Klassische Radiosender verlieren Publikum

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Klassische Radiosender in Deutschland haben weiterhin eine große Hörerschaft – laut Umfragezahlen allerdings mit leicht rückläufiger Tendenz.

Rund 52,8 Millionen Menschen ab 14 Jahren schalteten zwischen Montag und Freitag das Radio ein, wie aus der repräsentativen Umfrage hervorgeht, die die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) am Mittwoch in Frankfurt vorstellte. 

In der vorigen Umfrage, die im April veröffentlicht worden war, waren es noch rund 53,3 Millionen gewesen. Die Zahlen spiegeln alle Verbreitungswege der klassischen Radiosender wider, also Internet ebenso wie das Autoradio und ein Radiogerät. 

Einen Sondereffekt durch die Corona-Krise bilden die Zahlen nicht ab – sie wurden in zwei Wellen bis Ende März erhoben und überschnitten sich somit nur marginal mit der Zeit der großen Kontaktbeschränkungen hierzulande. Der Vorstand Radio/Audio der agma, Jan Isenbart, geht zugleich davon aus, dass sich eine steigende Nutzung im Streaming-Bereich und ein leichter Rückgang beim Hören im Autoradio durch Lockdown und Home Office „aktuell die Waage gehalten haben könnten“. 

Auch die Verweildauer bei den klassischen Radiosendern ist der Umfrage zufolge leicht rückläufig. Von Montag bis Freitag hörte die Altersgruppe ab 14 Jahren an einem durchschnittlichen Tag 253 Minuten lang zu und damit 3 Minuten weniger als zuvor.

Für die Untersuchung hat die agma bundesweit mehr als 67 000 Menschen im Alter ab 14 Jahren nach ihren bevorzugten Sendern befragen lassen. Der Verbund aus Medien- und Werbewirtschaft ermittelt zweimal im Jahr die Reichweiten für die Sender.

Die öffentlich-rechtlichen Programme der ARD sind bei den Hörerzahlen nach agma-Angaben weiterhin vorne: Rund 36,1 Millionen schalteten nach den neuesten Zahlen zu – und damit etwa 150 000 weniger als in der Umfrage zuvor. Bei den privaten Sendern ist die Differenz größer. Hier sank die Zahl um rund 870 000 auf rund 28,6 Millionen. 

Erstmals bildete die Umfrage auch den Bereich Podcast – also im Internet verfügbare Audio- und Videobeiträge abseits von laufenden Programmen – ab. Demnach nutzten 22,3 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung schon einmal Podcasts. In der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen waren es 33,5 Prozent.

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114 Kommentare im Forum

  1. Tja, es fehlen einfach die Dudelsender. Ich mag nicht alle halbe Stunde an das politische Versagen erinnert werden, oder massiv gekürzte Titel anhören müssen. Gegen Werbung hab ich nix, müssen sich ja finanzieren. Wenn sie im Rahmen bleibt.
  2. Von diesen Schrottsendern werde ich schon genug generft. überall diese Mickimaussängerstimmen und ein Sound zum weglaufen. Alles hört sich gleich an. Dann lieber ein normales Radioprogramm. (ohne Werbung)
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