Natalia Wörner bald wieder als „Die Diplomatin“ im Ersten

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Ein kleines Mädchen steht verlassen am Flughafen, ihr Vater ist soeben entführt worden. So beginnt der neueste TV-Fall um die deutsche Botschafterin Karla Lorenz, die Natalia Wörner in „Die Diplomatin“ inzwischen zum sechsten Mal im ARD-Programm spielt.

Es ist seit 2016 der sechste Film der ARD-Reihe „Die Diplomatin“, in der Natalia Wörner – im wahren Leben die Frau an der Seite von Außenminister Heiko Maas – als Diplomatin Karla Lorenz zu sehen ist, die beim Auswärtigen Amt arbeitet. Der Krimi „Die Diplomatin – Mord in St. Petersburg“ läuft an diesem Samstag (18.9. um 20.15 Uhr, Das Erste, und einen Tag vorher in der Mediathek). Es ist ein sehr persönlicher Fall, in dem Lorenz gelegentlich sogar überfordert wirkt und eine ungewohnt einfühlsame und verletzliche Seite zeigt, die sie am packenden Schluss in Eiseskälte fast das Leben kostet. Doch der Reihe nach.

Eigentlich sollte Frau Botschafterin in diesem Film gar nicht in Berlin sein, sondern von Prag aus ihren neuen Posten in Rom antreten. Doch weil wegen Corona die Dreharbeiten dort nicht möglich waren, spielt der sechste Fall „Mord in St. Petersburg“ in der deutschen Hauptstadt (trotz des irreführenden Titels).

Hochpolitischer Fall vor der Bundestagswahl

Karla Lorenz (Natalia Wörner) macht also offiziell Urlaub in Berlin, und ihr Freund Jan Horava (Alexander Beyer) gleich mit ihr. Doch bald sind sie zu dritt, denn die kleine Manja Petrow (Rena Harder) zieht notgedrungen bei ihnen ein. Ihr Vater, der deutsch-russische Journalist Kolja Petrow (Beat Marti), ist am Flughafen entführt worden; er konnte zuvor einen Datenstick im WC und Manja in einem Mietwagen verstecken. Karla und Kolja kennen sich seit ihrer Kindheit, er hatte ihre Telefonnummer auf Manjas Arm geschrieben.

Wenig später kommt die Nachricht, dass Koljas Freundin in St. Petersburg ermordet wurde und er nun in der russischen Botschaft in Gewahrsam sitzt. Der Fall ist hochpolitisch, denn er spielt tatsächlich kurz vor einer Bundestagswahl. Es geht um politische Einflussnahmen, um die Rolle der Geheimdienste und auch der Presse – und hauptsächlich um Freundschaft, Verrat und Vertrauen.

Außenpolitische Krise in Berlin

Rebecca Mahnkopf (Drehbuch) und Roland Suso Richter (Regie) haben einen ebenso düsteren wie spannenden Krimi inszeniert, der vor winterlicher Kulisse spielt. Gedreht wurde am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), an der Russischen Botschaft, am Auswärtigen Amt, am ARD-Hauptstadtstudio und am Ende des Films auf dem Teufelsberg, einer verlassenen Abhöranlage der US-Armee.

Die Arbeit im Auswärtigen Amt wird wohl ziemlich realistisch dargestellt, die Brisanz der alarmierenden und aktuellen Thematik kurz vor einer wichtigen Wahl ebenso. Allein die Mitarbeit von Karla Lorenz wirkt konstruiert, es musste mühsam eine außenpolitische Krise erdacht werden, die in Berlin spielt, damit sie den Herrn Staatsminister als außenpolitische Expertin unterstützen darf.

Sie muss also ohne Botschaftswagen und ohne Mitarbeiter auskommen – selbst ihr persönlicher Assistent Nikolaus Tanz (Jannik Schümann) ist diesmal nicht dabei. Dafür ist jetzt die private Seite der bislang so kühlen Frau Botschafterin zu sehen. Ihr Freund kümmert sich rührend um Manja, während der Polizeischutz vor der Tür steht.

Text: dpa/ Redaktion: JN

Bildquelle:

  • diediplomatin: ARD Degeto

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