WDR und Fraunhofer-Institut wollen Fernsehton optimieren

04.06.2019, 11:30 Uhr, bey

Der WDR und das Fraunhofer IIS testen in einem gemeinsamen Projekt, wie sich der Fernsehton bezüglich Sprachverständlichkeit und Barrierefreiheit optimieren lässt.


Hierzu kommt das maßgeblich vom Fraunhofer IIS entwickelte Tonübertragungsverfahren MPEG-H Audio zum Einsatz, das neben der Sprachverständlichkeit auch den Raumklang verbessern kann. Die Vorteile für die Zuschauer:


MPEG-H Audio verbessert die Sprachverständlichkeit, indem es ermöglicht, individuell die Lautstärke der Sprache beziehungsweise der Dialoge an ihre Bedürfnisse anzupassen. Zu diesem Zweck wirddie Sprache als separates Ton-Objekt übertragen.

Für die barrierefreie Nutzung der Fernsehprogramme wird schon heute zu vielen Sendungen parallel Audiodeskription ausgestrahlt. Audiodeskription beschreibt akustisch die Bildszenen für Zuschauer mit einer Sehschwäche. Zur besseren Trennung vom eigentlichen Fernsehton kann die Audiodeskription bei der Übertragung mit MPEG-H Audio individuell im Klangbild räumlich verschoben und in der Lautstärke geregelt werden.

Heutige Tonproduktionen sind kanalorientiert und auf bestimmte Wiedergabeformate ausgelegt - beispielsweise Stereo und 5.1 Surround. Mit MPEG-H können Produktion und Wiedergabe des Tons entkoppelt werden. Die Flexibilität von MPEG-H Audio ermöglicht bei der Wiedergabe eine Anpassung des Produktionsformats an die Möglichkeitendes Wiedergabegerätes in Bezug auf die Lautsprecheranzahl und deren Aufstellung.

Die Etablierung von NGA würden Veränderungen in der Produktion und Distribution sowie entsprechende Empfangsgeräte erfordern. Dass Audio-Entwicklungen des Fraunhofer-Instituts sich als massentauglich erweisen können, hat nicht zuletzt das Dateiformat MP3 seinerzeit bewiesen und auch an der Digitalisierung des Kinos war das Fraunhofer IIS maßgeblich beteiligt.

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