Kaum Zuschauer? Sky diskutiert Bundesliga-Quoten in Österreich

19.12.2018, 09:36 Uhr, PMa/tk

Sky steckt mitten in einer hitzigen Diskussion mit den Quoten-Ermittlern der AGTT. Der Grund dafür: die österreichische Bundesliga. Weil die Spiele nur noch bei dem Pay-TV-Kanal zu sehen sind, sinkt die Reichweite. Bei Sky sieht man das allerdings anders.


So hat sich das der Bezahlsender sicher nicht vorgestellt. Gerade erst hat Sky es geschafft, den Bundesligaspielen in Österreich mehr Exklusivität zu verleihen. Das Turnier läuft nur noch im Pay-TV. Doch jetzt gibt es in Österreich Ärger zwischen der Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT) und Sky, wie "dwdl" berichtet. Der Grund: Die AGTT spricht von einem deutlichen Quoten-Rückgang der Spiele, während Sky ganz andere Zahlen präsentiert.


Während früher beim ORF eine Live-Partie pro Spieltag zu sehen war, zeigt der Sender nur noch eine Highlight-Show. Die Live-Spiele, die nun bei Sky zu sehen sind, erreichen nicht annähernd die Zuschauerzahlen, die für den ORF einst drin waren, errechnet die AGTT. Diese ist in Österreich für die Erhebung der offiziellen TV-Quoten zuständig. Ein Panel aus 1.628 österreichischen Haushalten ist dabei die Basis der gemessenen Daten.
 
Der Quoten-Rückgang führt zu Frust bei Sponsoren. Mit dem so entstehenden Eindruck, die Bundesliga verliere an Reichweite und verschwinde im Pay-TV ist man bei Sky nicht einverstanden. In einem Pressegespräch erklärt Sky, dass man pro Spieltag 1,18 Millionen Zuschauerkontakte erreiche. Die Art und Weise wie der Bezahlsender diese Zahlen ermittelt hat, stößt den offiziellen Quoten-Ermittler aber sauer auf.
 
Sky hat in der Rechnung offizielle Teletest-Daten mit Daten aus der eigenen Erhebung addiert, schildert "dwdl". So seien externe Plattformen wie Youtube, Laola1 und oe24.TV, wo Highlight-Clips zu sehen sind, genauso inkludiert wie Vor- und Nachberichterstattung auf den verschiedenen Sky-Plattformen.  "Es ist davon auszugehen, dass es nicht den Teletest-Konventionen entspricht", sagt Jo Adlbrecht, Generalsekretär der AGTT, gegenüber "dwdl". 
 
Wie die Debatte weiter geht, bleibt abzuwarten. Die beiden Parteien stecken in Gesprächen, heißt es.
 
Die Fußballvereine hingegen akzeptieren die von Sky ermittelten Zuschauerzahlen. Sie bekommen immerhin von Sky mehr Geld als vom ORF und haben für den Ausstieg beim Öffentlich-Rechtlichem gestimmt. Ob es aber dem österreichischem Fußball langfristig zuträglich ist, wenn ihn kaum jemand mehr ansehen kann, bleibt fraglich.

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