraschend schnappte der US-Konzern Discovery ARD und ZDF die entsprechenden TV-Rechte weg. Sublizenzierung könnten jedoch dafür sorgen, dass Olympia dennoch auch weiterhin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt werden könnte. Die Verhandlungen zwischen ARD und ZDF sowie dem Rechteinhaber Discovery dafür sind derzeit noch am Laufen. Darauf verwies Karola Wille, seit Januar neue Vorsitzende der ARD, am Montag in ihrer Antrittsrede.


Wille stellte in Leipzig klar, dass die Olympischen Spiele ohne die Öffentlich-Rechtlichen unvorstellbar seien. Der Erwerb der dafür nötigen Sublizenzen könnte die ARD und das ZDF jedoch teuer zu stehen kommen. Die Möglichkeit, dass die Sublizenzierung die Kosten für die Olympia-Rechte übersteigen könnte, konnte Wille dabei nicht ausschließen.
 
Gleichzeitig verwies die MDR-Intendantin auf einen stabilen Rundfunkbeitrag. Bis 2020 wird die Haushaltsabgabe weiterhin die derzeitigen 17,50 Euro betragen, eine Erhöhung kündigte Wille erst für den Zeitraum danach an. In diesem Zusammenhang warb sie für die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Systems.
 
In dem Finanzplan, den die ARD im Sommer der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorlegte, hat sich allerdings bereits für den Zeitraum von 2017 bis 2020 ein großes Finanzloch aufgetan, dass auch durch die bisher erzielten Mehreinnahmen des Rundfunkbeitrags, die derzeit noch auf Sperrkonten liegen, nicht ausgeglichen werden kann.
 
ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte derweil angekündigt, im Jahr höchstens 220 Millionen Euro für Sportrechte ausgeben zu wollen. Ob die ARD sich ebenfalls eine solche Obergrenze gesetzt hat, ist nicht klar. In Medienberichten wurde die Summe von 1,16 Milliarden Euro genannt, die der Senderverbund für den Erwerb von entsprechenden TV-Rechten einkalkuliert haben soll.

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