Google auch in Italien im Visier der Steuerfahnder

29.01.2016, 16:14 Uhr, buhl

Erst in der vergangenen Woche hatte Google mehrere Millionen Euro an Steuern in Großbritannien nachgezahlt, nun will auch der italienische Fiskus seinen Anteil vom Internetriesen.


Die internationale Großkonzerne scheinen in Europa härteren Zeiten in Sachen Steuern entgegenzugehen. So streben die Europäische Union (EU) und die G20-Staaten an, bisherige Steuerschlupflöcher zu schließen. Betroffen von diesen Plänen ist auch Google. Laut "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) ist der Internetriese jetzt von italienischen Steuerfahndern ins Visier genommen wurden.


Unter Berufung auf Ermittler-Kreise soll Google etwa 200 Millionen Euro an Steuern für die Jahre 2009 bis 2013 nachzahlen, welche die italienische Tochter des Suchmaschinendienstes als "Gebühren" überwiesen habe. Zusätzlich habe Google nicht alle Gewinne korrekt angegeben. Diese belaufen sich auf 100 Millionen Euro, dafür soll der Konzern noch 27,5 Millionen Euro an Steuern nachzahlen.
 
Google beteuert jedoch seine Unschuld und verweist darauf, sich immer an die Steuer-Regeln in den Ländern zu halten, in denen man arbeite. Die Tatsache, dass der US-Konzern erst vor wenigen Tagen einer Steuernachzahlung in Großbritannien in Höhe von 172 Millionen Euro zustimmte, lässt diese Aussage jedoch in einem anderen Licht erscheinen. Google ist in Sachen Fiskus nicht allein: Apple musste kurz vor Ende 2015 Italien mehrere Millionen Euro an Steuern nachzahlen.

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