LfM-Direktor Brautmeier sieht keine Zukunft für DAB Plus

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Hat das digitale Radio seine Zukunft schon hinter sich? Das meint zumindest Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), der vor allem die Vielfalt des Radios durch DAB Plus nicht gesichert sieht.

Seit seinem Start hat DAB Plus in Nordrhein-Westfalen einen schweren Stand. Vor allem der lokale und private Hörfunk stellt sich gegen die Umstellung auf digitales Radio und will weiter über UKW senden. Vor allem die Finanzierung des Umstiegs nannte der Verband Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen (VLR) als einen Grund für die Ablehnung. Nun legt auch der Direktor der Landesanstalt für Medien (LfM) Jürgen Brautmeier in dieser Diskussion nach und sieht in einem Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ die Zukunft des Radios alleine im Internet.

Gemeinsam mit Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, nennt Brautmeier das Ergebnis des „Call of Interest“ der LfM aus dem vergangenen Herbst, das sowohl aus Sicht der LfM als auch des VLR enttäuschend war, als Grund für seine These. Vor allem für das werbefinanzierte lokale und regionale Radio gäbe es keine funktionierenden Geschäftsmodelle. Das führt den LfM-Direktor zu dem Schluss: „Die Vielfalt des Hörfunks, die wir in der UKW-Welt von lokal bis national in Deutschland haben und erhalten wollen, ist mit DAB Plus nicht zu sichern.“
 
Die Entscheidung von Schweden und voraussichtlich auch Finnland, aus dem DAB-Plus-Programm auszusteigen, bestärken Brautmeier und Eumann in ihrer Meinung. Die Zukunft liege vielmehr im Internet, das den Wettbewerb der Systeme ändern würde. Einzig auf bundesweiter Ebene könne DAB Plus Erfolge vorweisen. Hier gibt es bereits Angebote privaten Rundfunks, auch ein zweiter bundesweiter Multiplex ist für Brautmeier und Eumann vorstellbar. „Es gibt das berechtigte Argument, dass wir uns in Krisensituationen keineswegs nur auf das Internet als Kommunikationskanal verlassen sollten. Neben UKW kann dafür DAB Plus auf nationaler Ebene eine sinnvolle Option sein.“[buhl]

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51 Kommentare im Forum

  1. Das sieht stark nach Lobbyisten des Mobilfunk aus. Wenn man unterwegs Internetradio hören möchte, kann man lieber dem Privatmann die Kosten auferlegen in Form von teuren Datenpaketen, statt kostenloses Radio über DABplus. Die Technik von DAB hat durchaus das Potenzial mehr Vielfalt als UKW zu bieten. Nur kann man dem Privatmann nicht soviel Geld aus der Tasche ziehen.
  2. Das Problem ist die Schnell-Lebigkeit der Standards heutzutage. Kaum verabschiedet, schon überholt. Oder es werden im Vorfeld Geräte verkauft, deren Standard noch nicht endgültig spezifiziert ist. Ein klassisches Beispiel ist immer noch das Autoradio. Vor knapp 4 Jahren hab ich einen neuen Crafter als Firmenwagen bekommen. Vom ach so dollen DAB oder DAB+ Standard ist bei dem Radio nichts zu sehen. Ein Armutszeugnis für den Konzern. Aber die stecken ihr Geld ja lieber in Manipulationssoftware Wie UKW abgelöst werden soll ist mir ein Rätsel. Parallelen gibt es zu DVB-T/T2 (Sonderstandard DE) DVB-S, DVB-S2, UHD und wie sie alle heißen. Außer ein paar Technikfreaks haben die Leute keine Lust sich alle 2-3 Jahre neue Geräte anschaffen zu sollen/müssen.
  3. Brautmeier und Vielfalt...Das ist wie der Teufel und das Weihwasser. Was man in NRW an Vielfalt auf der Antenne hat,sieht man ja. 46 musikalisch gleiche Programme und den WDR. Offenbar will man das Modell bis in alle Ewigkeit fahren. Ich werde das Gefühl nicht los,bei der LFM hat man zu lange die Pseudolokalen konsumiert und das ist das Ergebnis. Das Radionordkorea von Deutschland...NRW.
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