ProSiebenSat.1 rechtfertigt Regionalwerbepläne

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Der ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert hat die Regionalwerbepläne der Senderfamilie verteidigt. Das Vorhaben gebe auch kleinen Veranstaltern die Möglichkeit, Fernsehwerbung zu schalten. Indes äußerte mit Radio NRW einer der größten privaten Radioanbieter Kritik an der Regionalwerbung.

Der Ruf der Verleger nach einer gesetzlichen Regelung führe letztlich nur dazu, dass „die so protektionierten Unternehmen überhaupt keinen Anreiz mehr haben, sich auf die Zukunft einzustellen“, sagte Conrad Albert in einem Interview mit der Zeitschrift „Horizont“ auf das sich der Branchendienst „turi2“ am Donnerstag beruft. Die Kollegen seien wehleidig, schließlich hätten die Fernsehsender auch nicht nach dem Gesetzgeber gerufen, als die Radiovermarkter sich zu nationalen Kombis zusammengeschlossen haben.
 
ProSiebenSat.1 werde die Regionalisierung auch nicht bis auf die Ebene der Lokalfunker herunterbrechen, weil sich das nicht rechnen würde. Die Vermarktungsgebiete würden eher den großen Bundesländern in fünf Regionen entsprechen. Werbekunden müssten ein Mindestbudget von 250 000 Euro mitbringen, damit sich der Organisationsaufwand lohne.

Statt eines Verdrängungswettbewerbs sieht Albert eher „Komplementierungspotenzial“, indem gemeinsame Werbung für das Medium Fernsehen auch den kleinen Veranstaltern vor Ort nutze.
 
Während ProSiebenSat.1 seine Pläne für Regionalwerbung verteidigt, äußerte nun auch Radio NRW Kritik an den Plänen. „Der NRW-Lokalfunk ist neben den Umsätzen, die Radio NRW aus der nationalen Werbung generiert, wesentlich von den Erträgen des lokalen und regionalen Werbegeschäfts abhängig“, sagte der Geschäftsführer von Radio NRW Udo Becker am Mittwoch gegenüber dem Branchendienst „Horizont.net“.
 
Bei einem Eingriff nationaler TV-Stationen in diesen so wichtigen Markt wäre die publizistische Vielfalt erheblich in Gefahr. Zudem sei regionalisierte TV-Werbung nicht mit dem Landesmediengesetz von NRW vereinbar. „Da es sich nicht um einen NRW-spezifischen Sachverhalt handelt, drängt sich eine Regelung im Rundfunkstaatsvertrag im Interesse der Meinungs- und Angebotsvielfalt auf“, forderte Becker.
 
Damit steht er mit seiner Kritik nicht allein da. Nachdem sich bereits die Privatradios und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger kritisch zu den Plänen von ProSiebenSat.1 äußerten, sprach sich Anfang der Woche auch die Landesmedienanstalt Saarland (LMS) für eine Nachsteuerung im Rundfunkstaatsvertrag aus.
 
Im November hatte die ProSiebenSat.1-Tochter Seven One Media erstmals mit dem baden-württembergischen Kabelanbieter Kabel BW auf den Sendern ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins regionalisierte Werbespots ausgestrahlt (DIGITALFERNSEHEN.DE berichtete). [su]

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