Harte Kerle und Goldjungen – Kathryn Bigelow wird 60 [Portrait]

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Mit einem knallharten Kriegsfilm hat Kathryn Bigelow Filmgeschichte geschrieben: Als erste Frau gewann sie 2010 einen Oscar für die beste Regie. Hollywoods Powerfrau liebt brisante Action, auch mit 60 Jahren.

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Nicht nur wegen ihrer Größe von 1,82 Metern passt Kathryn Bigelow perfekt in Hollywoods Männerriege. Die Regisseurin mit dem Look eines Ex-Models steht auf Action, Thriller harte Kerle und brisante Stoffe. Bigelow, die am morgigen Sonntag 60 Jahre alt wird, packt als nächstes die Jagd auf Osama bin Laden an. Die Dreharbeiten sollen in Kürze beginnen, Ende nächsten Jahres soll der Film in die Kinos kommen.

An einer Story über den Terroristenführer bastelte sie schon länger. Nach der Tötung Osama bin Ladens im vorigen Mai durch ein US-Spezialkommando in Pakistan musste das Skript neu verfasst werden. Bigelow hat sich wieder mit dem Drehbuchschreiber Mark Boal zusammengetan. Beide hatten 2010 für das Kriegsdrama „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ einen Oscar bekommen, er für das Buch, sie als erste Frau für die Regie.

Wie gut, dass die durchtrainierte Powerfrau starke Arme hat. Gleich zwei Oscar-Statuen – zusammen immerhin acht Kilogramm schwer – stemmte die Regisseurin im März vorigen Jahres auf der Bühne. „The Hurt Locker“ war mit sechs Preisen, darunter in den Königskategorien „Bester Film“ und Regie, der Oscar-Abräumer. „Ich hoffe, ich bin die Erste von vielen“, strahlte Bigelow damals über ihren geschichtsträchtigen Sieg. Als erste Frau in 82 Jahren Oscar-Business konnte sie die männliche Konkurrenz in die Knie zwingen, darunter auch ihren Ex-Ehemann, „Avatar“-Regisseur James Cameron.

„The Hurt Locker“ war  Bigelows achter Film, den sie mit einem Billigbudget von 15 Millionen Dollar unter härtestens Bedingungen, mit Sand- und Windstürmen in strapaziöser Hitze, realisierte. Den Thriller über Bombenentschärfer der US-Armee im Irak drehte sie in Jordanien, dicht an der irakischen Grenze.

Bigelow wuchs nahe San Francisco als einziges Kind einer Bibliothekarin und eines Managers einer Farbenfabrik auf. Sie entdeckte früh ihre Liebe zur Malerei, schrieb sich an der Kunstakademie in San Francisco ein und zog mit einem Stipendium für talentierten Nachwuchs nach New York. Dort wechselte sie schließlich zum Film. „Malerei ist ein bisschen elitär, Film dagegen überschreitet Kultur und Klassen“, erklärte sie 2002 in der „Los Angeles Times“.

Mit 30 Jahren drehte sie ihren ersten Spielfilm. Für das Biker-Drama „Die Lieblosen“ – im Stil von Marlon Brandos „Der Wilde“ – holte sie Willem Dafoe vor die Kamera. In dem Cop-Thriller „Blue Steel“ (1990) machte sie Jamie Lee Curtis als Polizistin, die einen Serienkiller austrickst, zur Heldin. Ein Jahr später schleuste sie Keanu Reeves in „Point Break – Gefährliche Brandung“ als Undercover-Agent in die Surfer-Szene ein, mit Patrick Swayze als zwielichtigem Bankräuber. Der Action-Film spielte allein in den USA mehr als 43 Millionen ein, bis dato Bigelows größter Kassenschlager. Produziert wurde er von ihrem damaligen Ehemann, „Titanic“-Regisseur James Cameron. Das Power-Paar hielt es nur zwei Jahre miteinander aus, doch seit der Scheidung 1991 sind sie noch gut befreundet.

Cameron schrieb auch das Drehbuch für Bigelows Science-Fiction-Film „Strange Days“ (1995), mit Ralph Fiennes als Ex-Polizist, der eine Verschwörung aufdeckt. 2002 holte sie Harrison Ford als Kapitän eines russischen Atom-U-Boots vor die Kamera. Der Actionthriller „K-19 Showdown in der Tiefe“ kostete mehr als 100 Millionen Dollar, spielte aber nur ein Drittel seiner Kosten ein. Mit „The Hurt Locker“ gelang Bigelow das perfekte Comeback.

Nach dem Bin-Laden-Projekt dürfte es mit Vollgas weitergehen. Die Regisseurin hat bereits den Thriller „Triple Frontier“ ins Visier genommen. Das Drogenschmuggler-Drama spielt in dem berüchtigten Grenzgebiet von Paraguay, Argentinien und Brasilien, wo organisierte Kriminalität blüht. Tom Hanks soll an einer der Hauptrollen interessiert sein. Genau der richtige Stoff für Hollywoods männlichste Regisseurin.PORTRAITS im Überblick
[Barbara Munker ]

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