ZDF Theaterkanal würdigt das Berliner Grips-Theater

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Mainz – Kommenden Freitag widmet sich der Theaterkanal dem bekanntesten Kinder- und Jugendtheater Deutschlands: dem Grips.

Am 29. November wurde im Rahmen einer Gala in der Staatsoper Stuttgart in neun Kategorien der Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ vergeben. Der Dramatiker und Theaterleiter Volker Ludwig erhielt dabei den „Preis für das Lebenswerk“. Ludwig gilt als Begründer des modernen Kindertheaters. Der ZDF Theaterkanal widmet Volker Ludwig einen Programmschwerpunkt.

Bella, Boss und Bulli (17.30 Uhr)
Er beginnt mit Volker Ludwigs Kindertheaterstück „Bella, Boss und Bulli“, das 1995 uraufgeführt und zwei Jahre später mit dem heute als Münsteraner „Tatort“-Kommissar Frank Thiel bekannt gewordenen Axel Prahl in der Rolle des Boss aufgezeichnet wurde.
 
Theaterlandschaften: Grips-Theater Berlin (19 Uhr)
Das bekannteste Kinder- und Jugendtheater Deutschlands hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Regeln. Vorläufer ist 1966 das „Theater für Kinder im Reichskabarett“ – schon damals dabei: Volker Ludwig, der schließlich 1969 das Grips gründet. Er macht sich allerdings nicht nur Freunde. Antiautoritäres Kindertheater wird hier von Beginn an gemacht; damals ein Skandal in Berlin.
 
Kinder würden zur Respektlosigkeit erzogen, die Macher seien gar Freunde der Baader-Meinhof-Bande. Während zu Hause die Auseinandersetzungen weiter brodeln, feiert das Grips seine Erfolge im Ausland. Esther Schweins stellt das Berliner Kinder- und Jugendtheater vor.
 
anschließend: Axel Prahl im Gespräch
Axel Prahl wird 1960 im holsteinischen Eutin geboren.Anfang der Neunziger zieht es das Nordlicht nach Berlin, wo das Grips Theater für viele Jahre seine zweite Heimat wird. Zusätzlich folgen diverse Filmrollen; der Durchbruch erfolgt 1998 mit Andreas Dresens „Nachtgestalten“. Seit 2002 ist er der wortkarge Hauptkommissar Frank Thiel im Münsteraner Tatort. Trotz zahlreicher Leinwanderfolge zieht es Prahl immer wieder auf die Bühne zurück – auch, und gerade, auf die des Grips Theaters. Im Gespräch erzählt er unter anderem von seinen zahlreichen Auslandsreisen und Abenteuern mit der Grips-Familie.
 
Linie 1 (19.40 Uhr)
Mit Reinhard Hauffs 1988 entstandener Verfilmung der „Linie 1“ setzt der ZDF Theaterkanal den Programmschwerpunkt fort. Die Berliner U-Bahn-Linie 1 verlief damals im Westteil der Stadt zwischen den Bahnhöfen Ruhleben und Schlesisches Tor und durchquerte dabei verschiedene Bezirke mit gänzlich unterschiedlicher Sozialstruktur, was sich auch bei den Fahrgästen bemerkbar macht, denen die Landpomeranze Sunnie auf ihrer Fahrt begegnet. Neben vielen bekannten Mitgliedern des Grips-Ensembles wie Dieter Landuris wirkten auch Gaststars wie Dieter Hildebrandt oder Hark Bohm bei dieser Produktion mit.
 
Abgeschminkt: Volker Ludwig (21.20 Uhr)
Wer in Deutschland an Kinder- und Jugendtheater denkt, denkt an das Grips-Theater in Berlin. Und das Grips-Theater ist nicht zu denken ohne seinen Gründer und Leiter Volker Ludwig. Geboren 1937 in Ludwigshafen, studierte Ludwig in Berlin und München und schrieb seit 1959 Texte für „Die Stachelschweine“, das „Düsseldorfer Kom(m)ödchen“, für die „Lach- und Schießgesellschaft“ und Wolfgang Neuss.
 
Seit 1962 ist er freier Schriftsteller und war von 1965 bis 1971 Leiter des Reichskabarett Berlin. Angeregt durch die APO-Kinderläden gründete Ludwig 1969 ein emanzipatorisches Theater, das ab 1972 unter dem Namen Grips-Theater bekannt wurde und sich zum wichtigsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater entwickelte. [cg]

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