Monica Lierhaus: TV-Rückkehr war „Meilenstein“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Nach ihrer schweren Krankheit kehrte die ehemalige ARD-„Sportschau“-Moderatorin Monica Lierhaus 2011 erstmals wieder vor die Kamera. Für Lierhaus ein „Meilenstein“ auf einem für sie erfolgreich verlaufenden Weg.

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Nach einer dreirädrigen Vespa hat Monica Lierhaus im Internet geschaut. „Ja, die hätte ich gern, denn das mit dem Gleichgewicht ist nach wie vor ein bisschen schwierig“, sagt die TV-Moderatorin. „Mit der Vespa könnte ich dann immer wunderbar zur Therapie fahren, die ist nur ein paar Minuten von hier entfernt“.
 
Die Sportmoderatorin, die sich nach einer lebensgefährlichen Hirn-OP und monatelangem Koma mühsam zurück ins Leben kämpft, sitzt in ihrer Hamburger Wohnung und lächelt. Ein bisschen schmunzelt die 41-Jährige noch über die Vespa-Idee und wirkt selbst ein wenig ungläubig, dennoch gibt sie sich fest entschlossen. Wer solch einen Schicksalsschlag erlebt hat, der gibt so schnell nicht auf. Monica Lierhaus will zurück.
 
Ihr emotionaler Auftritt bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Februar dieses Jahres scheint auf den ersten Blick weit weg zu sein. Zwei Jahre waren seit ihrer Operation vergangen, zwei Jahre, in denen sie sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Plötzlich war Monica Lierhaus vom Bildschirm verschwunden. Viele munkelten, nur wenige wussten, wie es ihr wirklich ging. Als sie es allen zeigte, hatte die Hamburgerin schon zahlreiche Therapiestunden hinter sich gebracht – und musste dennoch in viele irritierte Gesichter blicken, als sie das erste Mal wieder vor Publikum stand. Die einst so quirlige und beliebte Sportmoderatorin war in Sprache und Bewegung noch gezeichnet.
 
Jetzt sitzt sie an einem großen Tisch in ihrer Wohnung im ersten Stock eines Klinkerbaus, trinkt einen Kaffee und klingt schon fast wieder so wie damals, als Millionen Zuschauer vor den Fernsehern ihre Interviews mit dem Bundestrainer verfolgten. Die „Sportschau“, die sie selbst regelmäßig präsentiert hat, gehört wie Fußballspiele zu ihrem TV-Pflichtprogramm. Die Auslosung für die Fußball-EM im nächsten Jahr hat sie sich ebenfalls nicht entgehen lassen. „Das ist schon eine heftige Gruppe. Da kann man Jogi Löw nur viel Glück wünschen“, sagt sie. „Das habe ich auch sofort getan, per SMS. Ich schreibe ihm nach jedem Länderspiel, und er antwortet immer prompt“.Monica Lierhaus will zurück

Bei der Fußball-WM 2014 will Lierhaus wieder als Journalistin dabei sein – ob vor oder hinter der Kamera ist ihr egal. Im Moment noch jedenfalls. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg – bis vor kurzem konnte sie noch nicht einmal Knöpfe zumachen, erzählt sie. „Vor allem Jeansknöpfe fielen mir echt schwer, doch mittlerweile geht das“. Anders als das Binden von Zöpfen – „das klappt leider immer noch nicht“, sagt die Frau mit den langen rötlichen Haaren, die sie beim Interview offen trägt. „Dabei mag ich Zöpfe am liebsten, doch meine Mutter und Rolf helfen mir“.
 
Der TV-Produzent Rolf Hellgardt ist ihr Lebensgefährte – der Mann, dem sie bei der Goldenen Kamera in aller Öffentlichkeit einen Heiratsantrag gemacht hatte. Ein Augenblick, den sie inzwischen bereut: „Er konnte ja nur Ja sagen. Das tat mir im Nachhinein leid“. Derzeit sei die Hochzeit jedenfalls erst einmal kein Thema.
 
Wichtiges Thema für sie bleibt die ARD-Fernsehlotterie, wo Lierhaus im Frühjahr die Nachfolge von Frank Elstner am „Platz an der Sonne“ antrat. Ihr Engagement und die Gagenhöhe, über die spekuliert wurde, sorgten für Kritik und Loskündigungen. Andere hatten Bedenken, Lierhaus mute sich mit diesem Engagement zu früh zu viel zu. „Die Kritik war schon problematisch für mich, das war ein bisschen heftig“, erzählt sie, die bei der unmittelbaren Begegnung mit Menschen derweil nur positive Reaktionen erlebte. „Wenn ich auf Reisen bin, auf Flughäfen, sagen die Menschen: Frau Lierhaus, machen Sie weiter so“. Sie will und wird weitermachen. „Es ist geplant, dass ich auch im nächsten Jahr wieder Einrichtungen besuche, die die Lotterie fördert, und dass ich die wöchentliche Bekanntgabe der Gewinner präsentiere“.
 
Die Lotterie-Auftritte vor der Kamera, von denen Lierhaus stets mehrere am Stück aufzeichnet, dauern nur wenige Minuten. Doch für die Moderatorin bedeutete die Aufgabe einen wichtigen Neuanfang. „Für mich war es ein Meilenstein“, sagt die TV-Journalistin, der die Rückkehr ins Fernsehstudio in diesem Jahr „wahnsinnig viel Spaß“ gemacht hat. „Aufgeregt war ich nicht, aber das war ich nie. Es war ein bisschen so wie früher“, erinnert sie sich.
 
Und doch ist noch vieles anders: Für die jüngste Aufzeichnung hat sie erstmals im Stehen moderiert – trotz der extremen Rückenschmerzen, unter denen sie wegen der Fehlhaltungen noch immer leidet. Doch sie ist eine Perfektionistin geblieben: „Ich würde mir wünschen, dass meine Sprache noch flüssiger wird, die Betonungen noch besser klappen. Mir ist das noch nicht gut genug“.

Vier Stunden Therapie hintereinander stehen täglich für die Hamburgerin, der vor allem das Laufen noch Probleme bereitet, auf dem Plan: Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie und Neuropsychologie. „Besonders mag ich Logo“, erzählt sie, „Ergo dagegen nicht so gern, weil ich da immer Sachen machen muss, die ich nicht kann – das nervt“. Und sie gesteht: „Ich muss mich immer dazu zwingen, zur Therapie zu gehen“. Es gebe schon Tage, an denen sie lieber im Bett liegen bleiben würde. Und grinsend ergänzt Lierhaus: „Eigentlich jeden Tag“. Ihr Pflichtbewusstsein und ihre Disziplin trieben sie dann aber doch an. „Weiß der Geier, woher ich das habe. Wahrscheinlich von meiner Urgroßmutter, die war sehr preußisch“. Ihr liebster Tag ist der Mittwoch – da hat sie frei. Dann faulenzt sie, liegt auf dem Sofa und döst oder liest ein bisschen „Harry Potter“.
 
Seit ihrer Erkrankung führt die Moderatorin Tagebuch. Ihre Handschrift sei zwar schon besser geworden, dennoch tippe sie ihre zwei, drei Seiten täglich lieber am Computer. Ihr eigentliches Medium, das Fernsehen, spielt privat kaum eine Rolle. „Neben Fußball und ‚Sportschau‘ gibt es nur eine Sendung, die ich gern verfolge, aber das mag ich eigentlich nicht sagen“, meint Lierhaus und lacht. Flüsternd verrät sie es: „‚Verbotene Liebe!'“ Das sei ihr aber ein bisschen peinlich, erklärt die Frau, die sich jetzt vor allem auf ruhige Feiertage freut.
 
„Letztes Jahr haben Rolf und ich auf Sylt Silvester fast verpennt“, erinnert sie sich. Wenn sie dieses Mal an Silvester zurückblickt, dann auf ein Jahr, in dem sie viele Ziele erreicht habe. „Ich wollte wieder rausgehen und Menschen begegnen, wollte wieder ins Fernsehstudio und Selbstständigkeit zurückerlangen – das alles habe ich geschafft“.
[Dorit Koch]

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18 Kommentare im Forum

  1. AW: Monica Lierhaus: TV-Rückkehr war "Meilenstein" mann was bist du für ein depp ein mist zu tippen tztztz sie gehört ins tv
  2. AW: Monica Lierhaus: TV-Rückkehr war "Meilenstein" Solange die zehnmal soviel wie ein Facharbeiter für 10% der Arbeitszeit verdient, soll sie zusammen mit diesen ganzen anderen völlig überbezahlten Vollidioten dort bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ich möchte gar nicht wissen, was der Jauch-Trottel oder der Gottschalk-Langeweiler so an Gagen bekommen. Es reicht.
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