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07.11.08

Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken

[sa] Dortmund - Neue Runde im Poker um die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga.

Das von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geplante Spiel am Samstagabend sorgt bei der ARD für Unmut. Der neue ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte in einem Gespräch mit der in Dortmund erscheinenden Westfälischen Rundschau (Samstagsausgabe): "Ein Live-Spiel während der 'Sportschau' mindert den Wert der Zusammenfassung."
 
Der seit dem 1. November amtierende Nachfolger von Günter Struve zieht Konsequenzen aus dem nach seiner Ansicht unfreundlichen Vorgehen der DFL. Indirekt kündigte Herres an, den Preis für die TV-Rechte drücken zu wollen: "Wir werden das Angebot sehr genau prüfen, und wir werden den Wert der Ware fair - und ich betone: fair - beurteilen."

Mit fünf verschiedenen Anfangszeiten will die DFL mit den TV-Rechten für die Bundesliga einen maximalen Erlös erzielen. Angepeilt sind rund 410 Millionen Euro.
 
 
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Kommentare
 
#1 von Peter-HH >> 7.11. 2008 >> 15:32
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Reines Geplänkel. Die ARD wird letztendlich eh jeden Preis zahlen. Mit der Kreditkarte vom Papa läßt sich immer gut Shoppen und man hat ja versucht zu verhandeln
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#2 von Joost38 >> 7.11. 2008 >> 15:34
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Ich hoffe sehr, dass die ARD nicht mehr als 30-40 Mio. bieten wird, falls das Samstagabend-Spiel bleibt. Mehr wird auch ein Privatsender nicht refinanzieren können, so dass man damit noch immer das Höchstgebot für die Free-TV-Zusammenfassung abgeben würde.
Aber die DFL würde sehen, was für eine tolle Idee man da hatte...denn Premiere wird sicher nicht im gleichen Maße mehr bieten...angesichts der derzeitigen Finanzsituation bei Premiere und mangelnder Konkurrenz schätze ich sogar, dass das Gebot dort ebenfalls unter dem zuletzt gezahlten Wert liegt.
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#3 von Kellerkind >> 7.11. 2008 >> 15:40
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Ich denke, dass man derzeit keine realistische Chance hat, die Rechte zu bekommen. Preis hin oder her. (Im Übrigen kann auch die ARD nicht jeden Preis rechtfertigen)
Murdoch muss zum Zuge kommen, sonst ist Premiere hinüber. ESPN erinnert Murdoch daran, dass er viel bieten muss, um ESPN in jedem Fall zu überbieten, sonst ist Premiere hinüber. Gleichzeitig muss Murdoch dafür sorgen, dass das FreeTV möglichst unattraktiv bleibt. Das geht nur mit einem verlässlichen FreeTV-Partner, welcher die ARD aber nicht ist. Also braucht Murdoch in jedem Fall beide Rechte und da spielt die ARD keine Rolle drin. Schon gar nicht, wenn sie den Preis drücken will. Lachhaft dieser Kommentar.
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#4 von svg >> 7.11. 2008 >> 15:50
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Ich finde das Verhalten der ARD in Ordnung. Warum soll man mehr oder gleichviel zahlen, wenn man a) ein Spiel weniger in der Sportschau zeigen kann und b) zudem die Konkurrenz eines Live Spiels hat?
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#5 von Peter-HH >> 7.11. 2008 >> 15:59
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Wieso lachhaft? Die ARD zahlt doch jetzt schon 100 Millionen, obwohl die privaten Mitbewerber schon bei 50 ausgestiegen sind.

Wer soll die ARD denn überbieten? Im Free-TV gezeigt werden muß eine Sportschau/ran/Anpfiff ja eh und die Sportschau ist in der nächtsten Erhöhung der Rundfunkgebühren ja eh schon eingepreist. Die ARD wird auch mit Kußhand 150 Millionen auf den Tisch legen. Zum Wohle des Volkes natürlich.
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#6 von Kellerkind >> 7.11. 2008 >> 16:08
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Lachhaft finde ich den Kommentar des Herrn Herres. Auch wenn es theoretisch schlüssig ist, dass man mit weniger Leistung auch weniger zahlen will, stehen die Chancen auf den Zuschlag imho eher schlecht. Und wie du schon sagtest, die ARD zahlt jetzt bereits Mondpreise. Wenn man drücken, will auf welches Maß? Etwas realistisches oder nur die halbe Distanz zwischen Realismus und aktuellem Mondpreis?

Wie schon beschrieben ist dies Murdochs einzige Chance in den nächsten 3 (oder 4?) Jahren, Premiere zu retten und entscheidend nach vorne zu bringen. Der muss jetzt ran und durch die Kartellamtsentscheidung kann man ihn noch nichtmal dämonisieren, weil eine FreeTV-Sendung auf jeden Fall kommen muss. Und er hat die Mittel, die ARD zu überbieten. Diese kann, wie schon beschrieben, auch nicht jeden Preis bezahlen. Wie man in einer anderen Meldung nachlesen kann, werden die Gebühren um 1,2% erhöht, während die Inflation bei 3 % liegen soll. Die Sender müssen also sparen. Daher kann keine Rede von Erhöhung für Fußballrechte sein.

Wenn Murdoch also die FreeTV-Rechte mitkaufen sollte, könnte er diese unter Wert an Sat.1 weiterverkaufen und - weil es unter Wert ist - Einfluss auf den Umfang nehmen. Durch die Einflussnahme kann er Premiere noch besser dastehen lassen und wenn die Aktion fruchtet, nimmt er mittelfristig bei PRemiere mehr ein, als er jetzt Sat.1 erlässt. Das geht aber nur bei Monopolisierung und Verknappung. Murdoch muss ran.
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#7 von Peter-HH >> 7.11. 2008 >> 16:15
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Zu verschenken hat Murdoch aber auch nichts.
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#8 von Kellerkind >> 7.11. 2008 >> 16:23
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Sicher nicht. Aber wenn er hier in Zukunft mit Premiere saftig verdienen will, muss er jetzt investieren und die Zustände, die zum traurigen Zustand von Premiere führten (vergleichsweise wenig Exklusivität), beseitigen.
Es kann sich glücklich schätzen, dass die Bundesliga-Ausschreibung gerade jetzt ist. Wäre sie letztes Jahr gewesen, müsste er noch mindestens 2 Jahre mit Sportschau etc. leben. Jetzt aber kann er etwas ändern. Wenn nicht mit seinem Geld, wie dann?
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#9 von WHUFC >> 7.11. 2008 >> 16:35
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
@ Kellerkind,

sehr gut analysiert

Ob es dann tatsächlich so läuft, bleibt natürlich abzuwarten, weil man noch nicht abschätzen kann, WIE wichtig es Murdoch ist, im deutschen Pay-TV Markt Fuß zu fassen.

Folgende Dinge sind aus meiner Sicht Fakten:

1. Ohne BL ist rentables Pay-TV in Deutschland nicht möglich.

2. Solange die BL im Free-TV zeit- und qualitätsmäßig im "Sportschauformat" läuft, wird für Pay-TV kein Blumentopf zu gewinnen sein, das beweist die Vergangenheit. Ein Topspiel dagegen zu setzen, wird eher den Ärger des "typischen" Fußball-Free-TV-Users steigern (und zwar auf Pay-TV), als ihn als Abonnent zum Pay-TV zu bringen.

3. Verbleibt für einen Investor, der es mit Pay-TV ernst meint (und das heißt, damit zumindest mittelfristig Geld verdienen zu wollen), nur das Free-TV-Angebot mitzukaufen und dann möglichst "lieblos" darzubieten. Vorgaben des Kartellamts (Zeit!) sind zu erfüllen, sonst möglichst nur nackte Spielberichte mit viel Werbung ausgefüllt und DANN dagegen das Topspiel laufen zu lassen.

4. Im Rahmen einer Mischkalkulation werden die Verluste aus Free-TV (z.B. bei SAT1 oder Pro7) mit den (dann aus Sicht des Investors) eintretenden Gewinnen aus Pay-TV verrechnet. Unabhängig davon steigert der ausstrahlende Privatsender dabei als "Free-TV-Fußballsender" seinen Wert. Gewinne durch Zusammenfassungen sind für einen Privatsender meiner Meinung nach ohnehin nicht zu erzielen, der "Besitz der Rechte" ist entscheidend.

5. Sollte ein Pay-TV-Anbieter glauben, das bisherige System (riesiger Aufwand der BL im Pay-TV) profitabel anbieten zu können, während die ARD weiterhin ihre Sportschau ausstrahlt, hat er aus den vergangenen Jahren nichts gelernt. In Deutschland, wo Fußball im öffentlich-rechtlichen Raum eine endlos lange Tradition hat, und die Sportschau geradezu legendäre Züge angenommen hat (dies ist ja u.a. ein Grund des Erfolges von Pay-TV in England, obwohl dort viel WENIGER Fußball für viel MEHR Geld im Pay-TV ausgestrahlt wird, aber dort gab es ja Free-TV-Übertragungen von BBC oder ITV nur zu nachtschlafener Stunde und nur von einigen wenigen Spielen, so daß Pay-TV für den Engländer ein (fußballerischer) Fortschritt war), muß man den Zuschauer praktisch zu "seinem Glück zwingen", und das geht nur über Verknappung im Free-TV. Da zeitlich das Kartellamt die Leine gezogen hat, geht es eben nur über die Qualität.

6. Ob das dann alles doch noch zu einem "Happy-End" für Pay-TV führt, ist bei der in diesen Dingen ausgeprägten "Sparmentalität" in Deutschland dennoch fraglich. Murdoch kann es sich aber drei (oder vier?) Jahre anschauen, und wenn es nicht klappt, wird er auch nicht verhungern. Ein Versuch sollte es ihm wert sein.
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#10 von FilmFan >> 7.11. 2008 >> 16:56
AW: Zeitung: ARD-Chef Herres will Preis für Bundesliga-Rechte drücken
Wie schaffen das nur die ganzen anderen Pay-TV-Anbieter (auch in Deutschland)?
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