Astra: „Free-TV bleibt Free-TV“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Betzdorf – Der Satellitenbetreiber Astra nahm gegenüber DIGITAL FERNSEHEN Stellung zur aktuellen Kritik von ARD-Vorsitzendem Thomas Gruber und ZDF-Intendant Markus Schächter.

Zunächst versicherte SES Astra-Sprecher, Markus Payer, dass ARD und ZDF wichtige Kunden des Unternehmens seien und auch künftig völlig uneingeschränkt frei empfangbar bleiben werden.

Dies sei unumstritten, erklärte Payer. Aber digitales Fernsehen koste Geld, daher würden neue Modelle benötigt, beispielsweise um überhaupt eine Abrechnung möglich zu machen.
 
Das Modell von Astra werde allen Sendern, ob groß oder klein, angeboten ohne jemanden auszuschließen. Es handle sich daher um eine offene Plattform. Es sei ein Angebot, betonte er, das den Rundfunkanbietern gemacht wird und ihnen im digitalen Zeitalter eine breitere Palette an Diensten bietet, wie beispielsweise interaktive Dienste, oder EPG (elektronischer Programmführer). Also diene es vielmehr der Vielfalt der Medienlandschaft und der Digitalisierung.
 
Es könne heute schon über Satellit verschlüsselt und individuell adressiert ausgestrahlt werden, wie z.B. es Premiere tut, aber Astra wolle dies auf eine breitere Basis stellen und mehr Sendern anbieten, erläuterte Payer. Die Sender, die Astras Angebot nicht annehmen wollen, werden weiterhin über Astra unverschlüsselt ausgestrahlt. Für die Kunden geht es bei den Gebühren um Beträge von drei bis fünf Euro. Dies wird das preiswerteste Angebot auf dem Markt sein, das es künftig geben wird, schätze Payer ein. Astra entscheide nicht über die Verschlüsselung von Sendern, sondern macht ihnen ein Angebot, das unter anderem eine georgaphische Abgrenzbarkeit ermöglicht. Die Entscheidung darüber, treffen aber die Sender.
 
Das Satellitenfernsehen bleibe so wettbewerbsfähig, was im Interesse der Medienlandschaft liege. Payer fügte hinzu, dass bei der Pay-TV-Diskussion eine begriffliche Verwirrung herrscht. Ob Free-TV oder Pay-TV sei eine Entscheidung des Senders und hänge zudem davon ab, welche Rechte er für seine Programme und deren Verwertung kauft, ob für die freie oder für die Ausstrahlung im Bezahlfernsehen. „Free-TV bleibt Free-TV, egal ob der Kunde dafür Anschlussgebühren zahlt oder nicht.“ erklärte er weiter. Ob man für Kabel- oder Satellitenfernsehen Gebühren bezahle, habe mit Free oder Pay-TV nichts zu tun. Ein bloßer technischer Vorgang mache aus Free-TV kein Pay-TV, schloss Payer.
 
Lesen Sie hier mehr über die Absage der Öffentlich-Rechtlichen an die Verschlüsselungspläne von Astra.
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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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