[Blick ins Forum] "Freiheit ist unbezahlbar!"

06.09.2011, 16:13 Uhr, rh

Aufreger der Woche im Forum war ein Beitrag zur Verschlüsselung der öffentlich-rechtlichen Sender, der die virtuellen Leitungen glühen ließ. Aber auch die TV-Rückkehr von Gaby Köster und Randsportarten bei Sport 1 regten zum Plausch an.

"ÖR, verschlüsselt eure Sender! - nur so wird HD Plus ein Erfolg"


In einem DI-Beitrag wurde über die Kosten einer Grundverschlüsselung von ARD und ZDF spekuliert und ein Einsparungspotenzial von 100 Millionen Euro errechnet. Nach Veröffentlichung wurde im Forum heiß über die Verschlüsselung diskutiert. Und darüber, ob eine gezielte Kampagne gefahren wird.
 
"Spoonman" weist darauf hin, dass es sich um knapp "100 Millionen pro Gebührenperiode" und somit "knapp 24 Millionen pro Jahr" handelt. "Mit pauschalen 100 Millionen lässt sich natürlich viel öffentlichkeitswirksamer ins Horn der Geräteindustrie tuten, als mit 24 Millionen pro Jahr oder 7 Cent je Gebührenzahler und Monat", kritisiert er. Die Annahme, dass "Rechtekosten für Lizenzware proportional zur Anzahl der erreichbaren deutschsprachigen Haushalte sinken", hält er für "blauäugig". Nicht die Gebührenzahler wären die "Hauptprofiteure", sondern die "Anzeigekunden".
 
"ElimGarak" argumentiert, dass selbst wenn man von 15 Millionen Smartkarten ausgehe, die Sender "Anlaufkosten von mindestens 250 Millionen Euro für Infrastruktur bei den Sendern und jährliche Zahlungen von mindestens 100 Millionen Euro für Karten und Lizenzen" hätten. Um auf die errechneten 100 Millionen Euro Einsparung zu kommen, "müssten die Lizenzinhaber also jährlich mindestens auf 200 Millionen Euro verzichten".
 
"JuergenII" argumentiert, dass die Kosten für die diskutierte Verschlüsselung und Sicherheitsmaßnahmen "um einiges höher" wären, als die errechneten Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro. "Vor allem der normale Sat-Haushalt ist der große Benachteiligte", erklärt er. Wenn schon verschlüsseln, dann "bitte in Conax und mit normalen CI-Interface", fordert er.
 
"Die Einsparmöglichkeiten im Gegensatz zu den GEZ-Einnahmen sind doch ein Witz", findet "Vodka-Redbull". "Dafür darf sich jeder dann für viel Geld einen Receiver anschaffen, der mit der Verschlüsselung zurecht kommt. Bis ich das wieder raus hab vergehen doch Jahre!", stellt er klar.
 
"mirkodpm1" findet den Ansatz "nicht verkehrt, (...) da es nun mal Fakt ist, das ARD und ZDF überall und von jeden in Europa ([bei] Sat-Empfang) gesehen werden kann". "Franzjaeger" hat nur einen Vorschlag: "Die Öffis machen zu und basta!". Schließlich würden dann keine Europarechte mehr notwendig werden, sondern nur noch die EU-Rechte. "Aber die EU ist ja nicht in der Lage mal ein Machtwort zu sprechen", ärgert er sich. "Die [Öffentlich-Rechtlichen] sollen verschlüsselt werden! Am besten so schnell und konsequent wie möglich", stellt "Robonix" klar. Schließlich müsse der "arm geprügelte Deutsche Bundesbürger (…) für ganz Europa mitbezahlen"


"Cineclub" findet es verwirrend, dass auf der einen Seite ARD und ZDF verschlüsseln sollen, "weil man so Kosten spare", da man dann "nicht europaweite Rechte kaufen" müsste. Andererseits werde eine EBU-Smartcard vorgeschlagen, "damit jeder Europäer Zugang zu den [Öffentlich-Rechtlichen] in ganz Europa hat". Er formuliert die Thematik folgendermaßen: "Liebe ARD, liebes ZDF, bitte verschlüsselt eure Sender. Nur so kann HD Plus ein Erfolg werden. Danke, die Privatsender". "Terranus" glaubt, dass es den Privaten "überhaupt nicht ins Konzept" passt, dass sich die Öffentich-Rechtlichen gegen die Verschlüsselung verweigern. Die Haltung von ARD und ZDF wäre für die technische Reichweite der Privaten "schädlich", vermutet er.
 
Für "amsp2" sollte in einem "angeblich vereinten Europa (…) eher gefordert werden, Verschlüsselungen und Nationalbeams abzuschaffen". "Telefrosch" fügt hinzu: "Wir brauchen in Europa länderüberschreitendes TV. Die [Öffentlich-Rechtlichen] müssen grenzüberschreitend empfangbar und die [Pay-TV-Sender] überall abonierbar sein. Sonst wird das nichts mit dem vereinten Europa da wir eine Mediengesellschaft sind".
 
Um Europa auch "medial" zu vereinigen, hielte "JuergenII eine EU-Regelung sinnvoll, welche "die Verschlüsselung der [Öffentlich-Rechtlichen] Sender innerhalb Europas verbietet und die Rechtekosten für die einzelnen ÖRR Sender auf die Zuschauerzahl der jeweiligen Bevölkerung beschränkt".
 
Mit der "lari-fari-alles-offen-Taktik" werden den Öffentlich-Rechtlichen "mittelfristig viele Entwicklungsmöglichkeiten [genommen]", gibt "Uwe Mai" zu bedenken Schließlich sollten die Kanäle den Privatsendern "ein paar junge Zuschauer abjagen". Dem entgegnet "Thunderball", dass "auch mit Verschlüsselung (...) sich der ÖRR keinen teuren Rechtekampf mit den Privat-TV leisten [wird], so das man mal 'Aktuelles’ zu sehen bekommt". Außerdem sei Hollywood "nicht so dumm", "dass sie die [Öffentlich-Rechtlichen] nur wegen fehlender Verschlüsselung ausgrenzen, da würden sie sich ja komplett in Abhängigkeit der privaten Sender begeben was die Free-TV Rechte angeht! Und das gilt natürlich auch für DFL, Uefa, Fifa, IOC und Co!".
 
"Der ÖRR wird auch ohne Verschlüsselung existieren. Nur dann eben ohne die teuren Ami-Serien und Filme, die ja eh kaum noch laufen. Und Sport wird immer laufen, keine Sportart wird auf die Reichweite des [Öffentlich-Rechtlichen] verzichten", ist sich "Thunderball" sicher.

Alles nur eine Verlags-Kampagne?


 
"Langsam erkennt auch der Dümmste, das hinter dieser unsinnigen Kampagne eine Mafia aus Verschlüsselungs-Unternehmen und die Privatsender stecken", vermutet "Nelli22.08". Nur dadurch würden die Privaten ihren "HD-Plus-Murks" loswerden. Auch "RPSmusic" äüßert, dass durch "dieses gebetsmühlenartige Herunterplappern dieser immer gleichen Pseudoproverschlüsselungsaspekte (…) dieses Thema keine neuen Inhalte [erhält]". Er schlägt vor, dass Thema "endlich auf Eis" zu legen. "Mike91" geht das "ständige Gebashe von DF gegen die ÖR (...) langsam auf die Nerven". "Die Annahmen, die hinter den komischen Zahlen stehen, sind doch Hirngespinste und haben mit der Realität überhaupt nichts zu tun!", stellt "emtewe" klar. "Tesky" fragt sich, ob es den Autor des Artikels "überhaupt gibt". (Anm. der Redaktion: Ja, den gibt es wirklich.)
 
"Devport" urteilt: "Ein völlig überflüssiger Thread - scheinbar nur ein (bezahlter) Teil der HD-Plus-Desinformationskampagne". "Hose" gewinnt "nach dem immer wiederkehrenden Thema" schon "den Eindruck (…), dass DF eine Politik verfolgt, die Öffentlichkeit zu einer pro-Verschlüsselung-Einstellung zu bringen". Von da wäre es nur ein kurzer Weg zu HD Plus und den "Rechtebesitzern scheint der Anschein von Sicherheit zu reichen, den HD Plus stellt". Er ist der Meinung: "Man sollte eher daran arbeiten, Mauern einzureißen statt immer wieder neue aufzubauen" und zieht das Fazit "Freiheit ist unbezahlbar!"
 
"Es ist der 'Freiheit' sicher nicht abträglich wenn es auch in Zukunft starke ÖRs gibt", entgegnet "Uwe Mai" und glaubt, dass das Thema "noch lange nicht vom Tisch" ist. "Sarkom" ist sich sicher, dass "an der Sache mit der Kosteneinsparung durch Verschlüsselung ja durchaus etwas dran sein muss". Das zeige doch "allein schon die Tatsache, dass ARD und ZDF nur schwammige ausweichende Antworten lieferten, wenn sie denn überhaupt auf Anfragen reagierten. Fakten sehen anders aus!", stellt er klar.
 
"So langsam reicht es auch und die DF und ihre Ableger sollte endlich aufhören ihren Lesern eine Verschlüsselung zu indoktrinieren", fordert "»»-MiB-««". "Grinch" wirft dem Autor vor, dass er "den ÖRR als Zugpferd für die Anschaffung neuer Geräte" nutze, weil "sonst die Privaten ihr HD Plus wieder einstampfen können". Für "TSLB" ist das Ganze eine "BILDzeitungsartige Hetze gegen die ÖR".  "Datenwiesel" versucht die Diskussion dann mit den einfachen Worten: "Es wird bei ARD/ZDF nicht verschlüsselt. Nicht mal extra für Leipzig." zu beenden.
 
 
Die komplette, hitzige Diskussion finden Sie im Forum. Hier oder direkt beim Autoren des Original-Beitrags können Sie Ihre Meinung zur Verschlüsselung der Öffentlich-Rechtlichen mitteilen.

TV-Rückkehr von Gabi Köster: "Stell Dir vor, es ist Buch - und keiner kauft es"


Komikerin Gabi Köster kehrt nach einer dreijährigen Pause auf die Bildschirme zurück und wird in mehreren Talkrunden über ihre Pause und ihr Buch "Ein Schnupfen hätte auch gereicht" sprechen.
 
"Thaddäus" freut sich, "dass es ihr wieder besser geht". Immerhin wurde ja schon "gemunkelt, dass sie gar nicht mehr lebt". Daran sei ihr "unprofessionelles Management" schuld, schmipft "Major König". Dieses hätte den Medien "Maulkörbe" verpasst, hätten aber selber "die Menschen im Unwissen gelassen". Er glaubt aber, dass nichts über die Ulknudel zu erfahren war, "damit man jetzt (…) das Buch besser pushen kann". Für "Terranus" hat die Buchvermarktung ebenfalls "einen kleinen Beigeschmack". Er versteht es aber, "dass man während einer schweren Krankheit abblockt". "Eisenbahnfan" stellt klar: Wenn keiner das Machwerk kauft verpufft das ganze. Oder anders formuliert: 'Stell Dir vor es ist [ein] Buch - und keiner kauft es.'"
 
"Koelli" wirft den Boulevardmedien vor zu meinen, "ein Promi habe immer Rede und Antwort zu stehen" und fragt sich: "Mit welchem Recht stellt die Klatschpresse solche Ansprüche?" Dem entgegnet "BartS", dass Frau Köster zwar einerseits "jahrelang umfassend vermarktet" wurde, man andererseits die "vielen Fans, sogar mit rigorosen rechtlichen Mitteln, völlig im Unklaren gelassen" habe. "Aller paar Monate ein, zwei Sätze über die aktuelle Lage wären mehr als angemessen gewesen und hätten auch die Persönlichkeitsrechte von Frau Köster nicht beeinträchtigt", argumentiert er.
 
Freuen Sie sich auf die Rückkehr der deutschen Komikerin und stehen Sie der Buchveröffentlichung kritisch gegenüber? Diskutieren Sie doch im entsprechenden Thread mit.

Randsportarten bei Sport 1: Demnächst auch Sackhüpfen, Eierlaufen und Stabhochboxen?


Sport 1 hat sich beim Londoner Sportrechte-Vermarkter Matchroom langfristige Übertragungsrechte für zahlreiche Nischensportarten gesichert. Neben Dart-Fans kommen auch Anhänger von Snooker, Boxen, Pool Billard, Bowling, Golf und Sports Fishing auf ihre Kosten.
 
Also Darts findet "hoiwawaga" ja "klasse" aber vom Sportfischen zeigt er sich weniger begeistert: "Muss das gezeigt werden?, fragt er. "Was ist langweiliger wie Angeln/Sportfischen?", fragt auch "powerplay" und hat auch gleich die Antwort parat: "Beim Angeln/Fischen zugucken". "Rom2409" weiß, dass es keine Sportart gibt, "in der Deutschland erfolgreicher ist als Sportfischen". Schauen würde er es deswegen aber nicht.
 
Nach Meinung von "AlBarto" bedient der Spartenkanal mit Fischen als Randsportart seine Zuschauer genau richtig. Er mache aus seinem Budget etwas. Auch "Dr.Cox" findet es "klasse, was Sport 1 macht." Für Sky, wo auch nach Meinung seines Vorredners immer mehr Sport "abgebaut" wird, gibt es die Peitsche. Für "Franzjaeger" fehlen allerdings jetzt noch die Rechte für "Sackhüpfen, Eierlaufen und Stabhochboxen". "Stargaezer" argumentiert aber, dass man Sportfischen "aus Tierschutzgründen rundheraus ablehnen" müsse und verweist auf das "lustige Angeln von Schwertfischen". Wer so etwas gut findet, brauche sich seiner Meinung nach auch nicht über Walfang aufzuregen. "In beiden Fällen werden Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, aus fragwürdigen Motiven gejagt."
 
Wie stehen Sie zum Sportfischen und welche Randsportarten würden Sie gerne im Fernsehen sehen? Klinken Sie sich doch in die aktuelle Forumsdiskussion ein.
 

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