ZDF-Magazin „Abenteuer Wissen“ zeigt Island zwischen Feuer und Eis

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Mainz – Nach dem Fernsehfilm „Ein Mann, ein Fjord!“ heißt es am kommenden Mittwoch im ZDF „ein Magazin, eine Insel!“: „Abenteuer Wissen“ widmet sich ab 22.15 Uhr dem Thema Island zwischen Feuer und Eis.

Moderator Karsten Schwanke begrüßt die Zuschauer zu einer Ausgabe des Wissensmagazins, die zeigt, welche ungeheuren Kräfte freigesetzt werden, wenn Wasser und Lava aufeinander treffen. Beim Ausbruch des Vulkans Grimsvötn auf Island wurde dies 2004 deutlich – die Eruption lieferte so viel Energie wie deutsche Kohlekraftwerke jährlich produzieren.

Diese Wärmemengen können, so vermuten Forscher, sogar das Klima beeinflussen. Umgekehrt hat der Klimawandel Auswirkungen auf die Aktivität der Vulkane, die unter Gletschern schlummern: Mit der Gletscherschmelze vermindert sich der Druck auf die Vulkane, die dadurch leichter explodieren können. Die enormen Energiemengen locken nicht nur Wissenschaftler, sondern auch ausländische Aluminiumproduzenten auf die Insel.
 
Während viele Isländer darin den Schlüssel für die Zukunft sehen, bangen andere um die Unberührtheit der Natur. Der Würzburger Wissenschaftler Bernd Zimanowski untersucht auf Island, ob die Eruptionsenergie von Unterwasser-Vulkanen genügen würde, den Golfstrom zu beeinflussen und so das Klima zu verändern. Island hat für ihn Modellcharakter, da dort die Vulkane zwar nicht unter Wasser, aber unter einer bis zu 900 Meter dicken Eisdecke liegen und damit die gleichen Bedingungen wie bei submarinen Vulkanen herrschen.
 
Im noch immer dampfenden Krater des 2004 ausgebrochenen Vulkans Grimsvötn sammelt der Forscher Gesteinproben, mit denen er in seinem Würzburger Labor die unterozeanischen Ausbrüche nachstellt und mit einer High-Speed-Kamera beobachtet. Seit es auf der Erde wärmer wird, schmelzen die Gletscher, was auch für den massereichsten Gletscher Europas, den Vatnajökull auf Island, zutrifft.
 
Noch ist er bis zu tausend Meter dick, doch neueste Berechnungen zeigen, dass er jährlich bis zu fünf Kubikkilometer Eis verliert. Dadurch werden die Magmakammern entlastet, die direkt unter dem Vatnajökull liegen. Der Wissenschaftler Magnus Gudmundsson vermutet, dass die Lava nun leichter nach oben dringen kann und es vermehrt zu Vulkanausbrüchen kommt. Hinweise, dass seine Theorie stimmt, entdeckte er am Grimsvötn, dem aktivsten Vulkan unter dem Gletscher Vatnajökull.
 
Kurz vor dessen Eruption im Jahr 2004 entstand zwischen Vulkan und Eispanzer ein Schmelzwassersee. „Abenteuer Wissen“ begleitet Gudmundsson auf seiner Expedition zum Vulkan Gjalp,der erstmals 1996 das Eis des Vatnajökull durchbrach und der, wenn die Theorie stimmt, in Zukunft häufiger ausbrechen könnte. [mg]

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