Robert Pattinson zeigt als „Bel Ami“ viel nackte Haut

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Bild: © Romolo Tavani - Fotolia.com
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Seine Rolle als „Twilight“-Vampir Edward Cullen machte den gebürtigen Briten Robert Pattinson zum Teenieschwarm. Doch während er sich als Blutsauger stets keuch gab, lässt er in „Bel Ami“ jegliche Zurückhaltung und auch sämtliche Hüllen fallen. Am 3. Mai kam die Neuinszenierung von „Bel Ami“ in die deutschen Kinos.

Mit „Bel Ami“ hat sich Jung-Schauspieler Robert Pattinson einiges vorgenommen. Nicht nur, dass er sich mit der Romanverfilmung von Guy de Maupassants Werk aus dem Jahre 1885 an einen Stoff wagt, der mittlerweile zum französischen Kulturgut gehört und dementsprechenden Tiefgang verlangt, auch die Damen fordern ihn. Musste Pattinson in „Twilight“ nur Partnerin Kristen Stewart verführen, erwarten ihn in „Bel Ami“ gleich drei Hollywood-Größen: Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci. Und sie alle muss er nicht nur ans Händchen, sondern ins Bett kriegen.
 
Das Regie-Duo Declan Donnellan und Nick Ormerod hat die Adaption des weltberühmten Buches ganz auf die erotische Ausstrahlung des Hauptdarstellers zugeschnitten. Die in der literarischen Vorlage im Vordergrund stehende Kritik an einer Gesellschaft, die Geld und Macht gegenüber Geist und Menschlichkeit den Vorzug gibt, tritt dagegen nahezu völlig in den Hintergrund.

Illustriert wird der Aufstieg des von Freund und Feind als „Bel Ami“ titulierten Habenichts’ Georges Duroy zu einer „Stütze der guten Gesellschaft“. Der Schönling schläft sich über die Betten der Gattinnen einflussreicher Männer nach oben. Das gibt Anlass für einige frivole Szenen. Während dabei Pattinsons berühmte Partnerinnen mit schauspielerischer Brillanz feine Charakterstudien entwerfen, wurde der Hauptdarsteller von Drehbuch und Regie allein auf die Rolle des sexlüsternen Schönlings festgelegt.

Bei Guy de Maupassant ist Georges Duroy ein Mann, der seinen Charme einsetzt, um sozial aufzusteigen. Er baut dabei mit enormer Energie auf seinen gesunden Menschenverstand. Dank ihm durchschaut er die Mechanismen einer auf materiellen Erfolg ausgerichteten Gesellschaft im Handumdrehen. In der Neuverfilmung steigt „Bel Ami“ allein wegen seiner Verführungskünste auf. Pattinson muss denn auch ausgiebig seinen gestählten Körper vorführen. Aussagestarke Mimik hingegen braucht er nicht einzusetzen.

Wer hofft, Robert Pattinson in einer anderen Rolle als der eines Schönlings à la Edward Cullen in den „Twilight“-Romanzen zu erleben, wird enttäuscht. Er hat keine Chance, einen differenzierten Charakter zu gestalten. Der Engländer, der 2009 von der US-amerikanischen Zeitschrift „Glamour“ zum „World’s Sexiest Man“ gewählt wurde, bleibt durchgehend auf Äußerlichkeiten festgelegt. Er muss pure Männlichkeit zur Schau stellen, wirklich schauspielern und die Entwicklung einer Figur zeigen darf er nicht.

Der Film punktet mit der starken Präsenz von Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci. Die drei ausgewiesenen Charakterschauspielerinnen halten in der in üppigen Bildern vom Paris des späten 19. Jahrhunderts schwelgenden Ballade mit Ironie und Können immerhin die Erinnerung an die berühmte satirische Vorlage von Guy de Maupassant wach.

Der Roman diente rund ein Dutzend Mal als Anregung für das Kino. Die bekanntesten und künstlerisch überzeugendsten Spielfilme sind der vom Wiener Willi Forst 1939 in Berlin mit sich selbst in der Titelrolle gedrehte und die US-amerikanische Version aus dem Jahr 1947. In der verkörpert George Sanders unter Regie von Albert Lewin den karrierebewussten Frauenheld geradezu als sadistischen Tyrann.

Die bis heute originellste Leinwandversion des Romans inszenierte der Franzose Louis Daquin 1955 in Österreich. Darin entfacht der zur Zeit der Dreharbeiten 51-jährige Johannes Heesters im Frack in einer der wohl besten schauspielerischen Leistungen seiner Jahrhundertkarriere nur mit einem Lächeln und einem Lidschlag ein erotisches Gewitter. Verglichen mit ihm wirkt Robert Pattinson samt entblößtem Hinterteil allenfalls wie ein Lausbub, der bei selbstbewussten Frauen gerade einmal mütterliche Instinkte weckt.

Die vor allem jugendlichen weiblichen Fans von Robert Pattinson kümmern sich um Einwände garantiert keinen Deut. Seitdem der Trailer zum Film im Kino und im Internet zu sehen ist, wird das World Wide Web mit jubelnden Wortmeldungen von Verehrerinnen des Jungstars geradezu überschwemmt. Der internationale Kassenerfolg des Films kann also als ziemlich sicher gelten.Kinokritiken im Überblick
[Peter Claus/fm]

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