BBC-Chef: Öffentlich-Rechtliche müssen eng zusammen arbeiten

4
11
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Die öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender sollten dem BBC-Vorsitzenden Tony Hall zufolge enger zusammenarbeiten und kreativer werden, um die Demokratie in Europa zu wahren.

Falsche Nachrichten nähmen weltweit zu, und die Menschen bewegten sich immer häufiger in ihren Filterblasen. Es sei nie so schwer wie heute gewesen, Fakten von Fälschungen zu unterscheiden, Tatsachen von Behauptungen, Wahrheiten von glatten Lügen, sagte der BBC-Generaldirektor am Montag in Hamburg bei einer Feierstunde zu 70 Jahren öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Deutschland. „Wir können nur dagegen angehen, wenn wir zusammenstehen.“
 
Das Gegengift zu Fake News könne von den Öffentlich-Rechtlichen kommen. Sie könnten „den Maßstab für Authentizität“ setzen. „In solchen Zeiten der Trennung haben Medien eine enorme Verantwortung“, sagte Hall weiter. Sie müssten tun, was nötig ist, um die Menschen wieder zusammenzubringen. Dazu müssten sie sicherstellen, dass auch alle Stimmen gleichberechtigt gehört würden.

Hall sagte, der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse vier Prioritäten setzen: zuverlässige und unvoreingenommene Nachrichten, herausragende Kreativität, ein qualitativ hochwertiges Online-Angebot und einen Fokus auf Regionalität. „Wir sind die Wächter der Prinzipien und Werte, auf denen der öffentliche Rundfunk aufgebaut wurde.“ Dessen sollten sich die Sender bewusst sein. „Wir brauchen den öffentlichen Rundfunk mehr denn je.“
 
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten aufgebaut und nach dem Vorbild der BBC etabliert. [dpa]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

4 Kommentare im Forum

  1. Das wundert mich ja nun schon, sowas von den BBC-Leuten zu lesen. Erst wird konsequent auf Abschottung gesetzt, Zusammenarbeit nur gegen teure Beteiligungen angeboten und dann wundert man sich, dass die Mitbürger schlecht informiert bzw. vom eigenen Journalismus schlecht vorbereitet wurden auf die aktuelle Situation in GB und der EU. Ich denke die Einstellung Halls in Sachen Qualitätsjournalismus kommt auch da besonders zum Ausdruck, wo er von Gegengift zu den Fake-News spricht. Das sagt auch schon alles darüber aus wie er gegen Fake--News vorgehen will, mit Gift. Und dgenau das schadet dem seriösen Journalismus mehr als einfach nur die Realität darzustellen, aufzudecken, zum Thema zu machen. Das kann auch ganz ungiftig geschehen. Man würde so evtl. auch diese kranke Spaltung der meisten westlichen Nationen verhindern können, wie wir sie aktuell überall beobachten können.
  2. Naja, grundsätzlich hat er ja Recht. Über das Wort Gift lässt sich streiten, ich würde das jetzt nicht so hart auslegen. Einen Gegenmittel wird er gemeint haben (Antidot). Und ich denke, er wird aus dem Brexit auch gelernt haben, dass es nicht so einfach ist gegen populistische Thesen anzukämpfen, wenn sie eine einfache Lösung zu einem tief sitzenden Gefühl in der Bevölkerung passen, dass durch solche Aussagen angeheizt wird. In jedem Fall wäre es wünschenswert wenn sich die öffentlichen Sender der EU Mitgliedsländer gegenseitig unterstützen, was Recherchen und Personal angeht. Und natürlich muss transparent sein, wer hat was recherchiert, wer gehört zu wem, usw. Eine starke, vertrauenswürdige, transparente, objektive und freie Nachrichtenplattform wäre wünschenswert.
  3. "Eurovision News" als Video-Austauschplattform und "Euronews" als mehrsprachigen TV-Sender gibt es schon. Wikipedia: "Über die EBU (European Broadcasting Union) in Genf wird ein eigener Satellitenkanal zum Bilderaustausch von Nachrichten betrieben (EVN = Eurovision News). Über dieses Netzwerk stellen die Eurovisionssender sich gegenseitig eigenes Material zur Verfügung."
Alle Kommentare 4 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum