M-net: Erste Einspeisung von DAB Plus-Sendern ins Kabelnetz

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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M-net vollführt in München gerade die erste Einspeisung von DAB-Plus-Radio-Programmen im deutschen Kabelmarkt. Eine geografische und inhaltliche Ausweitung des Angebots ist bereits angedacht.

Mit dem symbolischen Drücken des Startknopfes für DAB Plus im Kabelmarkt hat M-net auf den Münchner Medientagen die Einspeisung von insgesamt 16 privaten und öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen in sein Kabelnetz gefeiert. Der bayerische Glasfaser-Anbieter stellt die Sender ab sofort über 60.000 Haushalten in München zur Verfügung.

Die DAB-Plus-Programme sind für Kabelkunden im Netz von M-net zusätzlich zum bestehenden Angebot ohne Zusatzkosten zu empfangen – es ist lediglich ein DAB-Plus-Empfangsgerät mit Antenneneingang erforderlich, das an die Kabeldose angeschlossen wird. Die im Bouquet enthaltenen Sender sind die elf öffentlich-rechtlichen Programme Bayern 1 (Oberbayern), Bayern 2 (Nord und Süd), Bayern 3, B5 aktuell, B5 plus, Bayern plus, BR Heimat, BR-Klassik, BR Verkehr und Puls sowie die fünf privaten Programme Antenne Bayern, Absolut Hot, EgoFM, Radio Teddy und Rock Antenne.
 
Um die Verbreitung der DAB-Plus-Programme im Kabelnetz von M-net zu ermöglichen, wurde in Kooperation mit dem Nürnberger Hersteller AVT Audio Video Technologies eine neue technische Lösung entwickelt, die unter anderem die Daten in das geeignete Containerformat ETI over IP transcodiert. Die Signalzuführung der Programme erfolgt vom Bayerischen Rundfunk über eine direkte 100 Mbit-Leitung in das Münchner Rechenzentrum von M-net. Dort werden die Signale über die bestehende Systemtechnik in das Glasfaser-Backbone von M-net eingespeist, in der örtlichen Kabel-Kopfstelle aufbereitet und schließlich auf Kanal 13B im Frequenzbereich von 232,5 Megahertz an die Münchner Haushalte übertragen.
 
Eine Erweiterung des DAB-Plus-Angebots um zusätzliche Programme und in weitere Regionen ist in Planung. Darüber hinaus stehen den Kunden unverändert auch Hörfunkprogramme im digitalen Kabelstandard DVB-C zur Verfügung.[bey]

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18 Kommentare im Forum

  1. DAB+ bedient sich besser, da es in vielen halbwegs aktuellen Heimgeräten (von der eigentlich billigen Kompaktanlage bis zum AVR-Boliden) als "Blinder Passagier" mit drin und komfortabel eingebunden ist. Die Frage ist bloß, in welchem Fehlerschutz-Level betreiben die das, also welche Bitrate kommt dabei raus für die 16 Programme. Ich ahne eher schlimmes - mit etwas Pech sind die BR-Programme im eigenen terrestrischen Mux deutlich besser unterwegs. Das wäre dann eine richtig feine Lachnummer. Bislang sind die Parameter ja wohl noch nicht publik geworden. Wir müssen uns gedulden. Und es ist nicht die erste Einspeisung von DAB+ in ein Kabelnetz. Da waren manche kleinen Anlagen in Sachsen und Thüringen schneller - teils seit 2 Jahren. Und mit mehr Programmen. Nimmt man DAB ohne "+" dazu, war die erste Einspeisung sogar 1997: https://www.tlm.de/fileadmin/user_upload/Medienstandort/Forschung/tlm3.pdf Die Blankom-Kiste von damals hätte ich übrigens gerne - 2 mal. Habe vor einigen Jahren sogar nach dem Verbleib geforscht, leider ergebnislos. Hätten wir gut gebrauchen können.
  2. Wer hat denn eigentlich in den Räumen ohne TV-Gerät einen DVB-Receiver, um Radio hören zu können? Mit einfachen DVB-C Receivern gibt es da schon das Problem der (einfachen) Nutzbarkeit ohne ein TV-Gerät!
  3. In vielen Haushalten stehen aber 2-4 Fernseher mit DVB-C/T Tuner rum aber kein einziges DAB+ Radio. Und selbst wo DAB+ Radios vorhanden sind haben diese oftmals keinen Antennenanschluss.
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