Erneut Aufregung um politischen Postenschacher beim ORF

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der ORF hat mit der geplanten Bestellung von Niko Pelinka zum Büroleiter von Generaldirektor Alexander Wrabetz einen politischen Eklat produziert. Pelinka hatte als Leiter des sogenannten Freundeskreises der Regierungspartei SPÖ im Stiftungsrat die Wiederwahl von Wrabetz organisiert.

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Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC), Fred Turnheim, kritisierte am Donnerstag in einer Stellungnahme, Wrabetz gefährde „mit seinem parteipolitisch motivierten Bestellungen von Direktoren und anderen Führungskräften“ das Ansehen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt in der Bevölkerung. Der ÖJC solidarisiert sich daher mit der Resolution der ORF-Redakteure. „Das Postengeschacher im ORF ist dem Unternehmen unwürdig“, so Turnheim weiter. 

Insbesondere forderte der Verband auf, von der Bestellung des 24-jährigen Pelinka zum Büroleiter Abstand zu nehmen und die Stelle mit einem erfahrenen ORF-Mitarbeiter hausintern zu besetzen. „Einerseits erfahrene ORF-Mitarbeiter zwangspensionieren und andererseits journalistisch unerfahrene junge Menschen sofort zu leitenden Redakteuren in der Verwendungsgruppe 16 zu machen, zeigt deutlich auf, dass Wrabetz das Unternehmen nicht mehr im Griff hat“, wetterte ÖJC-Präsident Turnheim.
 
Für Verwirrung sorgte unterdessen, dass am Mittwoch eine Ausschreibung für den Posten des Büroleiters in der „Wiener Zeitung“ veröffentlicht wurde, den Wrabetz bereits zu Wochenbeginn öffentlich Pelinka versprochen hatte. Die Ausschreibung habe er bereits in der vergangenen Woche veranlasst, rechtfertigte sich Wrabetz gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Klar sei aber auch, dass es bei der Besetzung auf ein persönliches Vertrauensverhältnis ankomme.
 
Der Redakteursrat hatte Wrabetz im Vorfeld der Besetzung Rechtsbruch vorgeworfen. Wenn Bestellungen schon im Vorfeld feststünden, werde „offenkundig gegen das ORF-Gesetz verstoßen“. Auch die Dienststelle zur Koordination der Landesstudis sei mit Betriebs- und Stiftungsratsmitglied Robert Ziegler ohne Ausschreibung „per interner Mitteilung“ bestellt werden, rüffelte das Gremium. Das Protestschreiben wurde von mehr als einhundert Redakteuren unterzeichnet. [ar]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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1 Kommentare im Forum

  1. AW: Erneut Aufregung um politischen Postenschacher beim ORF Ich möchte nicht wissen wie hier in D bei den Öffentlichen und den Dritten um Posten und Pöstchen geschachert wird
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