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  • Workshop • Aufbau eines Heimkinos

  • Unser erster eigner Filmsaal

 erstellt am 02.10.2009 von Mario Hess

Am Anfang war es wüst, chaotisch und leer. Doch aus diesem Chaos beschwört unser Do-it-yourself- Team ein vollwertiges Heimkino herauf. Wir beweisen, dass echtes Kinoambiente aus mehr als einer Tüte Popcorn bestehen und auch auf kleinstem Raum stattfinden kann. Verfolgen Sie die Entstehung eines eigenen Filmsaals.

 
 

Und ER sprach: Schwarz sei die erwählte Farbe

Für die Leinwandmontage brauchen wir zwei Personen – sonst könnten wir schief liegen
Bild: Auerbach Verlag
Wir verschrauben die Holzleisten für unseren späteren Wandbehang
Bild: Auerbach Verlag

Für das Heimkinoprojekt steht uns ein rund 24 Quadratmeter großer Raum zur Verfügung. Um originäre Filmsaal-Atmosphäre zu erschaffen ist dies eine geeignete Grundlage an Fläche. Nachdem das Zimmer komplett ausgeräumt wurde, präparieren wir den Boden mit einer Folie.
 
Nun geht der Griff zum Bohrer. Direkt an der Ober- und Unterkante aller Wände befestigen wir eine durchgehende Holzleiste, die mit Schrauben und Dübeln fixiert wird.
 
An diesen Kanten bringen wir im Verlauf der Arbeiten eine Wandbespannung aus Stoff an. Hinter diesem Tuch verschwinden praktischerweise nicht nur die zu verlegenden Kabel, sondern der Abstand zwischen dem Material macht die unsichtbare Installation von Absorbern möglich.
 
Je größer der Abstand zwischen beiden Ebenen, desto mehr tiefe Frequenzen werden durch die entsprechenden Absorber "geschluckt". Bewaffnet mit diversen Farbrollen beginnen die Malerarbeiten. In den folgenden Stunden erhalten alle Raumseiten einen schwarzen Grundton.
 
Sofern die Decke ebenfalls gestrichen wird, erhält diese zuerst ihren Überzug. Bei der Auswahl der Farbe achten wir darauf, keine glänzende zu verwenden. Seidenmatt ist ideal. Nun entsteht eine Pause, bis alles getrocknet ist. Damit endet unser erster Arbeitstag.
 

Und ER sprach: Weiche Licht, weiche

Wir greifen professionell zur Farbrolle
Bild: Auerbach Verlag

Der zweite Tag beginnt paradoxerweise damit, dass Tageslicht wieder aus unserem Zimmer hinauszutreiben. Nach und nach verkleiden wir sämtliche Fenster von außen mit anthrazitfarbener Selbstklebe-Möbelfolie aus dem Baumarkt. Passend zugeschnitten wird die Kunststoffschicht auf die Glasscheibe aufgepresst, so dass keine störenden Sonnenstrahlen mehr eindringen können. Auf gleiche Weise überdecken wir ebenfalls die Eingangstür.
 
Selbstklebefolie besitzt den Vorteil, nach Wunsch einfach wieder entfernbar zu sein. Im Inneren erhalten fast alle Fenster einen Überzug aus schwarzem Molton – dem Material, das auch die Wandflächen überdecken wird.
 
Molton besteht aus Baumwolle, wird hauptsächlich im Bühnenbau verwendet und ist schwer entflammbar. Für unser Heimkino somit perfekt. Befestigt wird der weiche Stoff entweder mit einem Klettband direkt am Rahmen oder an den umliegenden Wandflächen. Mindestens ein Fenster sollte aber weiterhin vollständig zu öffnen sein, damit der Raum gelüftet werden kann.
 
Danach widmen wir uns wieder den Wänden. Auf 1,80 Meter Höhe werden an den jeder Raumseite jeweils drei Holztafeln (Maße: 200 × 100 × 10 mm) angebracht, die im Verlauf des Aufbaus für die Montage der Dekorleuchten dienen werden.
 
Mit vier Schrauben verankern wir die Brettchen fest in der Wand.
 

Und ER sprach: Du brauchst Molton

Mühsam, aber effektiv: Um den Klang zu verbessern, befestigen wir dunklen Molton an den Wänden
Bild: Auerbach Verlag

Nachdem die ersten Vorbereitungen beendet sind, kommt am dritten Tag wieder der bereits bekannte Molton zum Zuge. Da ein Heimkinoraum das richtige Kinoflair und ansprechende Akustik verbreiten muss, behängen wir die Zimmerseiten mit weinrotem Stoff, der in ausreichender Menge über einen Fachhandel geordert werden kann. Einzig die Wand, vor der am Ende unsere Leinwand stehen wird, erhält einen Hintergrund aus schwarzem Bühnenmolton. Per Elektro- Tacker wird das Tuch zuerst an der oberen Holzlatte fixiert.
 
Alle ein bis zwei Zentimeter versenken wir eine Metallklammer. Es ist empfehlenswert, diese Tätigkeit mit mindestens zwei Personen auszuführen, um ein gleichmäßiges Resultat zu erhalten. Ansonsten kann der Molton verrutschen. Das untere Ende des Tuchs bleibt aufgrund der noch zu verlegenden Kabel erst einmal offen. Wände und Decke sind damit vorbereitet. Musikliebhaber sollten mit dem Stoffeinsatz hingegen sparsam umgehen, denn allzu schnell wirkt die Akustik gedämpft und dumpf.
Der Bodenbelag darf strapazierfähig sein. Jede Menge Popcorn wartet auf ihn
Bild: Auerbach Verlag

Die Bauphase erreicht den Boden. Unsere Wahl fällt auf einen strapazierfähigen Belag, der sich gut reinigen lässt.
 
Weder Popcornreste noch Rotweinflecken haben auf diesem Untergrund eine Chance. Lose verlegen wir den Teppichboden im Raum und befestigen die Kanten mit beidseitigem Klebeband.
 
Alternativ kann auch Haftvlies genutzt werden. In beiden Fällen muss die Rückenbeschichtung des Bodenbelags mit Jute oder Kautschuk ausgestattet sein.
 
Der Teppichboden sorgt nicht nur für einen bequemen Untergrund, sondern verbessert auch die Klangqualität des Raums.
 

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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