Anbieter in Russland müssen Messenger-Dienst "Telegram" sperren

17.04.2018, 10:08 Uhr, pma

"Whatsapp"-Konkurrent "Telegram" kann von immer weniger Usern in Russland benutzt werden. Anbieter sperren Messenger vermehrt. Die Verschlüsselung der Nachrichten scheint den dortigen Behörden ein Dorn im Auge zu sein.


Wie Deutschlandfunk berichtet, habe die staatliche Telekomaufsicht Roskomnazor Apple und Google aufgefordert, "Telegram" aus ihren russischen App-Stores zu nehmen. Der Messenger soll für Nutzer in dem Land gesperrt werden.


Hintergrund sei ein Streit über den Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten, heißt es von Deutschlandfunk. Denn der Russe Pawel Durow, der die Software des Dienstes entwickelt hat, habe sich geweigert, "das Programm so umzuschreiben, dass der Föderale Sicherheitsdienst FSB Zugriff auf die dort ausgetauschten Nachrichten bekommt." Die Argumentation von Seiten der Regierung: Auch Terroristen nutzen die Möglichkeit zur verschlüsselten Kommunikation.

Der Zugang zu dem Messenger-Dienst soll Medienberichten zu Folge nach und nach blockiert werden. Jedoch scheint es eine Möglichkeit zu geben, "Telegram" weiterhin über Umwege, wie beispielsweise VPN-Diensten, zu nutzen. Der erschwerte Zugang dürfte jedoch trotzdem auf Kosten der Nutzerzahlen von "telegram" in Russland gehen.

Bis zur Sperrung gehörte der Dienst in Russland zu den am weitesten verbreiteten Messengern.

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