ARD und ZDF bekennen sich zu DVB-T2

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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ARD und ZDF wollen auch langfristig an der terrestrischen Ausstrahlung ihrer Fernsehsender festhalten. Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland zeigte sich eine breite Unterstützung aus Rundfunkveranstaltern, Landesmedienanstalten und Medienpolitik für DVB-T. Auch der geplante Umstieg auf DVB-T2 müsse endlich geregelt werden.

Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland haben sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten von ARD und ZDF für eine Weiterentwicklung der terrestrischen Fernsehausstrahlung ausgesprochen. Auch nach dem angekündigten Rückzug der Mediengruppe RTL aus der DVB-T-Verbreitung in Deutschland wollen die Rundfunkanbieter demnach an dem Ziel festhalten, mittelfristig auf den Nachfolgestandard DVB-T2 umzusteigen.

„Wir brauchen einen Termin, einen Teilnehmerkreis und eine Übergangsphase. Dies alles müssen wir in den nächsten eineinhalb Jahren regeln“, sagte ZDF- Produktionsdirektor Dr. Andreas Bereczky am Dienstag im Rahmen einer Diskussionsrunde. Sollten sich Senderveranstalter, Sendenetzbetreiber und Politik nicht rechtzeitig einigen, dann laufe man Gefahr, die Zukunft des terrestrischen Fernsehens in Deutschland gänzlich zu verspielen. MDR-Betriebsdirektor Ulrich Liebenow bekräftigte das fortgesetzte Interesse der ARD an DVB-T: „Wir sehen den Bedarf nach mobilen Diensten. An DVB-T festzuhalten, ist deshalb für uns ein Gebot der Stunde.“
 
Unterstützung erhielten die öffentlich-rechtlichen Sender dabei von den Vertretern der Bundesländer und den Landesmedienanstalten. „Jetzt müssen Sender und Länder mit diesem gemeinsamen Bekenntnis nach vorne gehen und den Bund überzeugen, dass er sich bei der anstehenden Weltfunkkonferenz in Genf 2015 für eine Sicherung der Frequenzen für die Rundfunkanbieter einsetzt“, sagte etwa Siegfried Schneider, der Präsident der BLM. Matthias Knothe von der Stabsstelle Medienpolitik in der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei machte deutlich, dass die Abschaltung von DVB-T ein klarer Rückschritt in der Rundfunkpolitik wäre.
 
Aus technischer Sicht spreche derzeit nichts gegen einem Umstieg auf DVB-T2 mit einer Übergangsphase bis 2018, wie der Geschäftsführer von Media Broadcast, Bernd Kraus, klarstellte. „Es ist ein Generationenwechsel auf globaler Ebene und vor allem eine Effizienzfrage. Wir können mit der gleichen Anzahl der Frequenzen doppelt so viele Inhalte liefern“, hob er dabei noch einmal die grundlegenden Vorteile von DVB-T2 gegenüber dem derzeitigen Übertragungsstandard hervor. 
 
Eva-Maria Sommer, eine Referentin von RTL, versuchte hingegen in der Diskussion noch einmal klar zu stellen, warum man sich in Köln für einen Ausstieg aus DVB-T entschieden hatte. Demnach würden sich die Parameter für Planungssicherheit und Refinanzierung so darstellen, dass ein Ausstieg aus Sicht von RTL die richtige Entscheidung sei. Insbesondere die fehlenden Möglichkeiten zur Verschlüsselung und das unsichere Frequenzspektrum hätten dabei den Ausschlag gegeben. [ps]

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82 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD und ZDF bekennen sich zu DVB-T2 Nicht nur diskutieren sondern endlich mal Tatsachen liefern.
  2. AW: ARD und ZDF bekennen sich zu DVB-T2 Genau, und dann gleichzeitig auf allen Wegen die Grundverschlüsselung einführen.
  3. AW: ARD und ZDF bekennen sich zu DVB-T2 Wozu? Ist doch gerade bei DVB-T komplett sinnfrei
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