Schweiger versteht Kritik an hohen NDR-"Tatort"-Kosten nicht

17.02.2017, 09:31 Uhr, dpa/kw

Til Schweiger versteht die Kritik an den hohen Kosten seiner "Tatorte" nicht. Der Hamburger Rechnungshof hatte den NDR für die hohen Produktionskosten gerügt, die Schweigers Folgen der ARD-Krimi-Reihe verschlingen.


"Tatort"-Kommissar Til Schweiger versteht die Aufregung um die Kosten für die ARD-Krimireihe nicht. Nachdem der Hamburger Rechnungshof vor kurzem kritisiert hatte, die "Tatort"-Produktionen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) seien regelmäßig teurer als veranschlagt, konterte Schweiger am Donnerstag im "Bild"-Interview: Als Prüfer wisse man vielleicht nicht, "dass ein Action-Film viel teurer ist, als ein Film, wo zwei Kommissare im Büro sitzen und darüber reden, wer der Täter sein könnte". Dafür, dass seine NDR-Einsätze so viel Action geboten hätten, seien die betreffenden "Tatort"-Folgen "extrem billig" gewesen.


Der Rechnungshof hatte moniert, dass die Produktionskosten bei neun zwischen 2012 und 2014 in Auftrag gegebenen NDR-"Tatorten" durchschnittlich 1,7 Millionen Euro betrugen. Im ARD-Schnitt waren es 1,5 Millionen Euro. Die teuerste Ausgabe hat sogar 2,1 Millionen Euro gekostet. "Wenn wir für zwei Millionen Euro so viel Action machen, dann frage ich mich doch, warum ein 'Tatort', der zu 90 Prozent auf der Polizei-Wache spielt, im Durchschnitt 1,5 Millionen Euro kostet", entgegnete Schweiger. "Der müsste doch eigentlich viel billiger sein!"
 
Schweiger wies darauf hin, dass die öffentlich-rechtlichen Sender "nur einen Bruchteil" für Fiktionales ausgäben. "Ehrlich gesagt, verstehe ich die Aufregung nicht, denn kein Mensch regt sich darüber auf, wie viel Geld für Fußball ausgegeben wird, und für den riesigen Beamten-Apparat", sagte er. "Es geht bei Weitem nicht das meiste Geld in den 'Tatort' rein. Warum beschwert sich keiner über die hohen Ausgaben für den Fußball?"

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