ORF: "Tatort" bleibt sieben Tage in Mediathek

26.01.2016, 12:01 Uhr, kw

Anders als die ARD, die die "Tatort"-Folgen inzwischen 30 Tage online zum Abruf bereit stellt, will der ORF an der Sieben-Tage-Verweildauer des "Tatort" festhalten, sodass dieser nur sieben Tage in der Mediathek abgerufen werden kann.


Entgegen dem Trend, sein Online-Angebot auszubauen, will sich der ORF nicht für eine längere Verweildauer des "Tatort" in der Mediathek einsetzen, während die ARD seit November die Folgen des Krimi-Formates ganze 30 Tage online zum Abruf bereit stellt. Zuvor war die Online-Verweildauer des "Tatort" bei der ARD auf sieben Tage begrenzt, wie es beim ORF derzeit noch der Fall ist.


Bisher ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Österreichs gesetzlich an die Sieben-Tage-Regelung gebunden, für eine Änderung müsste der ORF daher eine Gesetzesänderung anstoßen. "Es geht hier auch um lizenzrechtliche Fragen, die zu klären wären", erklärte Thomas Prantner, der ORF-Onlinechef, im Gespräch mit dem "Standard". Begründung: Die hohen Kosten in Verbindung mit dem relativ geringen Zuschauerinteresse. So müsste man durch eine Verlängerung der Mediathekenzeiten die Speicherkapizitäten erhöhen, während bei den Zuschauern gar nicht das nötige Interesse für diesen Schritt vorhanden wäre. "Es zeigt sich, dass es von der Zuseherseite nur einen geringen Bedarf an einer Ausweitung gibt", so Prantner.
 
Die "Tatort"-Folge des österreichischen Ermittlers Moritz Eisner verzeichnete im letzten Jahr allerdings lediglich 56.000 Aufrufe, in Deutschland bringen es einzelne "Tatort"-Episoden auf rund 500.000 Abrufe. So gelang Til Schweiger mit seinem Zweiteiler ein neuer Mediatheken-Rekord. 596.000 Mal wurde seine Folge "Der große Schmerz" in der Mediathek aufgerufen.

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